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Reiseführer England:Freizeit & Sport

Hier braucht niemand ein Handicap, um den Golfschläger zu schwingen. Oder wie wäre es mit Lachseangeln und Wasserski?

Engländer reden jedoch nicht nur über Sport, sie gehen ihm auch selbst nach - sei es beim Fußball, im Fitnessstudio oder bei einer Joggingrunde. Dorfanger werden sonntags zum Kricketfeld, auf dem weiß gekleidete Männer stundenlang begeistert spielen. Auch Rudern steht hoch im Kurs, Tennis und Golf zählen zum Volkssport. Die britische Fremdenverkehrszentrale gibt Anregungen, wie sich auch Touristen sportlich betätigen können: www.visitbritain.de.

Angeln

Die englische Anglervereinigung ist die größte Sportorganisation des Lands. Wer im Meer angeln will, braucht keine Zulassung. Für Flüsse und Seen muss man sich bei der lokalen Behörde, meistens ist es die örtliche Post, eine rod licence besorgen. Eine Tageskarte kostet £ 3,75, eine Wochenkarte £ 10. Für Lachse und Forellen liegen die Preise höher. Besonders beliebt ist das Lachseangeln. Der Fluss Wye an der Grenze zu Wales ist das beste Gebiet dafür. Forellenfischen im Fluss Test, nördlich von Southampton, ist ebenfalls zu empfehlen. Angling Foundation | Tel. 02476 414999 | www.anglingfoundation.co.uk, www.environment-agency.gov.uk

Bootfahren

England verfügt über ein dichtes Netz von Kanälen und Flüssen, das fast vollständig Urlaubern vorbehalten ist. Mieten Sie ein Boot, oder lassen Sie sich von erfahrenen Crews durch die Kanäle schippern. Für Westengland: Drifters Leisure | Tel. 0844 9840322 | www.drifters.co.uk. Clifton Cruisers (Tel. 01788 543570 | www.cliftoncruisers.co.uk) in Rugby bietet Boote für vier bis zehn Personen an. Fahrten in den Norfolk Broads organisiert Blakes Holidays (Tel. 0844 8567060 | www.blakes.co.uk).

Coasteering

Eine Trendsportart, die wie ein Versehen wirkt: eine Mischung aus Klettern, Klippenspringen und Schwimmen. Man klettert im Neoprenanzug mit Helm und Schwimmweste an den Küsten entlang und springt an geeigneten Stellen ins Meer. Ursprünglich in den Achtzigerjahren in Wales entstanden hat sich dieser Zeitvertreib inzwischen auf der ganzen Insel durchgesetzt - vor allem in Cornwall. Man tut allerdings gut daran, diesem Sport nur in organisierten Gruppen nachzugehen, da er nicht ganz ungefährlich ist. Ein zweistündiger Trip kostet ab £ 25. Tel. 01726 869162 | www.britishcoasteeringfederation.co.uk

Golf

England ist ein Paradies für Golfspieler. Golfen ist hier vielerorts ein Massensport und überhaupt nicht versnobt. Die Auswahl an Plätzen ist auf der Insel riesengroß: Der Royal West Norfolk Golf Club (Tel. 01485 210223 | www.rwngc.org) und der Inlandkurs in Woodhall Spa (Tel. 01526 352511 | www.woodhallspagolf.com), Lincolnshire, gehören zu den besten in ganz Ostengland. In Southport bei Liverpool gibt es sechs Plätze, z. B. den Royal Birkdale (Tel. 01704 552020 | www.royalbirkdale.com). Auf öffentlichen Plätzen kostet eine Runde Golf pro Person ab £ 10. www.golf.co.uk

Radfahren

Viele Jahre galt die Insel als nicht besonders fahrradfreundlich. Das hat sich inzwischen geändert. Das National Cycle Network umfasst jetzt rund 20000 km an Fahrradwegen. So kann das Land von Küste zu Küste von West nach Ost auf der Sea to Sea Cycle Route (379 km, blaue Schilder C2C) sicher durchradelt werden. Wer nicht gern über Hügel fährt, wählt lieber die landschaftlich und geschichtlich reizvolle Strecke durch das Themse-Tal (155 km), die von London nach Oxford führt. Eine gute Fahrradstrecke ist auch der Weg zwischen Harwich und Hull (500 km, Route 1, Sustrans | Bristol | Tel. 0845 1130065 | www.sustrans.org.uk). Mountainbiker wählen die Nationalparks, z. B. Yorkshire Dales (www.mtbthedales.org.uk).

Wer sein eigenes nicht mitnehmen möchte, kann sich in jedem halbwegs größeren Ort ein Rad mieten. Auskünfte erteilen die lokalen Tourist Information Centre. Reiseveranstalter wie Compass Holidays (Tel. 01242 250642 | www.compass-holidays.com) bieten Touren sowie Gepäcktransporte an.

Reiten

Pferde sind bei den Briten ein Pflichtbestandteil des Landlebens. Vor allem in Südengland (Dartmoor, Exmoor), in den Cotswolds sowie im Lake District gibt es auch für Touristen zahlreiche Reitmöglichkeiten. Die British Horse Society (Tel. 02476 840515 | www.bhs.org.uk) hält Informationen über gut geeignete Gegenden vor. Zudem gibt es das National Bridleroute Network (www.ride-uk.org.uk), das landschaftlich reizvolle Reitwege im ganzen Land umfasst.

Segeln & Surfen

England ist eine alte Seefahrernation, und Segeln ist bis heute sehr beliebt. Im Solent, zwischen Südengland und der Isle of Wight, tummeln sich Segelboote und Yachten. Unter Surfern der Hit ist Newquay mit seinen elf Stränden, an denen das ganze Jahr über Meisterschaften ausgetragen werden. Wer Surfen lernen will, hat hier viele Schulen zur Auswahl (www.surfnewquay.co.uk). Auch im Norden wird Wassersport großgeschrieben. Das Low Wood Watersport Centre am Lake Windermere bietet Segeln, Motorbootfahren, Wasserski und Tauchen an (Tel. 015394 39441 | www.englishlakes.co.uk). Die Isle of Wight an der Südküste entwickelt sich zum Zentrum für Abenteuersport wie Kitesurfing (Sailing Academy | Tel. 01983 294941 | www.uksa.org).

Tennis

Während der Tennisboom in Deutschland längst vorbei ist, erfreuen sich die Engländer nach wie vor daran - und dies nicht nur im Sommer, wenn in Wimbledon das legendäre Grand-Slam-Rasenturnier ausgetragen wird. Als Tourist Tennis zu spielen ist entsprechend leicht möglich: Jedes größere Landhotel bietet meist Plätze und die Möglichkeit, Schläger zu leihen. Der nationale Tennisverband Lawn Tennis Association (www.lta.org.uk) informiert zudem über Clubs vor Ort. Den berühmten Rasen von Wimbledon kann man am besten im Rahmen einer Führung besichtigen (tgl. 10-16.30 Uhr | Tel. 020 89466131 | Eintritt Museum und Tour £ 20 | www.wimbledon.com).

Wandern

Engländer wandern gern, und ihre Organisation, die Ramblers Association (www.ramblers.org.uk), ist eine der einflussreichsten im Land. Das Netz an Wanderwegen ist dicht. In allen Landesteilen gibt es Fernwanderwege. Der bekannteste ist der 430 km lange Pennine Way vom Peak District zur schottischen Grenze. Landschaftlich wunderbar sind auch der 285 km lange Offa's Dyke Footpath entlang der Grenze zu Wales und der South West Coast Path rund um die Küste von Dorset über Devon und Cornwall nach Somerset. Mit 1014 km ist Letzterer kaum in einem Urlaub zu bewältigen, aber es ist überall möglich, kurze Teilstrecken zurückzulegen. Weniger bekannt ist der North Norfolk Coast Path. Er führt in leichten Tagesetappen 74 km von Hunstanton bei King's Lynn nach Cromer. Unterwegs kommt man an herrliche Sandstrände, geht durch Naturschutzgebiete und hat Gelegenheit, in einladenden Kneipen neue Kräfte zu sammeln (www.nationaltrail.co.uk). Bei der Orientierung helfen die ordnance survey maps (in Buchhandlungen erhältlich).

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Es muss irgendwo zwischen dem Ärmelkanal und dem ersten englischen Frühstück gewesen sein, als der Journalist noch zu Schulzeiten seine Vorliebe für die Britischen Inseln entdeckte. Inzwischen berichtet er seit fast 15 Jahren über Land und Leute, Politik und Sonderbares in Großbritannien und Irland. Zeitweise lebte er in Bristol, wo er auch heute noch regelmäßig anzutreffen ist.

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Quelle: www.marcopolo.de

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