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Reiseführer Ischia:Essen & Trinken

Insel für Feinschmecker: Spezialitäten aus Meer und Wald - und dazu der passende ischitanische Wein

Kaltgepresstes Olivenöl ist die Grundlage fast jeden Gerichts, im Sommer gehört ein kühler Weißwein auf den Tisch. Die typisch ischitanischen Tomaten sind klein, rund und haben dank der Vulkanerde einen intensiven, süßen Geschmack. Wenn man Glück hat, bekommt man die berühmte bruschetta - der allgegenwärtige Menüstart oder kleine Imbiss - mit diesen Tomaten serviert. Noch konzentrierter wird ihr Geschmack, nachdem sie bündelweise eine Weile in zugiger Luft unter Terrassenvordächern oder Loggien zum Trocknen gehangen haben.

Die Grundpfeiler der Lokalküche sind Pasta, Fisch und Gemüse. In den Gemüseläden liegen Artischocken (carciofi), Brokkoli, Auberginen (melanzane), Zucchini, Fenchel (finocchio), Mangold (bietola) und die typisch neapolitanischen friarielli aus, dazu jede Art von Hülsenfrüchten - von Erbsen (piselli), Bohnen (fagioli) bis hin zu grünen Saubohnen (fave), die am liebsten roh mit Olivenöl und Pfeffer gegessen werden. Das Gemüse bekommt man leicht angedünstet oder in Olivenöl und Essig eingelegt auf den Vorspeisenbuffets der Restaurants.

Auch Pilze spielen eine große Rolle, im Spätsommer kann man reiche Beute in den Mischwäldern am Monte Rotaro machen, das können Steinpilze sein, aber auch der Kaiserling (amanita caesarea), der Lieblingspilz der römischen Kaiser, oder der mazza di tamburo, der "Trommelschläger". Pilze legt man ein, oder man würzt mit ihnen eine der zahllosen Pastasorten aus Hartweizenmehl.

Im Unterholz der Wälder wachsen Thymian, Oregano, Majoran, Bohnen- und Pfefferkraut, sogar wilder Spargel. Manch engagierter Gastronom versucht, die kulinarischen Traditionen der echten Bauernküche wieder aufzugreifen und bringt z. B. die typisch ischitanischen kleinen, grünen Schnecken, die maruzze, wieder auf den Tisch seines Restaurants. Zur Bauernküche des Landesinneren gehört natürlich auch das Top-Gericht der Gastronomie Ischias, der Kaninchenbraten. Einst waren es Wildkaninchen, heute züchtet man sie im Stall oder in Tuffgruben. Gern bereitet man sie für den typischen Sonntagsbraten als coniglio alla cacciatore (nach Jägerart) zu: mit Knoblauch und Pfefferschoten angebraten und in Tomatensud stundenlang weich gegart.

Das Meer bestimmt hingegen die Küstenküche mit Sardellen (alici), Meerbarbe (triglia), Goldbrasse (orata), Seezunge (sogliola), Krake und Tintenfisch (polipo, calamaro, seppia), vor allem aber mit Miesmuscheln (cozze) und Venusmuscheln (vongole veraci). Das Hauptgericht, auf das im Sommer kein Restaurant an der Küste verzichten kann, ist die Fischsuppe, die zuppa di pesce.

Neben typisch süditalienischem Schnittkäse wie provolone oder scamorza spielt natürlich der mozzarella aus Büffelmilch eine wichtige Rolle: vor allem als insalata caprese mit Tomaten und Basilikum sowie als parmigiana, ein Ofengericht aus mit Käse überbackenen Auberginen-, Mozzarella- und Tomatenscheiben. Zu Wein, speziell bei Degustationen, wird gerne lokaler oder süditalienischer Käse gereicht, der Schafskäse pecorino zum Beispiel. Neuerdings zeigt sich der ischitanische Gaumen offen für eine Kombination der Bauernkäsesorten mit hauseigenen Marmeladen aus Mandarine, Orange und Zitrone.

Zum Abschluss wird - wie überall in Kampanien und am Golf - Süßes ganz groß geschrieben. In den pasticcerie läuft einem das Wasser nicht nur bei der sfogliatella (Blätterteigtasche) im Mund zusammen, in Sachen Kuchen und süßen Teilchen aus der pasticceria wird die Wahl schlichtweg zur Qual, so reich ist das Sortiment.

Die Insel bringt ausgezeichnete Weine hervor. Dank des vulkanischen Bodens und der günstigen Sonnenlage der Weinberge (manche sogar auf 500 m Höhe) gedeihen die Reben prächtig. Vorwiegend gibt es Weißweine - leicht, trocken, würzig, strohgelbe Farbe. Die Spitzenweine, Biancolella, Tenuta Frassitelli und Forastera, passen ideal zu Fischgerichten. Erlesene Rotweine sind der blumige Don Alfonzo und der delikate per' e palummo ("Taubenfuß") Tenuta Montecorvo. Es munden aber auch die preiswerteren Ischia Rosso (den man jung trinken sollte) und Ischia Bianco: der Sommerrenner mit leicht harzigem Aroma. Die erwähnten Weine tragen alle das Prädikat D.O.C. (Denominazione di Origine Controllata), d. h., es sind staatlich anerkannte Qualitätsweine. Der ischitanische Sekt Kalimera ist der große, eisgekühlte Stimmungsmacher.

Als Abschluss eines Essens oder auch als erfrischender Aperitif darf ein limoncello, der eisgekühlte Likör aus Zitronenschalen, nicht fehlen.

Der kleine, duftende Espresso, den man in Italien aber nicht Espresso, sondern caffè nennt, wird auch auf Ischia überall und zu jeder Tageszeit getrunken.

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"Ischia ist aufgrund seiner besonderen Vielfalt ein traumhaftes Reiseziel." Stefanie Sonnentag schwärmt für die Insel und die Region Neapel. Immer wieder stellt die Kunsthistorikerin Ischia in den Fokus ihrer TV- und Magazinbeiträge. Wenn es ihr in Neapel, wo sie mit ihren Kindern lebt, zu stressig wird, nimmt sie das nächste Schiff: "Drei Tage Wellness auf Ischia ist Erholung pur!"

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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