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Reiseführer Gardasee:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Der Gardasee ­perfekt im ­Überblick

Tag 1

Am Nordufer zeigt sich der See noch recht alpin, fjordartig umrahmen die bis zu 2000 m hohen Berge den See. Deshalb geht es sportlich zu in Riva del Garda und Torbole : Hier können Sie klettern, biken, wandern, surfen oder segeln. Dann steht Malcesine auf dem Plan, das sich eng ans Ufer schmiegt. Überragt wird der Ort von der imposanten Burg, an deren Eingang die Gelateria Cento per Cento köstliches Eis verkauft.

Tag 2

Am nächsten Tag bietet sich eine Fahrt mit dem Schiff entlang des Ostufers an. Aussteigen sollten Sie in Garda . Auf der langen Promenade ist Bummeln angesagt.

Tag 3

Weiter geht es nun wieder mit dem Bus (Linie 62) nach Bardolino . Das Dorf ist umgeben von sanften Weinbergen - wunderbar zum Spazierengehen. In der autofreien, mittelalterlichen Altstadt von Lazise laden abends nette Bars zu einem Aperitif ein. Zuvor lockt jedoch in Colà die Villa dei Cedri mit dem Parco Termale del Garda . Der warme Thermalsee liegt in einem wunderbaren Park mit altem Baumbestand. Mit dem Bus geht es dann zurück nach Lazise.

Tag 4

Über Peschiera del Garda , wo Festungsmauern von der einst strategischen Position zeugen, steuern Sie tags darauf per Schiff Sirmione an. Die einzigartige Lage an der Spitze einer Halbinsel verlangt geradezu danach, den Ort vom Wasser her zu entdecken. Zu Fuß gelangen Sie von der Anlegestelle schnell zu den Grotte di Catullo, den wichtigsten römischen Ausgrabungen am See, und zu schönen Badestellen. Wenn Sie in Sirmione übernachten, erleben Sie den Ort ruhiger und ohne die vielen Tagesausflügler. Falls Sie es eher quirlig mögen, fahren Sie jetzt (anderenfalls am nächsten Morgen) noch ein paar Kilometer weiter nach Desenzano : Die größte Stadt am See bietet ausgelassenes Nightlife und am nächsten Vormittag jede Menge Möglichkeiten zum Shoppen.

Tag 5

Das elegante Salò , das vor allem von italienischen Urlaubern bevorzugt wird, liegt in einer schmalen Bucht am Südwestufer. Hinter der längsten Uferpromenade des Sees erstreckt sich die Altstadt mit einer schmalen Fußgängerzone und vielen kleinen Boutiquen.

Tag 6

Der ehemalige Nobelurlaubsort der Belle Époque, Gardone Riviera , zog gegen Ende des 19. Jhs. das wohlhabende Bürgertum an und ist auch heute noch die exklusivste Ecke des Sees. Unbedingt besuchen sollten Sie hier das berühmte Vittoriale degli Italiani, das prunkvolle Vermächtnis des exzentrischen Nationaldichters Gabriele D'Annunzio. Moderne Kunst und alte Bäume lassen sich im Giardino Botanico André Heller bewundern. Zum Übernachten fahren Sie am besten in den preiswerteren Doppelort Toscolano-Maderno , der sich auf dem Schwemmdelta des Wildbachs Toscolano ausbreitet. Die Gemeinde war lange Zeit für ihre Papierherstellung bekannt - Spaziergänger können im Tal dieses Bachs, der Valle delle Cartiere, die Ruinen der Papiermühlen bestaunen.

Tag 7

Verträumt liegt das wohlhabende Gargnano mit seinen engen Gassen und bunten Häusern direkt am See. Hier ist der Touristenboom vorbeigerauscht - und wenn Sie genau das schätzen, dann gesellen Sie sich am nächsten Vormittag zu den anderen Gästen, die entspannt in den wenigen Cafés am Ufer sitzen. Zu Füßen eines steilen Berghangs liegt das charmante Limone sul Garda terrassenförmig an den See gebaut. Seine Häuser sind eng verschachtelt, die verwinkelten Gässchen der malerischen Altstadt voller Geschäfte. Und weil der pittoreske Ort sich am besten vom Wasser aus bewundern lässt, legen Sie das letzte Stück der Seeumrundung bis nach Riva del Garda noch einmal mit der Fähre zurück.

Gipfelglück auf dem ­Monte Baldo

09:00

Schon die Auffahrt von der Talstation in Malcesine ist ein Genuss. Von den sich drehenden Panoramagondeln sieht man wunderbar auf den See. Versuchen Sie aber, vor allem im Hochsommer, möglichst früh an der Talstation zu sein, um lange Wartezeiten zu vermeiden. Oben angekommen, heißt es erst einmal tief Luft holen und von der Terrasse der Bergstation Seilbahn Monte Baldo die grandiose Fernsicht genießen: Richtung Norden grüßen die wilden Gipfel der Brentadolomiten und die ewig schneebedeckten Kuppen von Adamello und Presanella; gen Süden ziehen sich endlose Bergkämme dahin und tief unten ruht der See. Sie wären nicht der Erste, der sich erst mal einen Cappuccino bestellt und den Tag ganz in Ruhe angehen lässt. Und genießt!

Der etwa 30 km lange Bergrücken hat keinen wirklichen Gipfel, aber mehrere hohe Spitzen wie den Monte Altissimo di Nago (2079 m), die Cima delle Pozzette (2132 m), die Cima Valdritta (2218 m) und die Punta Telegrafo (2200 m). Die Cima delle Pozzette ist der erste Gipfel, den Sie ab der Bergstation erreichen. Zwar ist der Weg über den Kamm dorthin nicht wirklich schwierig, aber doch anspruchsvoll genug, um Sandalenwanderern ernsthafte Probleme zu bereiten.

Zunächst gehen Sie an der Bergstation leicht bergab nach rechts, also nach Süden, vorbei am urigen Gasthaus Baita dei Forti und folgen für die gesamte Wegstrecke dem rot-weiß-rot markierten Weg 651 hinab in die Senke Bocca di Tratto Spino (1720 m). Noch ist der Weg breit und gemächlich, doch schon der Gegenaufstieg Richtung Punta Telegrafo erfolgt über einen schmalen Pfad, der zwischen Felsbrocken hindurchführt. Mit etwas Glück können Sie hier Murmeltiere sehen. Der Weg ist mal felsig, dann führt er wieder über Wiesen oder an Büschen entlang. Bleiben Sie ab und zu stehen und genießen Sie die Aussicht! Auch lohnt es sich, bei diesen Stopps die Flora genauer zu betrachten. Der Gebirgsstock ist in der letzten Eiszeit eisfrei geblieben, sodass hier eine überwältigende Pflanzenfülle gedeiht. Vor allem im Mai und Juni blühen auf den Wiesen Pfingstrosen, Feuerlilien und Holunderknabenkraut.

10:30

Nach etwa einer halben Stunde erreichen Sie die Bergstation Sessellift Pra Alpesina , der den Monte Baldo mit Avio verbindet. Auf das Lifthäuschen hat jemand in roten Lettern "Bel Vedere" gesprüht - der Blick ist in der Tat einfach umwerfend! Nun geht es relativ eben über den grasbewachsenen Felsgrat, über weitläufige Wiesen und durch Latschengewächse hindurch. Vor sich sehen Sie bereits die schroffen Felsen der Cima delle Pozzette . Wiesen und Steinwege wechseln sich ab. Nach gut einer Stunde Wanderung liegt wenige Meter rechts vom Weg eine Wiese, auf der unzählige Steinmännchen stehen. Das ist der ideale Ort für eine ausgedehnte Pause und um selbst ein Steinmandl zu bauen. Links unten liegen das Etschtal und Rovereto, rechts Malcesine und der See.

13:00

Der Weg steigt nun stetig weiter an. Jetzt ist Ihre Trittsicherheit gefordert, denn mal geht es durch Büsche hindurch, mal über größere Felsbrocken, aber meistens über kleine Geröllsteine. Sie gewinnen schnell an Höhe und gelangen zu einem zerklüfteten Grat und dann zu einem Sattel. Nach zwei bis zweieinhalb Stunden haben Sie das Ziel erreicht: die Cima delle Pozzette . Kurios ist das Gipfelkreuz: Ein rostiges Stuhlgestell bildet die Halterung für ein Kreuz aus dickeren Ästen, ein paar Steine dienen als Befestigung und Plastikblumen als Schmuck. Der Blick hinab auf den 2000 m unter Ihnen liegenden See ist atemraubend. Nun haben Sie sich eine Brotzeit verdient. Beobachten Sie währenddessen das Geröllfeld des Val d'Angual: Dort springen manchmal Gämsen von Stein zu Stein. Zurück zur Bergstation Seilbahn Monte Baldo geht es in gut einer Stunde auf dem gleichen Weg.

Durchs Sarcatal nach Trento und Rovereto

Tag 1

Die Tour beginnt in Torbole . Schon nach wenigen Kilometern erreichen Sie das quirlige Arco , das einen ersten Stopp lohnt. Die hübsche Altstadt schmiegt sich an einen schmalen Steilfelsen, auf dessen Spitze eine Burgruine thront. Aufgrund des milden Klimas wählte der österreichische Kaiser 1872 den Ort als Wintersitz für den kaiserlichen Hof. Prächtige Villen, ausladende Promenaden und der botanische Garten zeugen von dieser Zeit. Heute ist Arco fest in der Hand von Outdoor-Urlaubern. Besuchen Sie das Kaffeemuseum von Omkafè, das Museo del Caffè und trinken Sie dort einen frischen Kaffee!

Weiter geht es nordwärts durch das Sarcatal Richtung Dro. Besonders bekannt ist das Gebiet für seine Pflaumen sowie für den vino santo, einen weißen Süßwein. Ein paar Kurven später haben Sie das wilde Gebiet der Marocche di Dro erreicht. Hier ging vor Urzeiten ein gewaltiger Bergsturz zu Tal, die enormen Brocken liegen wie von Riesenkindern verstreute Bauklötze herum.

Zwischen Dro und Pietramurata liegen auf der linken Seite am Fuß des Monte Brento die bis zu 500 m hohen sogenannten Sonnenplatten, die Placche Zebrate. Hier tummeln sich die Kletterer, die gerne in der Bar Parete Zebrata eine heiße Schokolade trinken und den anderen zuschauen - oder den Basejumpern, die sich kühn vom Monte Brento ins Leere stürzen.

Weiter geht es auf der Hauptstraße nach Sarche , wo Sie sich in dem kleinen, aber feinen Supermarkt an der Kreuzung mit einer Brotzeit eindecken können. Hier finden Sie Köstlichkeiten von eingelegtem Spargel über Himbeermarmelade und Brotwaren bis zu Käse und Salami. Wenn Sie freundlich fragen, machen Ihnen die Angestellten auch gleich ein panino nach Wunsch. Nur einen Katzensprung entfernt ist der nächste Stopp: der Lago di Toblino . Auf einer Insel, die Sie zu Fuß über einen Damm erreichen, liegt das mit seinen markanten Türmen. Ursprünglich eine Burg aus dem 12. Jh., wurde es im 16. Jh. in ein komfortables Wohnschloss umgebaut. Heute gibt es dort ein gutes Restaurant: Ristorante Castel Toblino.

Nach weiteren knapp 20 km erreichen Sie Trento (115000 Ew.). Seit Jahrhunderten ist die schöne Stadt zwischen Dolomiten und Gardasee ein Schmelztiegel italienischer, deutscher und österreichischer Kultur und verbindet italienisches Dolce Vita mit mitteleuropäischer Bodenständigkeit. Lassen Sie sich in den Gassen der romantischen Altstadt einfach treiben und genießen Paläste, Kirchen und die vielen Schaufenster. Ein Wahrzeichen der Stadt ist der barocke Neptunbrunnen von 1768 auf dem Domplatz, einem der schönsten Plätze in Italien. Den besten Blick auf dieses Herz der Stadt haben Sie im Caffè Italia.

Wenn Sie wieder Kraft geschöpft haben, wartet zehn Gehminuten entfernt das Museo delle Scienze MuSe: In Italiens modernstem naturwissenschaftlichem Museum erkunden große und kleine Besucher mit Hilfe von virtuellen Installationen unsere Erde, vom afrikanischen Busch bis zur Gletscherwelt der Alpen. Selbst gewaltige Dinosaurierskelette gibt es zu sehen.

Zentral und günstig wohnen Sie im Hotel Venezia. Fragen Sie nach einem Zimmer mit Domblick! Abends geht es dann ins Ristorante al Vò - viel älter kann eine Gaststätte kaum sein: 1345 öffnete hier die erste Osteria Trentos; heute gibt es dort traditionelle Trentiner Küche. Auskunft: Via Manci 2 | Tel. 0461216000 | www.discovertrento.it

Tag 2

Am nächsten Tag geht es über die SS 12 nach Rovereto (38000 Ew.). Von seiner einst strategisch wichtigen Position zeugt nicht nur das venezianische Kastell oberhalb der belebten Altstadtgässchen, sondern auch die Mischung aus italienischen Palazzi und österreichischer Architektur: Bis 1919 gehörte die Stadt im Etschtal zur K.-u.-k.-Monarchie Österreich und war im Ersten Weltkrieg bitter umkämpfte Frontstadt. Einzelheiten dazu zeigt das kriegsgeschichtliche Museo Storico Italiano della Guerra.

Die Besonderheit Roveretos liegt aber in der Verbindung von Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Das wird deutlich bei einem Besuch im hochmodernen Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, dem Museo di Arte Moderna e Contemporanea di Trento e Rovereto MART. Hier wird hauptsächlich moderne italienische Kunst des 20. und 21. Jhs. gezeigt. Es beherbergt u.a. die wichtigste Sammlung futuristischer Kunst Italiens. Der Museumsbau wurde vom Tessiner Architekten Mario Botta gestaltet, der das Problem eines großen Neubaus in einer eng bebauten Altstadt zu bewältigen hatte. Er platzierte die dreistöckigen Museumsräume um eine mächtige, kreisrunde Agora, über die sich eine Glaskuppel spannt. Dieser zentrale Platz bietet Raum für Veranstaltungen mit bis zu 1200 Besuchern.

Von Rovereto sind es dann nur noch rund 30 Minuten auf der SS 240, bis Sie wieder zurück am See sind. Bevor sich die Straße den Passo San Giovanni (287 m) hinaufschraubt, lohnt ein kurzer Stopp am Lago di Loppio . Das geschützte Feuchtgebiet, das nur nach ergiebigen Niederschlägen noch den Charakter eines Sees hat, ist ein ruhiger Ort - genau richtig, um sich vor dem Ziel in Torbole noch einmal die Beine zu vertreten.

Hoch hinaus nach Tremosine und Tignale

10:00

Sie starten in Limone sul Garda und biegen noch vor Campione von der Gardesana Occidentale rechts ab Richtung Tremosine. Das kurvenreiche Panoramasträßchen SP 38, die Strada della Forra , führt durch die enge Brasaschlucht hinauf nach Pieve. Winston Churchill nannte sie begeistert das "Achte Weltwunder" und Daniel Craig alias James Bond turnte in "Ein Quantum Trost" durch die beeindruckende Kulisse. Wer vom See aus die Häuser von Pieve betrachtet, die am Rand der Hochebene rund 350 m über dem Wasser stehen, fragt sich, wie eine Straße dort hinaufführen kann. In der Tat ist sie ein Meisterwerk der Straßenplanung und ein einmaliges Panoramaerlebnis.

Schon nach gut 2 km können Sie verschnaufen. Parken Sie kurz nachdem die Schlucht ganz eng geworden ist auf der linken Seite beim Ristorante La Forra und erkunden Sie die Umgebung zu Fuß. Falls dann schon der Magen knurrt, kehren Sie doch gleich im Ristorante ein. Die Pasta ist selbst gemacht und das Rinderfilet mit Steinpilzen ein Gedicht.

13:30

Den Kaffee allerdings sollten Sie im nahen Pieve trinken, und zwar auf einer der beiden "Schauderterrassen". Das Hotel Paradiso liegt direkt an der Abbruchkante zum See und an die große Terrasse wurde noch eine vorstehende Plattform angebaut, von der aus Sie etwa 300 m senkrecht zum See hinabblicken. Wenn das Wetter nicht so gut ist, bietet das nahe Ristorante Miralago eine Art frei schwebenden Panoramawintergarten. Anschließend lohnt sich noch ein Spaziergang durch das historische Zentrum von Pieve, in dem viele Häuser aus dem 18. Jh. liebevoll restauriert wurden.

Wer Trüffeln mag, erkundigt sich im Fremdenverkehrsamt nach Luca - manchmal hat er im Herbst ein paar edle Knollen vorrätig. Durch wilde Hügellandschaft und Pinienwälder, über grüne Ebenen und vorbei an Olivenhainen geht es weiter zur Käserei Alpe del Garda in der Gemeinde Polzone. An allen Straßenkreuzungen weisen Schilder den Weg zur Käserei. Im Sommer werden zweimal täglich kostenlose Führungen mit Käseverkostung angeboten. Angeschlossen ist auch ein Restaurant und im fein sortierten Laden gibt es u.a. die eigenen Molkereiprodukte - phantastisch ist der Rohmilchkäse -, aber auch andere lokale Köstlichkeiten wie Salami, Honig und Olivenöl. Kaufen Sie am besten eine kleine Brotzeit für unterwegs ein!

Die Panoramastraße führt weiter Richtung Tignale; weit weg vom Gardaseerummel geht es durch unberührte Berglandschaft und noch vor Gardola links ab zur Wallfahrtskirche Madonna di Montecastello aus dem 17. Jh. Sie klammert sich wie ein Adlerhorst an die steilen, fast 700 m senkrecht abstürzenden Felsen. Nach der Besichtigung lohnt sich noch eine 20 Minuten kurze Wanderung zum Gipfel des Monte Castello : Gehen Sie links an der Kirche vorbei und folgen den Schildern "alla croce" zum Gipfelkreuz. Der Weg bietet immer wieder einmalige Blicke auf den See.

16:15

Wer sich jetzt noch ein bisschen über den Naturpark Alto Garda informieren möchte, besucht zum Abschluss das kleine Museo del Parco Alto Garda Bresciano - Centro Visitatori in Prabione. Es informiert über die Entstehungsgeschichte der Bergwelt am Rand des Gardasees und über das Leben ihrer Bewohner. Der Naturpark ist von starken Gegensätzen gekennzeichnet: Er zieht sich von 65 m am Seeufer bis auf fast 2000 m Höhe hinauf. Kein Wunder, dass sowohl Klima und Vegetation als auch soziale und ökonomische Faktoren innerhalb des Parks stark variieren. Über Oldesio und Piovere geht es dann an den See hinunter und auf der Gardesana Occidentale zurück nach Limone sul Garda .

Mit dem Rad am Ufer des ­Mincio entlang

10:00

Die Tour beginnt in Peschiera del Garda ganz italienisch mit einem Cappuccino und einem knusprigen Brioche (süß oder salzig) im Torta della Nonna. Durch die Altstadt geht es dann Richtung Festungsanlage zum Fluss, wo der Radweg beginnt. Der Mincio ist übrigens der einzige Abfluss des Gardasees und mündet 50 km südlich bei Governolo in den Po. Da er in der Vergangenheit eine natürliche Verteidigungslinie darstellte, war er viele Jahrhunderte von großer strategischer Bedeutung. Wer heute durch die ruhige Landschaft mit Wiesen und Weinfeldern radelt, vermutet kaum, dass hier im 19. Jh. erbitterte Kämpfe im italienischen Befreiungskrieg gegen die Österreicher stattfanden. Burgen, Stadtmauern und Wachtürme entlang der Ufer zeugen noch von diesen Zeiten.

Der gut ausgeschilderte Radweg schlängelt sich unter Schatten spendenden Bäumen durch eine von Auenwäldern geprägte Naturlandschaft. Hier leben unzählige Vogelarten, wachsen über 300 Arten von Wasser- und Uferpflanzen. Auch der Weißstorch wurde hier erfolgreich wieder angesiedelt. Viele Angler schätzen diese unberührte Natur.

11:30

Nach einer knappen Stunde taucht die mächtige Kirche des verschlafen wirkenden Dorfs Monzambano auf. Zeit für einen kleinen Stopp: Über eine Brücke führt der Weg hinauf ins Zentrum. In der Bar Caffè Frapporti können Sie sich stärken. Beeindruckend ist der Blick von den Wachtürmen des Castello di Monzambano über die ruhige Flusslandschaft bis zum Gardasee. Anschließend rollen Sie wieder hinunter zum Radweg.

12:30

Nun dauert es nicht mehr lange, bis Sie die mächtigen Mauern und Türme der 600 m langen, festungsartigen Staumauer Ponte Visconteo di Valeggio sul Mincio und die Türme der prächtigen Burganlage von Valeggio sehen. Besuchen Sie zuerst den alten Ortsteil Borghetto di Valeggio sul Mincio mit dem mittelalterlichen Mühlenviertel. Hier scheint die Zeit stillzustehen - noch heute sind die Holzräder der Wassermühlen zu sehen. Wer jetzt Hunger hat, radelt ins benachbarte Valeggio sul Mincio und kostet die handgefertigten Pastaspezialitäten abseits der Touristenströme in der Trattoria Il Cavallino. Das abschließende dolce hingegen sollten Sie sich im Pastificio Remelli gönnen. Danach geht es dann auf dem gleichen Weg zurück nach Peschiera del Garda .

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Als Barbara Schaefer in München Theaterwissenschaft studierte, lebte sie einige Wintermonate in Gardone und forschte im Vittoriale zu der großen Schauspielerin Eleonora Duse. Bis heute ist für sie der Gardasee mal Zwischenstopp auf dem Weg in den Süden, mal Ziel des Urlaubs. Barbara Schaefer (www.barbara-schaefer.de) lebt in Berlin und schreibt Reportagen und Reisebücher.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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