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Reiseführer Indien:Einkaufen

Billg war einmal: Im Basar, im Juwelierpalast oder im Sari Emporium heißt es, zu genießen, kritisch auszuwählen - und zu feilschen

Es duftet nach Zimt, Nelken und Weihrauch. Kleine Spiegel blitzen, Gold glänzt, bunte Seide schimmert: Die Basare und Juweliergeschäfte sind eine verführerische Augenweide. Vorbei sind die Zeiten, in denen Indien ein Billigland für Kauflustige war. Doch viele Preise sind günstig wegen niedriger Löhne. Zum Geschäft gehört das Feilschen. Der Käufer, der mehr als nur ein Stück erwirbt, hat bessere Chancen. Aber was ist der angemessene Preis? Nie gefeilscht wird in den staatlichen Handelszentren, den Emporien. Ihre Festpreise sind meist höher, als man sie auf dem Markt erzielen kann, aber der Vergleich erleichtert die Orientierung. Bummeln Sie beispielsweise durch Central Cottage Industries in Mumbai und Delhi. Achtung: Alles, was mehr als 100 Jahre alt ist, darf nur mit besonderer Genehmigung der Regierungsbehörden ausgeführt werden - bürokratisch umständlich! Neu in Indien sind die üppigen Mega-Warenhäuser mit einer Unzahl von Läden. Die Mischung aus orientalischem Basar und US-amerikanischen Malls locken auf mehreren Etagen mit westlichen wie indischen Edelmarken, Takeaway-Restaurants und Freizeitangeboten - vom Kino bis zum Fitnessstudio.

Kunsthandwerk

Antiquitätenläden voller Kuriosa reihen sich zu ganzen Straßenzeilen. Handicraft, handgemachtes Kunstgewerbe, können Sie an allen Touristenzielen erwerben: Bronzearbeiten von Götterfiguren, auch aus Kupfer und Messing, vielerlei Keramik, vom kleinen Schälchen bis zum meterhohen, buntbemalten Elefanten. Volkstümliche, bäuerliche Keramik finden Sie auf dem Land. Ein Dorf voller Terrakottawerkstätten ist z. B. Molela bei Jodhpur. Kunsthandwerk mit Silber-Einlegearbeiten (Bidri) kann kostbar sein - ebenso wie meterhohe Sandelholzskulpturen von Göttern in altem Stil. Auch kleine Sandelholzschnitzereien werden geschätzt und sind nicht billig. Leder wird oft von Muslimen verarbeitet (unrein für Hindus!), und zwar aus Büffel- oder Kamelhaut. Lederbeutel sind ein gutes Mitbringsel. Dann gibt es noch die angenehm leichten, lackglänzenden Souvenirs aus Pappmaché: Dosen, Schreibgarnituren und Tabletts.

Miniaturmalerei

Tausende von Malern sind damit beschäftigt, mit feinem und feinstem Pinsel immer neue märchenhafte Götter- und Maharajaszenen auf Papier oder Seide zu bringen - oder auch auf Palmblätter. Achten Sie auf die Gesichter der Figuren: An ihnen erkennen Sie die Feinheit der Malerei. Kunsthandwerker lassen sich in Indien gern bei ihrer Arbeit zusehen, auch Malerschulen kann man besuchen.

Schmuck

Indien fördert aus dem eigenen Boden Rubine, Saphire und Diamanten, importiert auch im großen Stil. In teils mehrstöckigen Verkaufspalästen stellen Juweliere ihren Schmuck aus. Wer auf besonders schöne Stücke feinster Juweliersarbeit aus ist, erkundigt sich in guten Hotels nach vertrauenswürdigen Adressen. Jaipur ist Hauptzentrum.

Seide

Kostbare Leichtgewichte sind die indischen Seiden - ob hauchdünn oder als derbere Rohseide. Mit Gold- und Silberfäden brokatartig gemustert, findet man sie in Varanasi, andere berühmte Seidenzentren sind Mysore und Hyderabad. Aus Baumwoll- oder Seidenstoffen können Sie sich vielerorts auch Oberhemden, Morgenmäntel oder Blusen schneidern lassen - oder die fünfeinhalb Meter lange Seidenbahn eines Saris erwerben. Die Verkäuferinnen zeigen Ihnen gern das Kunststück, wie man sich mit den richtigen Handgriffen die Seide um den Körper drapiert.

Teppiche

Mehr handgeknüpfte Teppiche als im Iran werden in Indien produziert. Feine Seidenteppiche - schön als Wandbehänge! - brauchen mehr als einen Arbeitsmonat. Die Qualität der Wollteppiche wird an der Zahl der Knüpfknoten je Quadratzentimeter gemessen. Bei manchen ist auch Seide beigemischt, das gibt den glänzenden silk touch.

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Eine staubige Piste voller Schlaglöcher diente als Landebahn, als Michael Neumann-Adrian 1966 das Dorf Khajuraho besuchte. Gemeinsam mit Ehefrau Edda veröffentlichte er viele Bücher zu Indien. Der Journalist Gabriel A. Neumann studierte Hindi und die Geschichte des Subkontinents und schreibt heute gemeinsam mit seinen Eltern über Südasien.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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