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Reiseführer China:Einkaufen

Seide, Tee und Porzellan: Die uralten Verkaufsschlager des Landes stehen wieder hoch im Kurs

China ist ein Paradies für Andenkenjäger. Ob Lack, Jade, Email, Fächer, Stickereien, Schnitzarbeiten, Porzellan, Teppiche, Seide, Mineralien: Jedes Material ist gut für Traditionelles und Modernes, Hochwertiges und Erschwingliches. Aber Vorsicht: An Straßenständen ist Feilschen Pflicht! Oft sind die Preise um das Fünffache oder mehr überhöht. Prüfen Sie auch genau Material und Qualität, ehe Sie den Preis aushandeln. Und glauben Sie nie einem Straßenhändler, irgendetwas sei echt antik. Ziehen Sie qualitätvolles Kunsthandwerk aus neuer Produktion vor.

Antikes

Der seriöse Antiquitätenhandel verlangt hohe Preise, aber selbst der ehrlichste Händler ist beim Einkauf nicht hundertprozentig vor Fälschungen geschützt, ein Risiko ist daher immer vorhanden. Kaufen Sie nur, was Sie legal exportieren dürfen; zu erkennen ist dies an einem roten Siegel. Was älter ist als 200 Jahre, ist nicht exportfähig. Tuschbilder in traditionellem Stil werden serienweise hergestellt. Wenn’s etwas Klassisches sein soll, gilt auch hier: Die werkgetreue Reproduktion aus dem Museumsladen ist meist die bessere Wahl.

Ästhetisch spannende und handwerklich perfekte moderne Kunst findet sich in Galerien, vor allem in Peking und Shanghai. Für renommierte Künstler werden freilich Weltmarktpreise verlangt.

Mode

Nicht nur Seide und Kaschmirwolle sind attraktiv. Auf Billigmärkten müssen Sie feilschen und sich die Stücke auf Mängel ansehen. Tipp: Mode junger chinesischer Designer, wie man sie in Boutiquen in Peking, Shanghai oder Kanton, womöglich aber auch in gehobenen Kaufhäusern findet. Auch qualitätvolle Schuhe (vor allem Sportschuhe) werden angeboten.

Kunsthandwerk & Design

Cloisonné: Diese farbenprächtige Emailkunst wurde zwar nicht in China erfunden, aber dort zu handwerklicher Perfektion gebracht.

Fächer: Preisgünstig, leicht, schön zu sammeln. Künstlerische Fächer sind handbemalt und teurer. Ein Faltfächer sollte auch aufgeklappt steif sein und nicht klappern.

Holzschnitzereien: Dekorative Schnitzereien wie Fensterornamente, Bettzierrat etc. werden nach alten Vorlagen auch neu gefertigt und vergoldet.

Jade: Ein Sammelbegriff für Nephrit und das sehr harte und teure Jadeit. Die Farben sind Weiß bis grünlich, das Material soll durchscheinend sein; zuweilen machen Verfärbungen den besonderen Reiz eines Stückes aus. Achten Sie auf die Feinheit der Schleifarbeit und kaufen Sie möglichst in den Läden der Manufakturen, wo die Qualität stimmt.

Kristallkugeln: Belasten das Gepäck, aber nicht die Geldbörse.

Lackwaren: Chinesen ziehen bemalten Lack vor; schlichte Stücke sind seltener. Daneben gibt es Lack mit Perlmutteinlage sowie Schnitzlack, dessen Herstellung viel Zeit erfordert.

Pinsel, Tusche, Reibsteine: Die Tusche kommt in Blöcken und wird auf Reibsteinen, die je nach Größe und Verzierung sehr teuer sein können, mit Wasser angerieben. Pinsel gibt es in verschiedenen Stärken. Dazu gehören ein Pinselbänkchen und echtes Tuschpapier (xuanzhi).

Teppiche: Chinateppiche haben einen eigenen Stil mit Ornamenten, deren Ränder eingeschnitten werden.

Siegelstempel: Lassen Sie sich einen chinesischen Namen geben und in Stein schneiden! Der Preis hängt vom Material ab. Dazu gehört ein Porzellandöschen mit roter Stempelfarbe.

Volkskunst: Achten Sie auf Scherenschnitte und Stickarbeiten. Jede Region hat ihren eigenen Stil.

Ziersteine sind ein typisches Mitbringsel, wenn auch nicht das leichteste. Die natürliche Maserung geschliffener Platten zeigt Bäume oder Landschaften.

Souvenirs

Tee & Teegeschirr

Die besten Teesorten erhält man nur in den Anbaugebieten. Sie sind sehr teuer, aber ergiebig und geschmacklich ein Erlebnis. Hübsches Teegeschirr (aus Porzellan oder Yixing-Ton) führen alle Teegeschäfte. Qualitätsmerkmal: Der Kannendeckel muss genau passen.

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Als Dr. Hans-Wilm Schütte nach dem Abitur 1967 beschloss, Chinesisch in Wort und Schrift zu lernen, ahnte er nicht, dass diese Wahl sein Leben prägen sollte. Als Sinologe begann er bald, sich mit China ein ganzes kulturelles Universum zu erschließen. Seit 1989 widmet er sich dem Land als freiberuflicher Publizist und universitärer Lehrbeauftragter und bereist es, auch als Reiseleiter, ein- bis zweimal im Jahr.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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