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Reiseführer Chiemgau:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Der Chiemgau perfekt im Überblick

Tag 1

Start ist in Mühldorf am Inn mit seiner heiteren Barockarchitektur. Von hier aus fahren Sie am Inn entlang, weiter durch hügeliges Bauernland und vorbei an Unterreit in das romantische, in einer Innschleife gelegene Städtchen Wasserburg am Inn . Bei einem Spaziergang durch die mittelalterliche Altstadt gibt es solide Bürgerhäuser und wuchtige Arkadengänge zu entdecken. Genießen Sie aber auch eine Pause im Kaffeehaus Die Schranne. Über kleine Landstraßen gelangen Sie in südöstlicher Richtung nach Amerang . In dem sehenswerten Dorf gibt das Bauernhausmuseum einen Einblick in die Agrarkultur des Chiemgaus. Einen weiteren Zwischenstopp sollten Sie in Rabenden einlegen. Der spätgotische Flügelaltar in der Dorfkirche Sankt Jakob ist ein Meisterwerk. Weiter geht es zum Kloster Seeon , wo die Zwiebeltürme der Klosterkirche über den gleichnamigen See wachen. Einen besonders schönen Blick über das gesamte Ensemble haben Sie beim Mittagessen im Waltenbergstüberl .

Ihr nächstes Ziel ist der Chiemsee, dessen Ufer Sie bei Seebruck am Chiemsee erreichen. Von hier aus gondeln Sie am Wasser entlang bis in den Ferienort Prien am Chiemsee . Unterwegs bieten sich herrliche Ausblicke auf die Kampenwand. Am Priener Hafen legt der Dampfer nach Frauenchiemsee ab: Lassen Sie sich übersetzen und spazieren Sie einmal rund um die idyllische kleine Fischerinsel! Sie können hier auch wunderbar übernachten.

Tag 2

Bevor Sie den Chiemsee verlassen, lassen Sie sich in Prien beim Winklfischer eine geräucherte Renke einpacken - Sie werden sie später für ein Picknick brauchen. Über Grassau fahren Sie nach Reit im Winkl. Hier gelangen Sie auf die Deutsche Alpenstraße, die durch eine unberührte Gebirgswelt ostwärts führt. Wenige Kilometer hinter Reit im Winkl liegt rechts der Straße der hübsche Weitsee , dessen Wasser Trinkwasserqualität besitzt. Ziehen Sie die Wanderstiefel an und steigen Sie vom Weitsee aus die 1684 m hohe Hörndlwand hinauf. Die Aussicht vom Gipfel reicht weit nach Österreich hinein. Vier Stunden sollten Sie für die gesamte Wanderung mit Pause einplanen. Worauf warten Sie jetzt noch? Hinein in die Badehose - und in den See! Anschließend schmeckt beim Picknick am Ufer die Renke aus Prien besonders gut.

Hinter Inzell schraubt sich die Deutsche Alpenstraße ins Lattengebirge hinein. Besuchen Sie in Ramsau bei Berchtesgaden das hübsche Wallfahrtskirchlein Sankt Maria Kunterweg und wandern Sie durch den Zauberwald zum romantisch gelegenen Hintersee. Dort lassen Sie den Tag auf der Terrasse der Seeklause bei einer großen Portion Kaiserschmarrn ausklingen.

Tag 3

Von Ramsau sind es nur wenige Kilometer nach Berchtesgaden , über dessen Stiftskirche der Watzmann seine gewaltige steinerne Schere erhebt. Lassen Sie sich im Salzbergwerk Berchtesgaden auf eine spektakuläre "Salzzeitreise" entführen. Richtig auspowern können Sie sich danach auf einer Mountainbiketour zur Gotzenalm . Planen Sie insgesamt 4-5 Stunden Zeit auf dem Sattel ein - und gönnen Sie sich eine Ruhepause auf der gleichnamigen Berghütte, mit Blick auf die mächtige Watzmann-Ostwand! Nach der langen Fahrt haben Sie sich Erholung in Bad Reichenhall verdient. In der Rupertus-Therme können Sie Ihre Muskeln in acht verschiedenen Saunen und Dampfbädern entspannen und sich auf Wunsch auch kräftig durchmassieren lassen.

Tag 4

Beginnen Sie den Tag mit einem Spaziergang unter Palmen und einem Frühstück im Café Reber. Dann fahren Sie weiter in den stillen Rupertiwinkel und dort zunächst nach Tittmoning . Die typische Inn-Salzach-Architektur lassen Sie bei einem Kaffee auf dem Stadtplatz auf sich wirken. In Burghausen erwartet Sie die längste Burg Europas. In der Altstadt lädt die romantische Gasse In den Grüben mit ihren Geschäften zum Bummel ein. Einen wunderbaren Abschluss findet Ihre Tour auf dem Stadtplatz mit seinem hübschen Rokokopalais, dessen Anblick Sie von der Terrasse des Wirtshauses Augustiner am Stadtplatz aus genießen können.

Radl- und Badetour zu den Chiemgauer Seen

Tag 1

Im Ortszentrum von Rimsting biegen Sie in die Seestraße ein und fahren durch die Eisenbahnunterführung zur Schafwaschener Bucht, wo Sie sich links in den beschilderten Chiemsee-Rundweg einfädeln, einen kombinierten Rad-/Fußweg. Bei Hochstätt liegt linker Hand ein wunderschöner alter Bauernhof; auch der Blick über den See ist einzigartig. Hinter Hochstätt führt der Weg zum Seeufer hinunter und von nun an stets direkt am Ufer entlang. In Gstadt am Chiemsee können Sie sich bei Bagel & Coffee erst mit dem zweiten Kaffee des Tages stärken und dann im Strandbad Hofanger (am Ortsausgang) den ersten Badestopp einlegen und den künstlichen Eisberg im Wasser erklettern! Hier bietet sich ein herrlicher Blick auf die Insel Frauenchiemsee; dahinter ragen die Chiemgauer Alpen in den Himmel. Nach weiteren 12 km durch Wiesen und Felder erreichen Sie das hübsche Dorf Seebruck am Chiemsee . Zeit für eine Mittagsrast! Kaufen Sie sich beim Fischer Kirchmeier eine geräucherte Renke und genießen Sie sie auf dem langen Holzsteg des Strandbad Seebruck.

Von der Seebrucker Hauptstraße biegen Sie nordwärts in die Wasserburger Straße ein und radeln, vorbei an stattlichen Bauernhöfen und über die Ischler Achen, durch eine herrliche oberbayerische Kulturlandschaft. 500 m hinter Roitham biegen Sie rechts ab in Richtung Kloster Seeon - und legen sich im Strandbad Seeon entspannt auf die Liegewiese am See. Schön ist der Blick übers Wasser auf das ehemalige Benediktinerkloster.

Zurück auf der Wasserburger Straße, radeln Sie locker weiter ins Dorf Obing , dessen spitzer neugotischer Kirchturm schon von Weitem grüßt und zu einem kleinen Rundgang durch die Pfarrkirche mit ihren bedeutenden Schnitzwerken einlädt. Im stattlichen Gasthof Oberwirt können Sie unter den Kastanien im Biergarten zu Abend essen und komfortabel übernachten. Und am nächsten Morgen in den Dorfsee springen! Er liegt gleich vor der Hoteltür.

Tag 2

Kurz vor dem Ortsende Obings geht es nach links auf den Radweg in Richtung Amerang und in sanftem Auf und Ab durch saftige Wiesen westwärts. Bei Aiglsham biegen Sie rechts nach Allerding ab, dann links nach Schachen und fahren über Taiding nach Amerang . Beim historischen Wirth von Amerang erfrischen Sie sich mit einer Radlerhalben im schattigen Biergarten und radeln dann südwärts - rechter Hand liegt Schloss Amerang - über Oberratting weiter nach Höslwang , dessen Kirchturmzwiebel schon bald hinter den Hügeln auftaucht. Hier können Sie sich im netten Café Vivarium mit feinen Salaten und Biospezialitäten stärken.

Fahren Sie auf einer kleinen Landstraße nun weiter südwärts und über Gachensolden an den Pelhamer See , der seines Moorwassers wegen immer besonders warm ist. Vom Steg gegenüber des Hotels Seeblick können Sie hineinhechten! Erfrischt biken Sie nun auf dem Radweg nach Stephanskirchen und weiter nach Hemhof, wo Sie links Richtung Eggstätt abbiegen und gleich wieder rechts zum Langbürgner See , Ihrem letzten Badestopp. Über Stetten fahren Sie dann zurück nach Rimsting und gönnen sich zum Abschluss im Seecafé Toni die gerösteten Semmelknödel mit Speck und Ei - natürlich mit Seeblick!

Rund um den Watzmann

07:00

Los geht's am Parkplatz Wimbachbrücke in Ramsau bei Berchtesgaden - und gleich mit einem Highlight: Auf Holzstegen wandern Sie durch die 500 m lange Wimbachklamm , eine beeindruckende Felsschlucht voll tosender Wassermassen. Hinter der Schlucht geht es auf bequemem Forstweg, am rauschenden Bach entlang, gut 8 km weit und nicht allzu steil hoch durch das Wimbachtal (auch Wimbachgries genannt), das von mächtigen Schuttströmen geprägt ist und herrliche Blicke auf die gewaltige Watzmann-Westwand erlaubt. Auf halber Strecke guckt am Fuß des Hochkaltermassivs das Wimbachschloss hinter Bäumen hervor. Schloss? Nun ja, eher eine größere Hütte. Die Wittelsbacher nutzten das Anwesen als Jagdhaus, heute ist es eine bewirtschaftete Berghütte. Eine erste Brotzeit, z. B. in Form eines Käsebrots, oder einen Cappuccino gönnen Sie sich aber besser erst ein Stück weiter oben, auf der Wimbachgrieshütte (1327 m) mit prächtigem Blick auf Palfenhörner, Hochkalter und Steintalhörnl. Es handelt sich um die letzte bewirtschaftete Hütte vor dem Königssee! Etwas steiler geht es nun hoch zum Pass Trischübel (genießen Sie unterwegs immer mal wieder den grandiosen Ausblick über das unten liegende Wimbachtal), dem mit 1798 m höchsten Punkt dieser Tour. Und somit dem perfekten Platz für die verdiente Gipfelbrotzeit. Packen Sie Ihren mitgebrachten Proviant aus - vielleicht sehen Ihnen sogar ein paar Murmeltiere zu.

11:00

Vom Trischübel aus geht es nur noch bergab. Ein schöner, teilweise ausgesetzter Steig, der mit Holzleitern und Fixseilen gesichert ist, führt zur Sigeretplatte und weiter zur verfallenen Schrainbachalm . Erfrischen Sie sich hier mit Wasser aus dem Schrainbach, bevor Sie den weiteren Abstieg in Angriff nehmen - in steilen Serpentinen durch das wilde, waldreiche Schrainbachtal mit Wasserfall und schönen Ausblicken auf die Hachelköpfe und den Königssee.

16:30

Die letzte Etappe führt Sie am Königssee entlang in Richtung Sankt Bartholomä , dessen rote Kirchturmzwiebeln freundlich grüßen. Hier gönnen Sie sich im Fischerstüberl von Thomas Amort eine frisch geräucherte Königsseerenke oder -forelle. Anschließend besteigen Sie das Schiff nach Schönau. Von dort geht es per Bus nach Berchtesgaden und zum Parkplatz Wimbachbrücke in Ramsau.

Mit dem Rad unterwegs zwischen Alz und Salzach

09:00

Ihre Radtour beginnt in der mittelalterlichen Altstadt von Trostberg , an deren lang gezogenem Stadtplatz die typische Inn-Salzach-Bauweise ins Auge sticht. Fahren Sie über die Alzbrücke und dann zunächst am Flussufer entlang in Richtung Altenmarkt. Bevor Sie den Ort erreichen, biegen Sie links nach Lindach ab und radeln von dort aus durch viele kleine Dörfer wie Gerharding und Stöttling bis zu einem ersten Stopp nach Armutsham . Hier steigen Sie vor dem Schmidhuberhof ab und erfreuen sich an dem prächtig ausgearbeiteten Bundwerkstadel aus dem Jahr 1846 gleich daneben. Sogar Fabelwesen kommen vor!

Die Radpartie führt Sie weiter auf dem ausgeschilderten Weg Richtung Wolfering und Freutsmoos durch ein oberbayerisches Idyll, aus dem barocke Zwiebelturmkirchen herausragen. In der Ferne wird sogar der 75 m hohe, neugotische Kirchturm von Palling sichtbar. Ab und an zeigt sich ein dunkles Nadelwaldstück, ansonsten prägen aber bunte Schachbretter aus Feldern, Wiesen und Weiden das Bild. Sie passieren mächtige Vierseithöfe und werden immer wieder von den typischen Fleckviehrindern gegrüßt, die mit großen Augen wiederkäuend in der Landschaft stehen. In Kay können Sie sich in der Bäckerei Bichler mit einer Butterbrez'n stärken. Anschließend fahren Sie nach Kirchheim im weiten Salzachtal. Hier geht's unter der Bundesstraße durch, dann weiter durch die Götzinger Achen zur Salzach, die hier die Grenze zwischen Deutschland und Österreich markiert.

12:00

Am Ufer der Salzach entlang radeln Sie nordwärts nach Tittmoning . Um den Ort herum sind übrigens die einzig nennenswerten Steigungen der Route zu bewältigen - Sie müssen rund 100 Höhenmeter überwinden. Nach den winzigen Dörfern und Weilern der bisherigen Tour wird Ihnen das Städtchen mit seiner Burg fast schon wie eine pulsierende Metropole vorkommen. Besichtigen Sie die einzigartige Schützenscheibensammlung im Museum Rupertiwinkel und lassen Sie sich am Stadtplatz zum Mittagessen nieder: Im Braugasthof schmecken Tellerfleisch oder ein hausgemachtes Lüngerl.

Danach verlassen Sie Tittmoning nach Westen in Richtung Ponlach und radeln von dort aus nordwärts bis zum romantischen Leitgeringer See . Schließen Sie Ihr Rad ab, kaufen Sie eine Eintrittskarte für das hübsche Strandbad Leitgeringer See und entspannen Sie sich am Wasser oder auf der Liegewiese - oder wagen Sie sich auf die grüne Riesenrutsche!

15:00

In Asten werfen Sie, wenn geöffnet ist, einen Blick auf den prächtigen Rokoko-Hochaltar in der Pfarrkirche und fahren dann durch stilles Bauernland über Kirchweidach bis nach Feichten und dann parallel zur Alz zurück nach Trostberg .

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Die Reisejournalistin wohnte lange in ihrer Geburtsstadt München, doch am Wochenende zog es sie stets hinaus aufs Land zum Baden im Waginger See oder zum Bergsteigen in den Chiemgauer Alpen. Mittlerweile lebt Annette Rübesamen in Italien. Ihre Sehnsucht nach der alten Heimat ist umso größer – und wird jedes Jahr in den Sommerferien ausgiebig gestillt.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de