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Reiseführer Indien:Special

Das Kastensystem

Die Kasten spielen immer noch eine wichtige Rolle

Offiziell sind die Kasten abgeschafft. In den Städten setzt man sich auch über alte Trennungsregeln oft hinweg (sonst würde man Ihnen, als einem kastenlosen Europäer, nie die Hand geben). Dabei spielen die in der vedischen Periode festgelegten Kasten (Varna, dt. Farbe) - Brahmanen (Priester), Ksatriyas (Krieger), Shudras (Händler), Vaishiyas (Bauern) - weniger eine Rolle als die Unterkasten (Jati, dt. Geburt), die die Rangfolge der Varnas noch weiter untergliedern. Das Kastensystem erzwingt, dass ranghöhere Gruppen von rangniederen getrennt leben: keine Heirat, kein gemeinsames Essen, keine Berührung. Doch das eben nicht mehr überall. Die indische Regierung reserviert Ausbildungs- und Arbeitsplätze für Angehörige niedriger Jatis (scheduled castes) und die große Zahl Kastenloser, auch Dalits (Unterdrückte) genannt. Zu Letzteren gehören auch viele tribals aus den Stämmen der Ureinwohner.

Gewaltlosigkeit

Nach Gandhi ist sie die höchste Tugend des Mutigen

Mahatma Gandhis Philosophie wurde weltweit zum Vorbild für Befreiungs- und Bürgerrechtsbewegungen. Er schrieb: „Ich rechtfertige vollständige Gewaltlosigkeit und halte sie für eine mögliche Form des Verhältnisses zwischen Mensch und Nation; aber sie ist kein 'Resignieren' vor einem wirklichen Kampf gegen das Schlechte ... Gewaltlosigkeit ist keine Deckung für Feigheit, sie ist die höchste Tugend der Mutigen ... Aber ich glaube, dass die Gewaltlosigkeit der Gewalt unendlich überlegen ist, Verzeihen weit mannhafter als Strafe.“ Mit dieser Philosophie besiegte Gandhi die britischen Kolonialherren, die erbittert dreinschlugen und, der Unmenschlichkeit angeklagt, abziehen mussten, weil sie um ihren Ruf als Demokraten fürchteten. Gandhi wurde 1948 mit 79 Jahren von einem hinduistischen Fanatiker erschossen.

Traumstrände

Andamanen: Unzerstörte Natur im Golf von Bengalen

Sporttauchen an Korallenriffen, Schnorchelexkursionen zu silberweißen Palmenstränden, Hochseefischen, Trekking oder pure Badelust - das alles bieten die waldgrünen Inseln der Andamanen, die von der Tsunami-Katastrophe 2004 weit weniger geschädigt wurden als die südlich anschließenden Nikobaren. Erreichbar sind die Inseln in zwei Flug- oder 60 Bootsstunden von Chennai oder Kolkata. A & N Islands Tours and Travel (www.andamanislands.com) | India Tourism (www.incredibleindia.com)

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Eine staubige Piste voller Schlaglöcher diente als Landebahn, als Michael Neumann-Adrian 1966 das Dorf Khajuraho besuchte. Gemeinsam mit Ehefrau Edda veröffentlichte er viele Bücher zu Indien. Der Journalist Gabriel A. Neumann studierte Hindi und die Geschichte des Subkontinents und schreibt heute gemeinsam mit seinen Eltern über Südasien.

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Quelle: www.marcopolo.de

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