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Reiseführer Djerba:Auftakt

Djerba ist ein Urlaubsparadies par excellence, zugleich aber auch eine Insel mit sehr eigenständiger Kultur, die maßgeblich von den berberstämmigen Ibaditen geprägt ist. Verstreut und in großem Abstand zueinander liegen ihre mit Tonnengewölben bedachten Gehöfte hinter einem stacheligen Schutzwall dichter Hecken. Die meisten Djerbi siedeln auf dem Land; die Städte wie Houmt Souk oder Midoun haben sie den zuziehenden Festlandtunesiern überlassen. Djerba war bereits in der Antike bekannt, und Homer berichtete über die „Insel der Lotosesser“ in der von ihm geschriebenen Odyssee. Auf die Phönizier folgten Römer und Byzantiner, bis 667 schließlich die arabisch-islamischen Eroberer kamen, und Mitte des 16. Jhs. erkor der berüchtigte Korsar Dragut das heutige Houmt Souk zu seinem Stützpunkt. So idyllisch die Insel vielerorts wirkt, so ist doch nicht zu übersehen, dass aufgrund der fortschreitenden touristischen Erschließung immer weiter ins Inselinnere hinein gebaut wird. In manchen Regionen ist Djerba mittlerweile bereits völlig zersiedelt. Die traditionellen Gehöfte werden von modernen Einfamilienhäusern verdrängt, und achtlos weggeworfener Müll scheint das gesamte Eiland regelrecht zu überziehen. Inzwischen bemühen sich Bürgerinitiativen wie Djerba for Solidarity and Development ( fr-fr.facebook.com/djerba.development ) diese Entwicklung zu bremsen und sie sozial- und umweltverträglich zu gestalten.

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Die Journalisten unternahmen bereits als Studenten regelmäßig Reisen in den Maghreb. Über Tunesien haben sie viele Bücher und Beiträge veröffentlicht. Nach der Revolution beeindrucken sie die Disziplin, die Geduld und der Optimismus der Tunesier. Mit diesem Reiseführer möchten die Autoren dazu anregen, den politischen Aufbruch in diesem Land durch Besuche zu unterstützen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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