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Reiseführer Golf von Neapel:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Der Golf von Neapel perfekt im Überblick

Tag 1

Nachdem Sie Neapel erkundet haben, geht es mit der Vorortbahn Cumana Richtung Pozzuoli. Steigen Sie in Agnano aus und besuchen Sie das historische Thermalbad Terme di Agnano . Mit der Cumana geht es weiter bis Pozzuoli. Die Fährüberfahrt auf die idyllische Insel Procida ist eine Kreuzfahrt zu volksnahen Preisen. Hier übernachten Sie im Gioia Apartments mit Blick auf den Golf von Neapel.

Tag 2-3

Nach einem Vormittag am Strand della Lingua unten im Hafen Marina Grande geht es nachmittags mit der Fähre zurück nach Neapel und mit dem Auto weiter nach Portici, wo Sie im Fabric Hostel übernachten. Besichtigen Sie morgens das antike Herculaneum , das deutlich weniger besucht und weitaus besser erhalten ist als Pompeji. Wie dieses wurde es einst vom Lavaschlamm des Vesuvs begraben. Die Höhenstraße von Torre del Greco führt Sie bis auf 1000 m. Holen Sie die Wanderstiefel raus und erklimmen Sie den Kraterrand mit göttlicher Aussicht auf den Golf von Neapel! Von der Autobahn führt die SS 145 dann mit Meerblick Richtung Sorrent. In Vico Equense fahren Sie ab und übernachten in der herrlich gelegenen Villa Ketty .

Tag 4

Über Sorrent geht es auf die SP 7 und vorbei an Zitronen- und Olivenhainen nach Termini. Hier lockt die Punta Campanella mit tollem Blick auf Capri zu einer Wanderung. Eine Stichstraße endet in Marina del Cantone - ein Badeort fast wie aus den 1950er-Jahren. Traumhaft liegt dort die Taverna del Capitano.

Tag 5-6

Aufregend wird es auf der kurvigen Amalfi tana-Küstenstraße, der SS 163. Der ein oder andere Fotostopp ist hier Pflicht! Malerische Ortschaften reihen sich hier aneinander: Positano, Praiano, Amalfi , Atrani - welches ist das schönste Küstenstädtchen? Das beste Eis der Küste gibt es in der Gelateria Porto Salvo in Amalfi , wo Sie in der Residenza Luce auch übernachten. In Vietri sul Mare endet die Costa Divina - hier werden Sie kaum der Versuchung widerstehen können, das ein oder andere schöne Stück der örtlichen Keramikproduktion zu erwerben. Die Nachbarstadt Salerno ist im Aufwind: Bauten aus dem Mittelalter und dem 21. Jh. beeindrucken nebeneinander, die Stadt glänzt durch positive Schlagzeilen zu unterschiedlichen Themen wie Müllorganisation, moderne Architektur und Kulturevents. Steigen Sie hier ab in der Villa Avenia.

Tag 7

Frühmorgens geht es weiter Richtung Cilento. Bestaunen Sie in Paestum die griechischen Tempel und besuchen Sie unbedingt auch das interaktive Museum. Danach lockt eine Pause - und zwar mit dem besten Büffelmozzarella der Käserei Vannulo linker Hand auf der SS 18. Südlich von Agropoli reichen die Olivenhügel bis ans Meer, dazwischen öffnen sich Sandbuchten wie bei Santa Maria di Castellabate . Streifen Sie durch den mehrmals als "hübschesten historischen Ortskern" ausgezeichneten Ortsteil Castellabate oben auf dem Hügel, bevor Sie direkt am Meer übernachten im Hotel Villa Sirio.

Tag 8

Die Fahrt auf der Küstenstraße führt über Acciaroli, Pioppi und Marina di Ascea - ein Küstenort ist schöner als der andere! Machen Sie eine Badepause am goldenen Sandstrand von Ascea und bewundern Sie im Hochsommer dort die ortstypische Strandlilie. Die Wasserqualität hier wird regelmäßig mit der Blauen Flagge ausgezeichnet. Nach so viel Meer übernachten Sie in Pisciotta zur Abwechslung in einem Olivenhain im Hotel Marulivo .

Tag 9

Das Paradies Cilento geht noch weiter: Entdecken Sie die wildromantische Costa degli Infreschi , und zwar am besten doppelt: zu Fuß und mit dem Boot, zu mieten am Hafen in Marina di Camerota: Noleggio Barche Saturno. Danach geht es in Serpentinen hinauf nach Lentiscosa. Kurz vor San Giovanni a Piro lohnt ein Abstecher zum Belvedere Ciolandrea . Schnüren Sie hier noch einmal die Wanderstiefel und erkunden Sie einen der (leider nicht sehr gut ausgeschilderten) Wanderwege, bevor die Tour im schicken Scario stilecht am Meer endet - bei einem Aperitif am Lungomare Marconi in der historischen Bar Mosè.

Goldene Zeiten um Caserta und Capua

8:30

Die Tour startet in der Provinzhauptstadt Caserta (78000 Ew.) rund 20 Autominuten nördlich von Neapel an der A 1 Richtung Rom. Die riesige Schlossanlage der Bourbonen, die Reggia di Caserta, gilt als das "Versailles des Südens". Auf 44000 m2 Grundfläche hatte der italoflämische Baumeister Luigi Vanvitelli 1773 nach über 20-jähriger Bautätigkeit den Traumpalast des neapolitanischen Königs fertiggestellt. Die stattliche Schlossanlage in spätbarocker Pracht zieht jedes Jahr fast eine halbe Million Besucher an und diente schon des Öfteren als Filmkulisse, u.a. für einen der Star-Wars-Streifen von George Lucas. Bemerkenswert ist die Sammlung Terrae Motus mit Werken zeitgenössischer Künstler wie Joseph Beuys, Jannis Kounellis, Gilbert & George u.a. zum schweren Erdbeben von 1980 in Süditalien.

Erleben Sie unbedingt die riesige Parkanlage hinter dem Schloss! Die wohlgeordneten Alleen und die großen Becken mit Wasserkaskaden stehen in starkem Kontrast zu den wildwüchsigen Wäldern und den rauen Bergen im Norden Casertas. Im hinteren Teil des Parks überrascht der hochromantische englische Garten. Die kilometerlangen geteerten Wege machen Lust auf Bewegung: Mieten Sie sich am Parkeingang ein Fahrrad (es gibt auch Kinderräder, Rikschas und Tandems).

13:00

Über die SS 7 erreichen Sie in rund 20 Minuten Santa Maria Capua Vetere , in römischer Zeit eine der wichtigsten Städte ganz Italiens. Im gut erhaltenen Amphitheater, einst das größte außerhalb Roms, gab es eine berühmte Gladiatorenschule.Gleich neben der Arena lassen Sie sich dann zur Mittagspause im ausgezeichneten Biorestaurant Amico Bio Spartacus Arena nieder.

Nach dem Mittagessen geht es weiter Richtung Capua durch die ungemein fruchtbare Ebene des Flusses Volturno vor der eindrucksvollen Kulisse der karstigen Bergkegel des kampanischen Apennins. Dank des milden Klimas und der Vulkanerde von jeher der Gemüsegarten Kampaniens, fasziniert die üppige, satte Vegetation, auch wenn sie an vielen Stellen von beispiellos hässlicher Zersiedelung beeinträchtigt wird. Capua , eine römische Gründung an der Via Appia, war einst Hauptstadt eines langobardischen Fürstentums. Heute erwartet Sie eine lebhafte Kleinstadt mit barocken Fassaden im Ortskern, wo Sie das Museo Campano mit seiner ungewöhnlichen Sammlung vorrömischer Kunst- und Kultgegenstände nicht versäumen dürfen. Und im nordöstlich gelegenen Ortsteil Sant'Angelo in Formis lohnt sich ein Besuch der vorromanischen Benediktinerabtei aufgrund ihrer hervorragend erhaltenen Fresken und der herrlichen Lage auch für Kirchenmuffel.

16:00

Über die SP 4 und die SS 87 geht es weiter nach San Leucio , einst eine hochberühmte königliche Seidenmanufaktur mit der frühindustriellen Arbeiterreihensiedlung Quartiere San Carlo. Besichtigen Sie die restaurierten königlichen Anlagen, den Complesso Monumentale Belvedere San Leucio, mit einem Industriemuseum zur Seidenherstellung, einem Barockgarten und einem tollen Panorama über die Ebene Casertas. Traditionelle Seidentücher und -produkte gibt es im angeschlossenen Geschäft Piazza della Seta.

Zurück auf der SS 87, fahren Sie Richtung Caserta weiter, biegen gleich links ab auf die Via dei Giardini Reali/Via Gennaro Papa und erreichen das erhöht gelegene Caserta Vecchia , einen gut erhaltenen mittelalterlichen Weiler. Hier haben Sie einen wunderbaren Blick auf die Ebene, den Vesuv und den Dunst oder die Lichter Neapels. Mit seinen einladenden Trattorien, Cafés und Läden mit Kunsthandwerk ist Caserta Vecchia ein belebtes und beliebtes Ausflugsziel, vor allem an den Wochenenden. Am östlichen Ortsrand genießen Sie zum Abschluss der Tour sorgfältige Lokalküche im von Slow Food empfohlenen Gli Scacchi.

Durch den Karst des Cilento

Tag 1

Sie starten im über die A 2 gut zu erreichenden Polla gleich mit einer landschaftlich schönen Bergstrecke nach Sant'Angelo a Fasanella . Besuchen Sie dort die beeindruckende frühmittelalterliche Grottenkirche San Michele, die sich aus mehreren Grotten voller Altäre zusammensetzt, mit Bildern und Fresken aus dem 14./15. Jh. Nicht minder eindrucksvoll gerät der anschließende Abstieg in die gut 15 km nordwestlich gelegene Tropfsteinhöhle von Castelcivita . Quartieren Sie sich dann in dem im Grünen gelegenen, hübschen Landhaus Antico Casolare ein und genießen den erstklassigen Hauswein sowie von der Familie produzierten Honig, Marmelade und Olivenöl.

Tag 2

Auf dem Pferderücken geht es am nächsten Morgen den Fluss Calore entlang: Fahren Sie dazu auf der SS 488 nach Castel San Lorenzo zum Pferdeclub VICA . Dieser Ausritt beinhaltet auch ein stimmungsvolles Picknick am Fluss. Anschließend geht es weiter nach Roscigno Vecchia : Spazieren Sie durch dieses verlassene Dorf, das Anfang des 20. Jhs. wegen Erdrutschgefahr geräumt werden musste. Als "Pompeji des 19. Jhs." ist es heute ein pittoreskes Ausflugsziel. In Valle dell'Angelo verbirgt sich eine der kulinarisch interessantesten Adressen im Landesinneren: Die Locanda dell'Angelo mitten im kleinen Ort bietet eine einfache Unterkunft und einen sehr herzlichen Empfang. In der dazugehörigen, von Slow Food hoch gepriesenen Osteria La ­Piazzetta bekommen Sie raffinierte Cilentoküche mit Zutaten aus eigenem Anbau oder von lokalen Bauern.

Tag 3

Über Novi Velia fahren Sie durch dichte Wälder hinauf auf 1500 m und spazieren zum bedeutenden Sanktuarium der Madonna di Novi Velia am heiligen Berg Monte Sacro (auch Monte Gelbison genannt). Die Kirche aus dem 15. Jh. ist eine der wichtigsten traditionellen Glaubensstätten der Bergbauern und Hirten des Cilento. Danach lädt in Massa an der Abzweigung nach Novi Velia La Chioccia d'Oro mit gutem, preiswertem Essen zur Mittagspause ein.

Über Laurito, Rofrano und Sanza schlängeln Sie sich nun nach Padula zur großen Barockanlage der Certosa di San Lorenzo . Deren Mönche haben im 15. Jh. die Trockenlegung der Sumpfebene Vallo di Diano vorangetrieben. Einen phantastischen Blick auf diese fruchtbare Agrarlandschaft genießen Sie von der reizvollen Kleinstadt Teggiano aus - mit Kastell, zahlreichen Kirchen und stattlichen Gebäuden aus dem Mittelalter. Gönnen Sie sich als krönenden Abschluss der Tour hier eine Übernachtung im edlen Hotel Antichi Feudi! Die heutigen Besitzer haben dem alten Adelspalast neues Leben eingehaucht.

Aussichtsreich auf Capris höchsten Gipfel

9:00

Fahren Sie von Marina Grande mit der Standseilbahn in den Ort Capri hinauf. Am Ende der Via Roma nehmen Sie den Fußweg links von der Krankenhausauffahrt (Via Torina). Bis ins späte 19. Jh. war dies neben einem anderen Pfad die einzige Verbindung zwischen Capri und Anacapri. Es geht stetig bergauf, ab dem Ortsrand ist der Weg unregelmäßig rot markiert. Achten Sie nach etwa zehn Minuten auf eine Abzweigung nach rechts: Sie führt zu einem Felsvorsprung mit Olivenbaum und einem ersten entzückenden Aussichtspunkt .

9:45

Weiter geht es durch einen Wald mit Steineichen. Wenn Sie die hohen Felsstufen erreicht haben, werden Sie mit einem ersten Ausblick über die Insel aufs Meer belohnt. In weniger als einer halben Stunde stehen Sie auf einer Hochebene bei der Einsiedelei Santa Maria a Cetrella auf 495 m Höhe. Dieses Naturparadies ist eine ideale Stelle für eine Picknickpause. Die höchste Bergspitze der Insel, der 589 m hohe Monte Solaro , ist dann bald erreicht. Dort befindet sich die Bergstation des Sessellifts, der Sie bequem hinunter ins Zentrum von Anacapri führt. Über die touristische Via Capodimonte mit ihren Souvenirgeschäften gelangen Sie zur Villa San Michele , von der Sie noch einmal eine tolle Aussicht genießen.

12:30

Zurück an Anacapris Piazza Vittoria, nehmen Sie den Bus nach Capri. An der Endstation steigen Sie aus und werfen einen Blick auf die Piazzetta , wo sich im Sommer der internationale Jetset trifft. Rechts des Campanile zwischen den beiden Bars nehmen Sie die Treppenstraße Via Acquaviva und gehen hinunter nach Marina Grande. Dort im Strandbad Lo Smeraldo belohnen Sie sich mit einem Mittagessen direkt am Meer, können ausgiebig (sonnen)baden und haben später den besten Blick, wenn die sprichwörtliche rote Sonne im Meer versinkt.

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Peter Amann bereist Italien schon sein halbes Leben. Egal, ob er Besucher durch den Süden führt, fotografiert oder für Reiseführer recherchiert - er begibt sich mit ungebrochener Neugier auf Streifzüge ins chaotische Neapel, in die Amalfitana oder zu den Slow-Food-Genüssen im Cilento. Dort hat er Wurzeln geschlagen und legt bei Paestum mit seiner Lebensgefährtin einen Landschaftsgarten an.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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