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Reiseführer Italien:Freizeit & Sport

Ob Birdwatching, Surfen oder Skifahren: Die geografische Vielfalt Italiens spiegelt sich in einem außerordentlich breiten Sportangebot

Trendsetter ist die Sport-und-Spaß-Industrie an der Adria um Rimini und Riccione, das Kalifornien Italiens. Die weiten Sandstrände bilden den idealen Untergrund für Beachvolleyball. Viele Badeanstalten setzen auf Fitness mit Gerätepark, Gymnastikanimation und Strandwettspielen. Die vielen Bergregionen, ob Alpen oder Apennin, bieten zum Thema Outdoor zahlreiche Aktivitäten an, das reicht vom Paragliding über Rafting, vom Skibergsteigen über Mountainbiketouren.

Bergsteigen & Klettern

Der gesamte italienische Alpenbogen bietet anspruchsvolle Klettertouren, allen voran die Viertausender im Aostatal. Klettersteige, die sogenannten vie ferrate, mit Eisenhaken, Leitern, Drahtseilen gesicherte Steiganlagen, ziehen sich durch die Dolomiten und ermöglichen auch Nichtbergsteigern das Erklimmen von Felshängen. Und an den Felswänden überm Meer bei Finale Ligure geben sich die Freeclimber ihr Stelldichein.

Birdwatching

Vom Land der Vogeljäger hat sich Italien zum Vogelparadies gemausert: Die naturgeschützten Mündungslandschaften der großen Flüsse Po (www.parcodeltapo.it) und Isonzo (www.isoladellacona.it) an der oberen Adria beherbergen heute Hunderte von auch seltenen Vogelarten, in Besucherzentren und Naturoasen werden Birdwatchingtouren angeboten, aber auch Spaziergänge auf eigene Faust sind ergiebig.

Golf

Auch die Italiener hat längst das Golffieber gepackt, überall im Land gibt es schöne Plätze (z. B. in Val Ferret im Aostatal). Unter www.greenpassgolf.de finden Sie detaillierte Platzbeschreibungen.

Pescaturismo

Ein besonderer Tipp ist der pescaturismo: In vielen Fischerorten kann man beim Einholen des Fangs helfen oder es wird gemeinsames Hochseefischen angeboten. Zum Abschluss gibts oft ein gutes Fischessen. Auskunft geben die Fremdenverkehrsämter.

Radfahren

Sportliches Radfahren ist in Italien verbreitet, am Wochenende schwärmen die Radler in großen Gruppen aus. Radwege gibt es allerdings noch sehr wenige, wohl aber jede Menge Prospekte mit Radtourenvorschlägen. In den Städten vor allem der Poebene wie Mailand, Ferrara, Ravenna, Mantua können Sie in vielen Hotels oder am Bahnhof Räder mieten und in den Städten so die verkehrsberuhigten Altstadtkerne erkunden. Beliebte MTB-Gegenden sind das Finale-Gebiet in Ligurien und der tosko-emilianische Apennin. Mieträder erhalten Sie auch in den Badeorten, etwa an der Adria für Touren im Podelta-Naturschutzgebiet oder längs der Strandpromenaden.

Tauchen

Küstenabschnitte, die für Taucher besonders lohnend sind, finden sich z. B. in Ligurien an der Halbinsel von Portofino und am Küstenabschnitt der Cinque Terre. An der oberen Adria lohnt sich die Triestiner Klippenküste beim Castello di Miramare. Weiter südlich, in den Marken, zieht es die Taucher an den Felsen Monte Conero bei Sirolo. Im Latium trifft man sich an der Landspitze San Felice des Naturschutzgebietes Circeo bei Sabaudia. Im Süden gehören zu den Highlights die Tremitiinseln, die Absatzspitze von Santa Maria di Leuca sowie die Meeresgründe an der Halbinsel Isola di Capo Rizzuto und bei Scilla an der Meerenge von Messina. In Kampanien faszinieren die Grotten von Palinuro und das Kap an der Sorrentinischen Halbinsel - oder man taucht ab in die Ruinen der römischen Villen auf dem Meeresgrund vor Baia unweit Neapels.

Thermen

Die traditionellen Kurorte haben umgerüstet und bieten überall vielfältige Wellness- und Beautyanwendungen an. Italien mit seiner vulkanischen Vergangenheit ist übersät mit renommierten Thermalorten. Zu den bekanntesten Thermalspots zählen die Euganeischen Hügel mit Abano Terme, die Thermen der Toskana, allen voran Montecatini Terme, und natürlich die Insel Ischia. www.benessere.com/terme/italia

Wandern

Ganz Italien kann man von Nord nach Süd auf dem Fernwanderweg Sentiero d'Italia durchwandern. Als Wandergebiet bestens erschlossen ist der gesamte Alpenbogen, vom Aostatal über Südtirol bis zu den Karnischen Alpen in Friaul. Wenig überlaufene Fernwanderwege ziehen sich über den piemontesischen Alpenkamm bis ans Meer Liguriens (www.mountainzones.com). Die bergige Küstenregion Liguriens bietet traumhafte Wanderstrecken durch üppige mediterrane Macchia und mit atemraubenden Ausblicken aufs Meer. Ein phantastisches Landschaftserlebnis bieten auch die mit Wanderrouten versehenen Berge des Nationalparks Parco Monti Sibillini zwischen Umbrien und den Marken. Das gilt auch für die Nationalparks der Abruzzen und des Monte Pollino zwischen Kalabrien und der Basilikata, der Sila und des Aspromonte, alle grandiose Bergwelten. Die Fremdenverkehrsämter helfen weiter mit Adressen von erfahrenen Bergführern und organisierten Gruppentouren. Neue Wanderwege zu alten Themen erschließen die Berge zusätzlich, z. B. der Pilgerweg Via Francigena vom Norden nach Rom, die Apenninüberquerung entlang der deutsch-amerikanischen Frontlinie im Zweiten Weltkrieg, der Linea Gotica, oder Wandern auf den Spuren des Franz von Assisi durch Mittelitalien (siehe auch www.italienwandern.de).

Wassersport

Topziel für Wassersportler ist der Gardasee, dessen Nordhälfte mit ihren Winden ganz besonders von den Surfern geschätzt wird. Aber auch an allen touristisch erschlossenen Küstenabschnitten und in den großen Ferienanlagen finden sich Surfbrettverleiher. Besonders beliebt sind die ligurische Küste, vor allem um Albenga und Noli, der Conero an der Adria sowie die Küste des Latium bei Sabaudia und Fregene. Segeln kann man überall längs der Küste, die gespickt ist mit Sporthäfen (hier Segelkurse).

Wintersport

Der gesamte Alpenbogen wartet mit einer perfekten Infrastruktur auf. Kaum ein größerer Alpenskiort, der nicht einen Snowpark für die Snowboarder oder Freestyler oder Eispaläste für die Schlittschuhläufer angelegt hätte. Besonders schöne Loipen finden Sie in den Tälern des Gran Paradiso im Aostatal, in Südtirol, im Trentino und in den Karnischen Alpen. Aber auch weiter südlich gibt es respektable Skigebiete, z. B. im Apennin am Abetonemassiv um Sestola oder weiter südlich in den Abruzzen bei Pescasseroli. Für naturbelassenes Skiwandern und Skiklettern eigenen sich besonders die abgeschiedenen Täler der piemontesischen Seealpen (z.B. das Mairatal).

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Bettina Dürr pendelt seit bald drei Jahrzehnten zwischen Bologna und Düsseldorf. Sie schreibt Reiseführer und übersetzt Kinder- und Jugendliteratur. Gelegentlich organisiert sie für kleine Gruppen Kurzreisen zu ausgewählten Themen. So kommt sie fast automatisch viel in Italien herum. Richtig Ferien machen kann sie kaum noch - eine Art Berufsdeformation.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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