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Reiseführer Indien:Freizeit & Sport

Kein Sport in der Hitzeperiode vor dem Monsun und während der Regenzeit, ansonsten locken Trekking, Wintersport und Reiten

Beliebt in ganz Indien ist Kricket. Menschen, die nicht im Bannkreis der britischen Kultur aufgewachsen sind, werden allerdings die Begeisterung für dieses Ballspiel kaum teilen können. Nationale Meisterschaften werden mit Leidenschaft verfolgt, auch wenn das Spiel nicht vier bis sechs Stunden, sondern drei Tage dauert.

Interessanter für Indien-Urlauber ist da schon der Besuch eines Poloturniers. Im Gegensatz zum Kricket, das von England nach Indien kam, wurde Polo als hockeyähnliches Reiterspiel in Indien und Persien erfunden und gelangte von dort nach Europa. Ein Sport der wohlhabenden Schichten, denn man braucht besonders gute, leistungsstarke Pferde dazu. Das Spiel besteht aus sechs Abschnitten mit je sieben Minuten Dauer, ist höchst spannend und hat ästhetisch schöne Augenblicke. Spiele finden vor allem in Delhi und Jodphur statt.

Insgesamt werden auf dem Subkontinent immer mehr im Westen verbreitete Sportarten üblich, wie etwa Gleitschirmfliegen. Im Himalaya, in den Western Ghats und im Nilgir-Gebirge im Süden des Landes gibt es dafür geeignete Gelände.

Kamelreiten

Spezielles Vergnügen in der Wüste Thar. Angeboten werden mehrtägige Ausflüge mit Besuch von Wüstendörfern, Übernachtungen im Zelt, Verpflegung und Lagerfeuer. Gegen die brennende Sonne tagsüber sind eine Kopfbedeckung und ein Hemd, das Schultern und Oberarme schützt, sowie Sonnencreme unerlässlich. Von September bis April sollten Sie wegen der sehr kalten Nächte Wintersachen und Decken mitnehmen. Ausgangsorte: Jaisalmer (Aravali Safari | nahe Patwonki Gali | Tel. 02992 252632 | und Bikaner (Rajasthan Safaris and Treks | Tel. über Tourist Reception Center 0151 2544125, zudem Jeeptouren in die Wüste). Auch die staatlichen Tourist Offices vermitteln Kamelritte.

Rafting

Bei diesen aufregenden Schlauchbootpartien auf den wilden Bergflüssen in den Tälern des Himalaya werden Sie bestimmt pudelnass! Gute Raftinganbieter halten Schwimmwesten und Helme für die Teilnehmer bereit. Über die oft hohen Schwierigkeitsgrade wissen die lokalen Anbieter am besten Bescheid.

Zu empfehlen ist das Rafting auf dem jungen Ganges in Rishikesh (Himalayan River Runners | März-Mai und Sept.-Okt. | www.hrrindia.com). In Sikkim wird Rafting auf den Gebirgsflüssen Teesta und Ranjit angeboten. Anfänger probieren die landschaftlich schöne Strecke bei Pemayantse (2 Std.). Auskunft in Gangtok | Sikkim Tourism Development Corporation. M. G. Marg | Gangtok-737101 | Tel. 03592 223425 | www.sikkiminfo.net.

Reitersafaris

Reiter können vor allem in Rajasthan auf Safari gehen, zum Beispiel in Nawalgarh in der Region Shekawati, angeboten vom Roop Nivas Palace (Tel. 015954 24152). Auch das Rohet Garh Heritage Hotel (Tel. 02936 268231 | www.rohetgarh.com), 50 km südlich von Jodhpur, bietet Reitersafaris an.

Trekking

Besonders in den Himalaya-Staaten Himachal Pradesh, Uttaranchal, West Bengal Himalayas und Sikkim wird das organisierte Trekking und Wandern immer populärer. Beste Zeit ist im Herbst, doch auch April/Mai wird empfohlen. In großen Höhen ist unbedingt eine Eingewöhnungszeit nötig! Meist fehlt die Infrastruktur für Trekking auf eigene Faust (z. B. Wegweiser), daher wird vom Wandern ohne Guide sehr abgeraten. Man kann in den Dörfern am Startpunkt des Treks Träger für das Gepäck (Porter) anheuern, die auch Zelte aufstellen und Feuer zum Kochen machen. Auskunft und Rat geben lokale Touristenbüros der zahlreichen Bergorte (hill stations) und folgende Organisationen: Garhwal Mandal Vikas Nigam | Lakshman Jhula Road | Rishikesh | Tel. 01364 2431793; Himalayan Mountaineering Institute (HMI) | Darjeeling, im Gelände des Zoological Park | Tel. 0354 2254087 | www.exploredarjeeling.com/hmidarj.htm; Nainital Mountaineering Club | Tel. 05942 235051.

Wassersport

Gelegenheiten zum Schwimmen gibt es an den zahlreichen Stränden, allerdings sind die Gewässer nicht überall sicher. Besonders an der Ostküste wird bei Puri vor gefährlichen Strömungen gewarnt. Aber auch im Süden, an mehreren Stränden Keralas und Tamil Nadus, treten starke Unterströmungen auf. Beachten Sie also unbedingt die örtlichen Warnungen am Strand.

Tauchen ist besonders beliebt in einigen Buchten in Goa (Vainguinim und Bogmalo) und wegen der unverdorbenen, kristallklaren Gewässer um die Lakkadiven (Bangaram) und Andamanen-Inseln (Havelock Island und Marine National Park). Auskunft für Tauchkurse gibt PADI Europe, Oberwilerstr. 3 | Ch-8442 | Hettlingen | Tel. 0041 523041414 | www.padi.com.

In Kerala, Goa und an einigen anderen Stränden können Sie während der Saison mit örtlichen Fischern aufs Meer hinausfahren.

Wintersport

Die Himalayas auf indischem Staatsgebiet zählen mehr Gipfel über 6750 m, als die Schweiz Viertausender vorweisen kann. Und so gibt es auch einige indische Wintersportgebiete, in denen der alpine Sport Spaß macht. Die beiden bekanntesten Regionen sind das Tal von Gulmarg im Bundesstaat Jammu und Kaschmir sowie Auli im Gebiet von Garhwal in Uttaranchal. In diesen Regionen gibt es - in übersichtlicher Zahl - Gondelbahnen, Sessellifte sowie einige präparierte Pisten. Geübte Skifahrer können Tiefschnee-Abfahrten auf Hängen in unberührter Landschaft und Heli-Skiing erproben. Free Ski Himalaya (MSPI Power Programs GmbH) | Tel. 0041 79 5899270 | www.freeskihimalaya.com

Yoga

Yoga (Anspannung) ist mehr als körperliches Training, es ist ein Weg zur geistigen Konzentration und seelischen Befreiung, letztlich zur völligen Beherrschung des Körpers und der Organe, die dem Willen normalerweise entzogen sind.

Aus der buddhistischen Tradition und anderen altindischen Überlieferungen wird ein achtfacher Heilsweg empfohlen. Dazu zählen fünf praktische Stufen 1. Zügelung (yama), 2. Reinheit (miyama), 3. Körperhaltung (asana), 4. Atemregelung (pranayama), 5. Abwendung der Sinne von den Objekten (pratyahara) und 6. als "königlicher Yoga" Konzentration (dharana), 7. Meditation (dhayana) und 8. Versenkung (samadhi). Wie bei jeder Gesundheits- und Weisheitslehre hängt für den Erfolg des Schülers auf dem Weg zu solchen Zielen viel von der Wahl des richtigen Lehrers ab. Es gilt, sich Zeit zu nehmen und zu suchen.

Viele Ashrams, Yogazentren sowie Hotels in großen und kleineren Städten bieten überall in Indien Kurse an, die einige Tage, Wochen oder gar Monate dauern können. Wer im Yoga eher Training und Kräftigung für den eingerosteten Körper sucht, wird sich vielleicht auf die anspruchsvollen Übungen des Hatha-Yoga einlassen.

Eine besondere Adresse für Yoga und Meditation ist Rishikesh. Dort findet jedes Jahr Anfang Februar eine Internationale Yogawoche mit Kursen unter freiem Himmel statt; viele Hotels vermitteln aber auch das ganze Jahr über Yogaunterricht.

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Eine staubige Piste voller Schlaglöcher diente als Landebahn, als Michael Neumann-Adrian 1966 das Dorf Khajuraho besuchte. Gemeinsam mit Ehefrau Edda veröffentlichte er viele Bücher zu Indien. Der Journalist Gabriel A. Neumann studierte Hindi und die Geschichte des Subkontinents und schreibt heute gemeinsam mit seinen Eltern über Südasien.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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