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Reiseführer Bangkok:Essen & Trinken

Scharf, exotisch und gesund: In Bangkok können Sie speisen wie ein König und an jeder Straßenecke preiswert und gut essen

Auf fauchenden Gaskochern, über Holzkohlefeuern und in Woks braten und dämpfen die fliegenden Köche im Handumdrehen leckere Gerichte für zwischendurch – von der Suppe über Reis bis zum Meeresgetier.

Kulinarische Highlights müssen nicht teuer sein. Viele Toprestaurants bieten spezielle Lunchtarife an. Selbst in Bangkoks teuerstem Gourmettempel, Le Normandie im Oriental-Hotel, werden zum Lunch Set-Menüs (ohne Getränke) ab ca. 30 Euro aufgetischt. Alle besseren Restaurants erheben 10 Prozent Bedienungszuschlag (service charge) und 7 Prozent Mehrwertsteuer (VAT, value added tax). Für das Dinner empfiehlt es sich zu reservieren. Tipp: Restaurantkritiken gibt es unter www.dininginthailand.com . Auf www.asiatatlerdining.com/thailand können Sie gezielt nach Lokalen in bestimmten Preisklassen und Straßen suchen.

Die meisten Restaurants in Bangkok haben den ganzen Tag durchgehend ca. 11–22 Uhr geöffnet, viele Toprestaurants bieten allerdings nur Lunch (meist 11.30–14 Uhr) und Dinner (ca. 18–22 Uhr) an.

Die Thaiküche ist nicht nur himmlisch gut, sie ist auch oft höllisch scharf. Wo viele Ausländer speisen, gehen die Köche mit Chili meist sparsamer um. Vorsichtshalber können Sie bei der Bestellung ein mai peht (nicht scharf) angeben. In thailändischen Restaurants stehen auf den Tischen kleine Gefäße mit getrockneten, zermahlenen Chilis, mit Zucker (den streuen Einheimische gern in ihre Nudelsuppe), mit frischen Chilis (in einer süßsauren Essigbrühe) und mit einer hellbraunen Flüssigkeit. Letztere heißt nam pla und wird beim Fermentieren von Fischen gewonnen wird. Sie dient als Salzersatz und wird mit gehackten Chilis zu pik nam pla, einem wahren Feuerwasser.

Die thailändische Küche gilt als eine der gesündesten der Welt. Sie ist fettarm und vitaminreich und zeichnet sich durch viele frische Zutaten aus. Bei den kurzen Garzeiten bleibt das Gemüse schön knackig. Reis ist zentraler Hauptbestandtteil. Das Wort „essen“ wird wörtlich mit kin kao übersetzt – Reis zu sich nehmen. Den besonderen Pfiff geben eine Vielzahl von Gewürzen: Koriander, Zitronengras, Ingwer, Basilikum, Tamarinde – und natürlich Knoblauch und Chili. Fleisch wird eher sparsam verwendet, am liebsten Huhn. Fisch und Meeresfrüchte kommen dagegen oft auf den Tisch.

Serviert werden die Gerichte in mundgerechten Stücken. Gegessen wird mit dem Löffel, die Gabel dient dazu, den Bissen auf den Löffel zu schieben. Nur Nudelgerichte (auch Suppen) isst man mit Stäbchen. Üblicherweise besteht ein Thaimenü aus verschiedenen Speisen, die mit einem großen Topf Reis auf den Tisch kommen. Vom Reis nimmt man sich eine große Portion, von den einzelnen Gerichten hingegen immer nur Häppchen.

Ein besonderes Highlight ist die Royal Thai Cuisine, die Königliche Thaiküche. Sie hat ihren Ursprung in der Palastküche und reicht zurück bis ins Königreich von Ayutthaya. Der Adel konnte es sich leisten, auch das Auge mitessen zu lassen – Speisen wurden gleichsam wie essbare Kunstwerke arrangiert. Diese Tradition wird heute noch von Spitzenrestaurants zelebriert, z. B. vom Celadon im Hotel Sukhothai und vom Salathip im Shangri-La. Die Spitzengastronomie der Hauptstadt ist experimentierfreudig. In vielen Toprestaurants stehen auch ausländische Köche am Herd, die Fusion Food kreieren und dabei thailändische Rezepte mit der Küche anderer Länder verbinden. Sehr beliebt ist die Kombination mit der mediterranen Küche, die mit ihrer Leichtigkeit und der Vorliebe für Meeresfrüchte bestens zur thailändischen passt.

Sonstige Essen & Trinken

Dinner-Kreuzfahrten auf dem Chao Phraya können Sie in jedem Reisebüro buchen. Es gibt eine ganze Reihe von Veranstaltern, wie z. B. Thai River Cruises www.thairivercruises.com , Chaophraya Cruises www.chaophrayacruise.com und Loy Nava www.loynava.com . Mehrere Spitzenhotels in Bangkok schippern mit eigenen Schiffen den Fluss rauf und runter. Billiger und kürzer als Dinnertouren sind Sunset Cruises (nur Drinks) zum Sonnenuntergang.

Sonstige Snack Bar

Die Trottoirköche sind praktisch überall zu finden. Die einen haben stationäre Miniküchen an einem festen Standplatz (und auch viele Stammkunden), die anderen schieben ihren rollenden Herd immer dahin, wo gerade etwas los ist und sich viele Menschen treffen. An einigen Straßen in der Stadt sind die Garküchen besonders zahlreich vertreten.

Chinatown : Vor allem Fans von Nudelgerichten und chinesischen Spezialitäten wie Toast mit süßer Chilisauce haben hier die Qual der Wahl. An der Yaowarat Road dampft es besonders mit Einbruch des Abends aus tausend Töpfen. Geköchelt und gegrillt wird hier bis in die Morgenstunden.

Silom Road : In diesem Banken- und Bürobezirk verwandeln sich besonders zur Mittagszeit die Gehwege in Open-Air-Restaurants. Garküche an Garküche finden Sie vor allem in der östlichen Silom Road (Richtung Lumphini Park) und in ihrer Seitenstraße Convent Road Skytrain Sala Daeng . Der zweite Schub von Hungrigen stürmt die Stände nach 2 Uhr nachts, wenn die Bars der Patpong schließen.

Sukhumvit Road : In der unteren Sukhumvit an den Seitenstraßen Soi 3 bis Soi 19 Skytrain Nana wechseln sich Straßenhändler und Straßenköche ab. Wenn die Händler etwa ab 23 Uhr ihre Stände abbauen, rollen die Küchen an und warten auf Nachtschwärmer, die aus den Barvierteln Nana Plaza und Soi Cowboy strömen. In den Seitenstraßen verköstigen auch tagsüber viele Garküchen ihre hungrige Kundschaft.

In der Soi 38 Skytrain Thong Lo der Sukhumvit Road geht das Speisen auf dem Gehweg nach Mitternacht so richtig los. In dieser gehobenen Wohngegend (Thonglo) mit feinen Clubs und Restaurants präsentiert sich auch die Trottoirgastronomie mit Raffinesse. Gebratene Nudeln und Spießchen mit gegrilltem Tintenfisch gibt es natürlich auch, aber Nachtschwärmer mit dickerer Brieftasche greifen gern schon mal zu frisch gegrillten Langusten, Königsgarnelen oder Fisch in Chilisauce.

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Als der Journalist Wilfried Hahn 1978 zum ersten Mal in Thailands Hauptstadt kam, standen dort noch keine Hochhäuser. Heute lebt er jedes Winterhalbjahr in Thailand und besucht Bangkok regelmäßig. „Diese Stadt“, sagt er, „ist unglaublich spannend. Bangkok kann man nicht erobern, Bangkok erobert Sie!“ Für MARCO POLO schreibt Wilfried Hahn auch die Bände Thailand, Ko Samui, Krabi und Phuket.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de