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Reiseführer Indien:Praktische Hinweise

Urlaub von Anfang bis Ende: die wichtigsten Adressen und Informationen für Ihre Indienreise

Anreise

Flugzeug

Direktflüge von Europa landen in Mumbai oder Delhi (7,5 Std.). Gelegentlich fliegen Chartermaschinen auch Goa im Süden an. Günstige Angebote liegen zwischen 500 und 600 Euro in der Hochsaison im Winter. Ein Linienflug mit der Möglichkeit des Umbuchens ist normalerweise um einige hundert Euro teurer. Vergessen Sie nicht 72 Stunden vor dem Rückflug die reconfirmation Ihres Tickets!

Auskunft

Indisches Fremdenverkehrsamt

Baseler Str. 48 | 60329 Frankfurt | Tel. 069 2429490 | www.india-tourism.de

Bahn

Sehr nützlich ist das Heft "Trains at a Glance" (an Zeitungskiosken am Bahnhof). Es gibt verschiedene Schalter für die 1., 2. und 3. Zugklasse, meist auch extra einen für Touristen sowie speziell für Frauen (Ladies Ticket Office). Viele Informationen finden Sie auf der Website der indischen Bahn (www.indianrail.gov.in), Nicht-Indern werden Onlinebuchungen leider erschwert. Auch wenn angeblich alles ausgebucht ist, kann fragen nicht schaden: Vielleicht ist noch ein Platz der VIP-Quote zu haben oder einer der Touristenquote (am Touristenschalter, wenn vorhanden). Reservieren ist sehr wichtig und für viele Fernzüge obligatorisch. Der Indrail Pass erleichtert die Reservierungen, bietet aber preislich meist keinen großen Vorteil. Er ist in US-Dollar zu bezahlen und kann auch in Europa gekauft werden (Auskunft bei Reisebüros).

Banken & Kreditkarten

Die Rupie ist zur begrenzt konvertierbaren Währung geworden, darf aber weder ein- noch ausgeführt werden. Daher sind Devisen unerlässlich. US-Dollar und Euro werden oft bevorzugt. Beträge im Wert von mehr als 10000 Dollar müssen bei der Einreise deklariert werden (wegen Rücktausch). Nehmen Sie genug Geld oder Kreditkarten (Visa, American Express) mit. Geldautomaten (ATM) sind in den Städten üblich, in der Provinz noch nicht überall. Die Andhra-Bank oder die Bank of Baroda wechseln Geld per Kreditkarte. Die State Bank of India ist eine verlässliche, kommissionsfreie Adresse. Wechseln in großen Hotels geht schneller als in Banken. Akzeptieren Sie keine angerissenen Scheine.

Busse

Mal reist man effizient, mal wird es nervig bis gefährlich: Überlandbusse von staatlichen und privaten Anbietern. "Super Deluxe Video Coach" bedeutet oft Hindi-Pop-Beschallung auf der Fahrt.

Diplomatische Vertretungen

Indische Botschaft in Deutschland, Konsularabteilung

Tiergartenstr. 17 | 10785 Berlin | Tel. 004930 25795611 | www.indischebotschaft.de

Indische Botschaft in Österreich

Kärntnerring 2 | A-1010 Wien | Tel. 00431 5058666

Indische Botschaft in der Schweiz

Kirchenfeldstr. 28 | CH-3005 Bern | Tel. 00413 13511110

Deutsche Botschaft in Indien

P.O. Box 613 | No. 6/50G Shantipath | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 44199199 | www.new-delhi.diplo.de

Österreichische Botschaft in Indien

Chandragupta Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 24192700

Schweizer Botschaft in Indien

Nyaya Marg | Chanakyapuri | New Delhi 110021 | Tel. 009111 49959500

Ein- & Ausreise

Ein Touristenvisum ist für eine Indienreise unerlässlich. Es gilt maximal ein Jahr. Visa-Anträge können - je nach Wohnort - bei Büros in Berlin, München, Hamburg und Frankfurt/Main gestellt werden. Die Adressen und die Zuständigkeit der Büros sind auf www.indischebotschaft.de angegeben (darüber gelangen Sie auch zum Visaformular). Dem Antrag müssen der mindestens noch ein Jahr gültige Reisepass und ein biometrisches Passfoto beiliegen.

Eintrittspreise

Eintrittspreise für Museen und archäologische Stätten sind für ausländische Besucher den internationalen - d. h. für Inder unbezahlbaren - Standards angeglichen worden. Sie werden an den Monumenten in Dollar erhoben und betragen meist zwischen ca. 1 bis 6 Euro, in Ausnahmefällen (Taj Mahal!) auch deutlich mehr. In diesem Band werden nur Eintrittspreise genannt, die mehr als ca. 3 Euro betragen.

Gesundheit

In den ersten Tagen ist Vorsicht angebracht: Essen und Trinken nur in guten, sauberen Restaurants (gekochte Speisen, Tee und abgefüllte Markengetränke), Mineralwasser nur aus originalverschlossenen Flaschen. Putzen Sie auch Ihre Zähne mit Mineralwasser, und lassen Sie das sogenannte gefilterte Wasser der Hotels und Restaurants lieber ungenutzt. Trinken Sie viel, mehr als Sie Durst haben! Der Wasserverlust muss in heißer Umgebung ersetzt werden. Gegen den Mineralverlust ist salzige Nahrung zu empfehlen. Gründliche persönliche Hygiene (Händewaschen) ist wichtig. Nach ca. zehn Tagen können Sie etwas großzügiger sein, dann sind auch geschältes Obst und Gemüse verträglich.

Empfohlen werden Impfungen gegen Hepatitis A und B, Typhus, ggf. gegen Cholera und gegen die asiatische Hirnhautentzündung (Japanenzephalitis). Impfschutz gegen Polio und Tetanus sollte ebenfalls bestehen. Vorbeugung gegen Malaria ist dringend anzuraten, wenn Sie in heiße und feuchte Gebiete reisen. Da reichen Moskitonetz und insektenabweisende Einreibung (Repellent) nicht aus.

Gute Kopfbedeckungen gegen Sonnenbrand und Sonnenstich sind sehr wichtig. Nehmen Sie Verbandszeug, Mittel zur Desinfektion kleiner Wunden, gegen Insektenstiche und Sonnenbrand mit und einfache Schmerz- und Erkältungsmittel sowie Mittel gegen Magen-Darm-Störungen. Auch eine steril verpackte Einwegspritze sollte man mitnehmen. Die besseren Hotels nennen Arzt-Adressen, auch wenn man nicht dort wohnt. Es gibt in Indien gute Ärzte, meist mit englischen Sprachkenntnissen. Privatkliniken sind oft besser ausgerüstet als öffentliche Krankenhäuser. Eine Auslandskrankenversicherung ist ein Muss für jeden Reisenden in Indien!

Hotels & Unterkünfte

Zu den Hotelpreisen kommen je nach Bundesstaat unterschiedlich hohe Steuern. Ungezählte Maharajas haben ihre Schlösser und Forts in Hotels verwandelt, und etliche verbinden internationalen Komfort mit dem Ambiente von Tausendundeiner Nacht. Diese Heritage-Hotels sind jedoch keineswegs alle Luxushotels, manche sind deutlich einfacher ausgestattet und preisgünstig. Das Angebot an modernen Mittelklassehotels wächst, z. B. mit den Trident-Hotels der Oberoi-Gruppe und im Süden mit den cgh Earth-Hotels (früher Casino). Billighotels, in denen man für umgerechnet wenige Euro ein Zimmer oder einen Platz im dormitory (Schlafsaal) bekommt, sollte man vorm Buchen in Augenschein nehmen. Empfehlenswerter sind oft die Privatquartiere für paying guests (vor allem in Rajasthan, Vermittlung in den Tourist Offices).

Inlandflüge

Neben Indian Airlines fliegen private Linien wie Jet-Airways und Kingfisher Airline den Betrieb auf innerindischen Strecken. Fluggerät wie in Europa. Buchen Sie am besten Tage vorher, und achten Sie auf die reconfirmation vor Rückflügen. Es werden "Discover India Ticket" für 21 oder "India Wonderfares" für 7 Tage angeboten. Verspätungen sind viel seltener geworden.

Internet

www.tourism.gov.in: Website der Zentralregierung mit Links zu den Tourismusdirektionen

www.tourism-of-india.com, www.indianvisit.com, www.indianetzone.com: Infos zu Hotels, Sehenswertes, Kultur, Flüge

www.info4india.com: Reiseagenturen

www.theluxurytrains.com: Indiens Luxuszüge

Internetcafés & Wlan

Internet- und Cybercenter gibt es zahlreiche. Sie sind sehr preiswert, aber die Rechner oft langsam, die Kabinen winzig und Stromausfälle häufig. Alternative: große Hotels oder Reiseagenturen. WLAN - in Indien heißt es Wi-Fi - gibt es noch immer nur vereinzelt. Manche Flughäfen und Bahnhöfe bieten kostenfreie Hotspots, oft wird ein Mobiltelefon zur Registrierung benötigt. In den großen und größeren Hotels ist die Nutzung sehr teuer (ca. 5 Euro pro halbe Stunde). In den Internetcafés wird WLAN selten angeboten und ist dann oft sehr unzuverlässig.

Kleidung

Bestens ausgerüstet sind Sie mit leichter, nicht zu eng geschnittener Kleidung aus Baumwolle oder aus modernen Kunststofffasern. Wegen der Klimaanlagen und in kühleren Regionen (in den Wintermonaten) brauchen Sie zudem Pullover.

Klima & Reisezeit

Nur Südindien hat tropisches Klima, Nordindien liegt im subtropischen Bereich, der Himalaya hat alpines Klima, wie bei uns zu Hause - nur heißer im Sommer und schneereicher im Winter. Im Westen (Rajasthan) ist es schon im April mittags glühend heiß, doch nachts sehr kalt. Der Monsun beginnt im Juni mit heftigem Regen in Südindien, rückt Woche um Woche langsam nach Norden. Im Oktober wird es trocken und kühler, und im Himalaya setzt frostiger Winter ein. Auf dem Subkontinent ist von Oktober bis März die beste Reisezeit.

Mietwagen

Es ist üblich, Mietwagen mit Fahrern zu nehmen, weil der Verkehr fast jeden Touristen überfordert. Verlässliche indische Agenturen bieten gute Leistung zu sehr günstigen Preisen, auf dem Lande bereits ab etwa 15 Euro, in den Großstädten mit Verhandlungsgeschick ab etwa 50 Euro pro Tag und 200 km, alles inklusive. Vergewissern Sie sich, dass Ihr Fahrer Englisch spricht, und lassen Sie sich eine Agentur empfehlen!

Öffnungszeiten

Tempel, Museen, Geschäfte und Büros werden zwischen 8 und 10 Uhr geöffnet. Die Mittagsruhe dauert zwischen 12 und 13 Uhr bis 16 oder 17 Uhr. Museen, die nachmittags öffnen, können Sie schon ab 13 oder 14 Uhr und bis 16 oder 17 Uhr besuchen. Tempel haben meist bis Sonnenuntergang, Läden oft bis 20 Uhr oder länger offen. Einige Restaurants öffnen gegen Mittag und schließen nachmittags für einige Stunden. Viele sind aber von morgens bis in die Nacht für ihre Gäste geöffnet.

Post

Öffnungszeiten: Mo-Fr 10-17, Sa 10-13 Uhr, Hauptpostämter oft rund um die Uhr. Post nach Europa ist ca. eine Woche (von Großstädten) bis einige Monate unterwegs.

Sicherheit

Touristen werden in Indien nur selten Opfer von kriminellen Angriffen. Trotzdem sollte man vorsichtig sein. Gegen Diebstahl schützt man sein Geld am besten in einem Geldgürtel, der unter der Kleidung nicht sichtbar ist und den man auch bei Nachtfahrten in der Bahn und ähnlichen unkontrollierbaren Situationen nicht ablegt. Es ist auch besser, nicht zu zeigen, was man bei sich trägt an kostbaren Dingen, z. B. Geldscheinbündel, teure elektronische Geräte oder Schmuck und Markenkleidung. Bescheidenes Auftreten ist immer angebracht. In guten Hotels ist der Hotelsafe der richtige Aufbewahrungsort. Zu den Wertsachen gehören außer Geld der Pass mit Visum und Reiseschecks. Am besten Fotokopie machen. Absolute Vorsicht ist angezeigt, wenn zweifelhafte Angebote zum Drogenkonsum, Kauf oder Transport gemacht werden. Die Kontrollen sind genau, die Strafen drakonisch (mindestes mehrjährige Haft). Es kann gefährlich sein, unterwegs in der Eisenbahn von Fremden Essen oder Trinken anzunehmen - die Behörden warnen vor Betäubungsmitteln, nach dem Tiefschlaf fehlen dem Opfer dann Gepäck und Wertsachen.

Taxi

Normal ist neben dem Pkw-Taxi die dreirädrige Autorikscha, auch Threewheeler genannt. Wenn kein Taxameter läuft, sollten Sie den Preis vor Fahrtbeginn aushandeln.

Telefon & Handy

Telefonieren, auch ins Ausland, können Sie am besten von den privaten Telefonagenturen aus, die es in Städten und größeren Dörfern gibt (PCO-STD-ISD). Telefonnummern ändern sich wegen des größer werdenden Netzes ständig. Vorwahl von Indien nach Deutschland: 0049, nach Österreich 0043, Schweiz 0041. Vorwahl von Deutschland nach Indien: 0091. Europäische Handys funktionieren auch in Indien und können preisgünstig mit der Prepaid-Karte eines indischen Netzbetreibers ausgestattet werden - für ca. 3 Euro. Günstig sind SMS. Hohe Kosten kann die Abfrage der Mailbox verursachen: noch zu Hause abschalten!

Trinkgeld

Viele Angestellte sind auf Trinkgelder angewiesen: für einfache Dienste ist ein tip von umgerechnet 50 Cent in Indien üblich.

Zeit

Im Winter ist es 4,5 Stunden später als in Deutschland, während der Sommerzeit sind es nur 3,5 Stunden.

Zoll

Bei der Einreise sind alle persönlichen Gegenstände zollfrei, für Personen über 17 Jahre außerdem 200 Zigaretten (oder 250 g Tabak), eine angemessene Menge Parfüm und 2 l Alkohol über 22 Prozent. Waren bis zum Wert von 250 Euro dürfen eingeführt werden. Die Ausfuhr von Gegenständen, die älter als 100 Jahre sind, ist nicht erlaubt! Nach Deutschland dürfen Sie als volljähriger Flugreisender Folgendes einführen: Waren im Wert von 430 Euro, 200 Zigaretten und 1 l Spirituosen.

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Eine staubige Piste voller Schlaglöcher diente als Landebahn, als Michael Neumann-Adrian 1966 das Dorf Khajuraho besuchte. Gemeinsam mit Ehefrau Edda veröffentlichte er viele Bücher zu Indien. Der Journalist Gabriel A. Neumann studierte Hindi und die Geschichte des Subkontinents und schreibt heute gemeinsam mit seinen Eltern über Südasien.

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Quelle: www.marcopolo.de

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