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Reiseführer Argentinien:Erlebnistouren

Jeder Zipfel dieser Erde hat seine eigene Schönheit. Wenn Sie Lust haben, die einzigartigen Besonderheiten dieser Region zu entdecken, wenn Sie tolle Tipps für lohnende Stopps, atemberaubende Orte, ausgewählte Restaurants oder typische Aktivitäten bekommen wollen, dann sind diese maßgeschneiderten Erlebnistouren genau das Richtige für Sie. Machen Sie sich auf den Weg und folgen Sie den Spuren der MARCO POLO Autoren.

Argentinien perfekt im Überblick

Tag 1-4

Buenos Aires ist natürlicher Startpunkt. Mit einem Direktflug nach Puerto Iguazú im äußersten nordöstlichen Zipfel des Landes geht es ab in die Natur zu den grandiosen Wasserfällen Cataratas del Iguazú. Einen unvergesslichen Eindruck gewinnen Sie bereits bei einem zweitägigen Aufenthalt. Anschließend kundschaften Sie das tropische Hinterland aus: Mit dem Mietwagen geht es auf der RN 12 zu den Ruinen der Missionsstationen, die die Jesuiten in Santa Ana und San Ignacio Mini im 17. Jh. mit den Guaraníindianern errichteten. Über die RP 4 und die sich am Río Uruguay entlangschlängelnde RP 2 geht es weiter zur Lodge Don Enrique bei den Saltos del Moconá , wo Sie sich für zwei Nächte einquartieren. Mitten im Urwald fällt das Wasser hier auf einer Breite von 3 km vom höheren auf das niedrigere Flussbett - spektakulär! Zurück in Puerto Iguazú, nehmen Sie den Direktflug nach Salta .

Tag 5-8

Die Kindermumien im MAAM in Salta sind einen ehrfürchtigen Besuch wert. Im Leihwagen führt der Weg dann Richtung Südwesten durch die Kandelaberkakteen des Parque Nacional Los Cardones bis ins sympathische Cachi . Nach der anstrengenden Fahrt lockt ein Glas des lokalen Torrontés-Weißweins in der Oliver Wine Bar auf der Plaza neben der Kirche mit dem 6380 m hohen Nevado de Cachi im Hintergrund. Weiter südlich auf der RN 40 erreichen Sie Cafayate , das Zentrum der Valles Calchaquíes. Machen Sie hier noch einmal Station, um ausgeruht auf der RN 68 durch die 75 km lange Schlucht Quebrada de las Conchas zurück nach Salta zu fahren, wo Sie den Direktflug nach Mendoza nehmen.

Tag 9-10

Nach all der Hitze ist der Besuch der Weinoase Mendoza im Schatten der schneebedeckten Andengipfel wunderbar erholsam. Im Mietwagen erreichen Sie bequem eines der Weingüter in der Umgebung, etwa das der Familia Zuccardi . Bei einem Glas Malbec oder Sauvignon Blanc in den Weinkellern stimmen Sie sich ein auf ein abwechslungsreiches Programm von Aktivitäten, das auf dem Gut angeboten wird - vom Picknick bis zur Radtour durch die Reben.

Tag 11-14

Dann geht es noch einmal in die Wüste, zu den Mondlandschaften von Talampaya und Ischigualasto. Nach 470 km auf der RN 40 erreichen Sie die Kreuzung mit der RN 76. Dort finden Sie vor dem Ort Villa Unión Unterkunft für zwei Tage im Hotel Pircas Negras . Am ersten Tag erkunden Sie den an der RN 76 gelegenen Nationalpark Talampaya mit seinen Felsmalereien. Am nächsten Tag fahren Sie über die RN 76 und die RP 510 zum Eingang des Naturparks Ischigualasto bei San Agustín del Valle Fértil. Tauchen Sie hier einen Tag lang in die versteinerte Welt der Dinosaurier ein! Übernachten Sie in der Hostería del Valle Fértil, um am nächsten Tag über die RP 510, RN 141 und RN 20 bei Villa Media Agua wieder die RN 40 zu erreichen. Noch 100 km und Sie sind wieder in Mendoza .

Tag 15-16

Am Morgen nehmen Sie den Flug nach Neuquén. Mit dem Mietwagen kommen Sie über die RN 22 und ab Zapala die RN 40 nach San Martín de los Andes am Lácarsee, wo Sie nur 100 m vom Ufer entfernt im La Casa de Eugenia komfortabel übernachten. Hier beginnt der wunderschöne Camino de los Siete Lagos: Auf 110 km zieht er sich an der RN 40 entlang; dabei durchfahren Sie zwei Nationalparks und passieren neben den namengebenden sieben Seen weite Wälder und die schneebedeckten Gipfel der Patagonischen Anden. Über Villa La Angostura sind es dann noch rund 100 km weiter bis San Carlos de Bariloche . Im Península Petit Hotel finden Sie auf der Halbinsel San Pedro eine ruhige Unterkunft mit Blick auf den See Nahuel Huapi.

Tag 17-18

Ein Flug nach El Calafate bringt Sie dann ins Gletschergebiet. Übernachten Sie in der Hostería Cauquenes de Nimez; dort werden Sie auch bestens beraten, um den Ausflug zum Perito-Moreno-Gletscher zu planen.

Tag 19-21

Der Flug zur Península Valdés bringt Sie über Feuerland, mit Zwischenlandung in Ushuaia - es lohnt, einen Fensterplatz zu buchen! Ankunftsflughafen ist Trelew; von dort kommen Sie auf der RN 3 und - kurz nach Puerto Madryn rechts ab - der RP 2 nach Puerto Pirámides , der einzigen Ortschaft auf der Halbinsel. Walbeobachtung ist hier von Mai bis November das große Erlebnis. Aber auch zu anderen Jahreszeiten gibt es mit Seeelefanten und Schwertwalen genug zu sehen. Von Trelew aus fliegen Sie zurück nach Buenos Aires - und können dann stolz darauf sein, praktisch einmal rund um Argentinien gereist zu sein.

Kakteen, Wein und Bergwüste im Nordwesten

Tag 1

In San Miguel de Tucumán , Hauptstadt der kleinsten und am dichtesten bevölkerten Provinz Argentiniens, bewundern Sie zunächst die Prachtbauten um die Plaza Independencia aus der Zeit um 1900, als sich hier dank der Zuckerindustrie ein reiches Bürgertum bildete. Über die Avenidas 24 de Septiembre und Mate de Luna fahren Sie - erneut an vornehmen Villen vorbei - langsam den Hang der Sierra de San Javier hinauf. Über die RP 338 erreichen Sie Villa Nougués , wo die Zuckerbarone sich auf gut 1000 m Höhe vom feuchten Stadtklima erholten. Auf der Terrasse der Hostería Villa Nougués bewundern Sie mittags die Landschaft und lassen sich Forellen oder Empanadas schmecken.

Jetzt geht es auf der RP 338 bergab in die Zuckerrohrplantagen. Über die Straßen 301, 38 und 307 erreichen Sie das Tal Valle de Tafí. Der Weg führt zum Teil über steile Abhänge, die in den 1970er-Jahren Kampfgebiet zwischen linker Guerilla und Militär waren. Am Eingang des Tafítals befindet sich der Parque de los Menhires : Staunen Sie hier über die rund 50 Monolithen der Tafíkultur aus dem 4.-9. Jh., die auf dem Gelände zusammengebracht worden sind. 10 km weiter haben Sie Tafí del Valle erreicht, wo Sie sich im Hotel Mirador del Tafí für die Nacht einquartieren.

Tag 2

Weiter geht es über die RP 307 und 357 bis zur RN 40 bei Amaichá del Valle, wo nach 17 km eine Abzweigung links über 5 km Schotterstraße zu den Ruinas de Quilmes führt, den Ruinen der befestigten Stadt der Quilmesindianer. Achten Sie auf die ausgeklügelte Bewässerungskultur, die die Quilmes hier in Terrassenbauweise angelegt hatten. Wieder auf der RN 40, erreichen Sie nach rund 50 km Cafayate . Hier wird aus den Torrontés-Trauben der aromatische Weißwein Saltas gekeltert. Lassen Sie sich den ein oder anderen Probeschluck nicht entgehen, z.B. im traditionsreichen Weingut Bodegas Etchart. Zwischen Weinstöcken übernachten Sie im Resort Viñas de Cafayate 3 km vom Hauptplatz auf der 25 de Mayo in Richtung Divisadero.

Tag 3

Von Cafayate geht es - wieder auf der RN 40 - zum historischen Jesuitendorf San Carlos aus dem 16. Jh. und ab da auf Schotter 136 km durch von Kondoren überflogene Mondlandschaften bis Cachi. Ein Abstecher auf halbem Weg führt bei Molinos auf der RP 53 ins biodynamische Höhenweingut Colomé mit dem Lichtmuseum von James Turrell. Das feine Restaurant mit regionaler Küche bietet noch einmal Gelegenheit zur Verkostung der lokalen Weine. In Cachi steht mit der Iglesia San José aus Adobe und Kakteenholz eine der schönsten Kirchen des Nordwestens. Neben der Kirche können Sie sich mit Bier und Empanada auf dem Hauptplatz des Orts von der Geländefahrt erholen. Nur knapp 10 km weiter - nun wieder auf Asphalt - finden Sie in Payogasta Unterkunft im umgebauten Landgut Sala de Payogasta an der RN 40. Hauseigene Weine sowie Ziegen- und Schafskäse stehen auf dem Tisch des guten Hotelrestaurants.

Tag 4

Auf der Weiterfahrt nach Salta geht es auf der Landstraße 33 über eine Hochebene, vorbei an den Vikunjas und Kandelaberkakteen des Nationalparks Los Cardones . Auf 3260 m Höhe, wo der enorme Mühlstein Piedra del Molino geheimnisvollen Ursprungs am Wegrand steht, beginnt die steile Cuesta del Obispo , eine Passstraße mit wunderbarer Aussicht, die 1200 Höhenmeter hinunter ins Lermatal führt. Durch Tabakplantagen kommen Sie auf die RN 68, der Sie nordwärts nach Salta folgen.

Wasser und Sümpfe im tropischen Nordosten

Tag 1-2

In Corrientes erstrecken sich an der Biegung des Río Paraná der Parque Mitre und die Uferpromenade mit netten Restaurants und herrlichem Blick auf den breiten Fluss. Hier kehren Sie ein, nachdem Sie durch den Park spaziert sind und auf einer zweistündigen Bootsfahrt mit Paseos Pedro Canoero die Stadt vom Wasser aus wahrgenommen haben. Von Corrientes aus fahren Sie das riesige Sumpfgebiet der Esteros del Iberá von der wenig besuchten Westseite an.

Auf der Landstraße 5 erreichen Sie über San Miguel in gut vier Stunden das Naturschutzgebiet und kommen zum Portal San Nicolás , einer ehemaligen estancia, die von Umweltschützern in einen Naturpark umgewandelt wurde. Dort bietet sich der beste Einblick in das rege Tierleben. Sogar der in Argentinien äußerst selten gewordene Jaguar wird dort in einem einzigartigen Projekt wieder eingeführt. Ganz nah bleiben Sie der Natur, wenn Sie sich hier für zwei Tage auf dem Campingplatz San Nicolás des von ortskundigen Bewohnern betriebenen Ökoturismusprojekts Yasí Berá einquartieren. So haben Sie den ganzen nächsten Tag Zeit, den Park auf einem der Trekkingpfade zu erkunden oder sich je nach Angebot einer Bootsfahrt, einer Reit- oder Biketour anzuschließen. Wer kein Zelt dabeihat, findet in San Miguel im Hospedaje Iberá eine saubere Unterkunft.

Tag 3

Via San Miguel geht die Fahrt nordöstlich auf der RN 118 und dann ostwärts auf der RN 12 durch eine amphibische Landschaft zwischen dem Río Paraná zur linken und dem Nordrand der Lagune zur rechten Hand weiter. Von Ituzaingó machen Sie einen kurzen Abstecher an die Grenze zu Paraguay, um den monumentalen Staudamm der Entidad Binacional Yacyretá zu besichtigen. Ein Quartier für die Nacht finden Sie in Posadas , das Sie eine gute Stunde später erreichen.

Tag 4-5

Auf der RN 12 durchfahren Sie die tropische Provinz Misiones und erreichen schließlich gegen Mittag Puerto Iguazú mit einer Fülle an Restaurants und Hotels. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zum Nationalpark Cataratas del Iguazú . Erkunden Sie am Nachmittag die Wasserfälle von den zwei Wanderwegen Circuito Inferior und Circuito Superior aus, für die Sie jeweils eine Stunde brauchen. Die eindrucksvolle Garganta del Diablo, zu der Sie am besten mit einem kleinen Bähnchen kommen, heben Sie sich für den nächsten Vormittag auf. Und zum krönenden Abschluss wandern Sie auf dem Sendero Macuco 7 km durch den Urwald des Nationalparks.

Die patagonischen Seen

Tag 1

Als größtes touristisches Zentrum Patagoniens ist San Carlos de Bariloche ein idealer Startort. Auf der RN 40 geht es zunächst nach El Bolsón , ein Backpackerzentrum und seit den 1960er-Jahren Zuflucht einer Hippiekolonie. Gönnen Sie sich hier eine Erfrischung, z.B. ein Rauchbier aus der örtlichen Brauerei.

Über Epuyén geht es auf die Landstraße 71, die Sie zu den wunderbaren Seen im Parque Nacional Los Alerces mit seinen namengebenden, bis zu 3000 Jahre alten Lärchen führt. Die schönste Unterkunft, die Hostería Futalaufquen , finden Sie westlich von Esquel hinter Puerto Limonao direkt am Westufer des Lago Futalaufquen.

Tag 2

Über Esquel am Südeingang des Nationalparks wagen Sie sich nun in den tiefen Süden bis in die Gletscherregion hinein. Nach sieben bis acht Stunden Fahrt auf der Ruta 40 kommen Sie zum enormen Lago Buenos Aires. Westwärts auf der Landstraße 43 am Seeufer entlang, übernachten Sie zwischen Kirschbäumen direkt an der chilenischen Grenze in Los Antiguos in der Hostería Antigua Patagonia .

Tag 3

Beim Ort Perito Moreno erreichen Sie wieder die RN 40, der Sie weiter Richtung Süden folgen. Bei Bajo Caracoles zweigt nordostwärts die Zufahrt zur Cueva de las Manos ab, einer vor allem mit vielen Handabdrücken faszinierend ausgemalten Höhle. Zurück auf der RN 40, führt Sie nach wenigen Kilometern die Landstraße 39 über Schotter zu den Seen Lago Posadas und Lago Pueyrredón am Fuß der schneebedeckten Andenkordillere. Übernachten Sie in der von Horacio Richards freundlich geführten Hostería Río Tarde .

Tag 4

Erneut zurück auf der RN 40, wechseln Sie kurz vor Las Horquetas auf die RP 37 zum Nationalpark Perito Moreno (nicht verwechseln mit dem Gletscher Perito Moreno weiter südlich!). Die Straße endet bei der riesigen Estancia La Oriental . Hier übernachten Sie zünftig-rustikal in einem noch aktiven Landgut, auf Wunsch auch auf dem angeschlossenen Campingplatz.

Tag 5-6

Patagonien pur: Heute geht es fast 500 km weit durch karges Ödland, dessen hartes Gras Schafherden futtern. Bei Tres Lagos biegt die Ruta 40 scharf nach Westen ab in die Region der beiden südlichsten Seen, Lago Viedma und Lago Argentino, der beiden enormen Eingangstore zum Parque Nacional Los Glaciares. Kurz nach Tres Lagos zweigt die RP 23 ab, die am Nordufer des Lago Viedma entlang nach El Chaltén führt, dem Paradies der Trekker an der chilenischen Grenze am Fuß des Cerro Fitz Roy. Besorgen Sie sich im Touristenbüro an der Ortseinfahrt die ausführlichen Informationen über alle Trekkingpfade im Gebiet. Viele beginnen nahe der Hostería El Pilar an einem versteckten Flussufer 17 km nördlich vom Ort. Quartieren Sie sich dort für zwei Tage ein und unternehmen am nächsten Tag eine Wanderung durch die eindrucksvolle Landschaft! Auch ein gutes Restaurant finden Sie in der Hostería.

Tag 7-8

Über die RN 40 und die westwärts abzweigende RP 11 erreichen Sie El Calafate , wo Sie am Seeufer des Lago Argentino ein Zimmer in der Hostería Cauquenes de Nimez beziehen. Am nächsten Tag erwartet Sie dann einer der Höhepunkte der Tour: die Exkursion zum weltberühmten Glaciar Perito Moreno . Der Trekkingausflug mit Hielo y Aventura auf der blau schimmernden Eisfläche des Gletschers ist ein unvergessliches Erlebnis.

Im Tigredelta vor der Hauptstadt

Tag 1

Um 11.30 Uhr nehmen Sie den Zug nach Tigre im Bahnhof Retiro in Buenos Aires . Ihr Zug fährt im Bahnhof der Gesellschaft Mitre (die linke der drei großen Bahnhofshallen) alle 15 Minuten an den Bahnsteigen 1-3 ab. Setzen Sie sich an ein Fenster in Fahrtrichtung links: So erhaschen Sie unterwegs einen Blick auf die Villen der reichen Stadtviertel im Norden der Stadt und - zwischen Vicente López und Olivos - auf die Präsidentenresidenz.

Nach 42 Minuten Fahrt steigen Sie in Beccar zum Besuch eines Patrizierpalasts aus. Überqueren Sie die Schienen, gehen Sie die Calle Presidente Uriburu sieben Blocks ostwärts Richtung Fluss und dann auf der Calle Elortondo wenige Meter rechts zur Villa Ocampo. In der Sommerresidenz der Schriftstellerin und Mäzenin Victoria Ocampo (1890-1979) waren ihre Freunde Jorge Luis Borges, Rabindranath Tagore und Antoine de Saint-Exupéry zu Besuch, Igor Strawinsky spielte an ihrem Klavier. Das Haus mit herrlichem Park am Flusshang wird heute von der Unesco verwaltet, die aristokratischen Räume beherbergen verschiedene Ausstellungen. Den Besuch beschließen Sie bei einem Mittagessen auf der Veranda mit Blick auf den Garten.

Vom Bahnhof Beccar sind es noch fünf Stationen bis nach Tigre . 300 m rechts am Fluss entlang, erreichen Sie den Flusshafen Estación Fluvial. Dort finden Sie neben einer Infostelle die Schalter von Interisleña, wo Sie Ihr Ticket für die erste Fahrt am nächsten Tag nach Los Pecanes kaufen. Dann gehen Sie über die Brücke aufs andere Ufer des Río Tigre und schlendern die Uferstraße nach rechts entlang. Bei der Mündung in den Río Luján biegen Sie links ab und kommen nach rund 900 m zum Hotel Villa Julia, in dem Sie mit Glück ein Zimmer mit Blick auf den Fluss erwischen. Im Restaurant Il Novo María del Luján essen Sie direkt am Fluss zu Abend.

Tag 2

Am nächsten Morgen geht es um 8.30 Uhr von der Estación Fluvial aus mit der lancha colectiva, dem Flussbus, in 90 Minuten zur Hostería Los Pecanes . Langsam geht es von der intensiv befahrenen Wasserstraße des Río Luján über diverse Flussläufe und den Las-Palmas-Arm des breiten Río Paraná in die einsamere, Segunda Sección genannte Gegend des Tigre deltas. Die Ruhe inmitten der üppigen Vegetation und verschiedene Kolibriarten, die zu den Honignäpfen am Haus angeschwirrt kommen, machen einen Aufenthalt in Los Pecanes unvergesslich. Ob Sie den Rest des Tages mit Kanu- und Bootsfahrten (auch bei Nacht!) durch stille Flussarme oder mit einer Wanderung über die Insel verbringen oder einfach nur baden und faulenzen, entscheiden Sie nach Lust und Laune.

Tag 3

Am Nachmittag geht es mit der letzten lancha colectiva (16.30, Sa/So 18.30) der Reederei Interisleña wieder zum Flusshafen in Tigre . Zurück in die Stadt nehmen Sie jetzt einen anderen Zug, den Tren de la Costa, dessen Bahnhof vom Anleger 300 m in entgegengesetzter Richtung an der Calle Vivanco liegt. Die Bahn fährt näher an der Küste entlang und erreicht nach 25 Minuten die Endstation Avenida Maipú. Dort kommen Sie über eine Brücke an den Anschlussbahnhof Bartolomé Mitre und von dort sind Sie in 40 Minuten wieder in Buenos Aires am Bahnhof Retiro.

Argentinien perfekt im Überblick

Tag 1-4

Buenos Aires ist natürlicher Startpunkt. Mit einem Direktflug nach Puerto Iguazú im äußersten nordöstlichen Zipfel des Landes geht es ab in die Natur zu den grandiosen Wasserfällen Cataratas del Iguazú. Einen unvergesslichen Eindruck gewinnen Sie bereits bei einem zweitägigen Aufenthalt. Anschließend kundschaften Sie das tropische Hinterland aus: Mit dem Mietwagen geht es auf der RN 12 zu den Ruinen der Missionsstationen, die die Jesuiten in Santa Ana und San Ignacio Mini im 17. Jh. mit den Guaraníindianern errichteten. Über die RP 4 und die sich am Río Uruguay entlangschlängelnde RP 2 geht es weiter zur Lodge Don Enrique bei den Saltos del Moconá , wo Sie sich für zwei Nächte einquartieren. Mitten im Urwald fällt das Wasser hier auf einer Breite von 3 km vom höheren auf das niedrigere Flussbett - spektakulär! Zurück in Puerto Iguazú, nehmen Sie den Direktflug nach Salta .

Tag 5-8

Die Kindermumien im MAAM in Salta sind einen ehrfürchtigen Besuch wert. Im Leihwagen führt der Weg dann Richtung Südwesten durch die Kandelaberkakteen des Parque Nacional Los Cardones bis ins sympathische Cachi . Nach der anstrengenden Fahrt lockt ein Glas des lokalen Torrontés-Weißweins in der Oliver Wine Bar auf der Plaza neben der Kirche mit dem 6380 m hohen Nevado de Cachi im Hintergrund. Weiter südlich auf der RN 40 erreichen Sie Cafayate , das Zentrum der Valles Calchaquíes. Machen Sie hier noch einmal Station, um ausgeruht auf der RN 68 durch die 75 km lange Schlucht Quebrada de las Conchas zurück nach Salta zu fahren, wo Sie den Direktflug nach Mendoza nehmen.

Tag 9-10

Nach all der Hitze ist der Besuch der Weinoase Mendoza im Schatten der schneebedeckten Andengipfel wunderbar erholsam. Im Mietwagen erreichen Sie bequem eines der Weingüter in der Umgebung, etwa das der Familia Zuccardi . Bei einem Glas Malbec oder Sauvignon Blanc in den Weinkellern stimmen Sie sich ein auf ein abwechslungsreiches Programm von Aktivitäten, das auf dem Gut angeboten wird - vom Picknick bis zur Radtour durch die Reben.

Tag 11-14

Dann geht es noch einmal in die Wüste, zu den Mondlandschaften von Talampaya und Ischigualasto. Nach 470 km auf der RN 40 erreichen Sie die Kreuzung mit der RN 76. Dort finden Sie vor dem Ort Villa Unión Unterkunft für zwei Tage im Hotel Pircas Negras . Am ersten Tag erkunden Sie den an der RN 76 gelegenen Nationalpark Talampaya mit seinen Felsmalereien. Am nächsten Tag fahren Sie über die RN 76 und die RP 510 zum Eingang des Naturparks Ischigualasto bei San Agustín del Valle Fértil. Tauchen Sie hier einen Tag lang in die versteinerte Welt der Dinosaurier ein! Übernachten Sie in der Hostería del Valle Fértil, um am nächsten Tag über die RP 510, RN 141 und RN 20 bei Villa Media Agua wieder die RN 40 zu erreichen. Noch 100 km und Sie sind wieder in Mendoza .

Tag 15-16

Am Morgen nehmen Sie den Flug nach Neuquén. Mit dem Mietwagen kommen Sie über die RN 22 und ab Zapala die RN 40 nach San Martín de los Andes am Lácarsee, wo Sie nur 100 m vom Ufer entfernt im La Casa de Eugenia komfortabel übernachten. Hier beginnt der wunderschöne Camino de los Siete Lagos: Auf 110 km zieht er sich an der RN 40 entlang; dabei durchfahren Sie zwei Nationalparks und passieren neben den namengebenden sieben Seen weite Wälder und die schneebedeckten Gipfel der Patagonischen Anden. Über Villa La Angostura sind es dann noch rund 100 km weiter bis San Carlos de Bariloche . Im Península Petit Hotel finden Sie auf der Halbinsel San Pedro eine ruhige Unterkunft mit Blick auf den See Nahuel Huapi.

Tag 17-18

Ein Flug nach El Calafate bringt Sie dann ins Gletschergebiet. Übernachten Sie in der Hostería Cauquenes de Nimez; dort werden Sie auch bestens beraten, um den Ausflug zum Perito-Moreno-Gletscher zu planen.

Tag 19-21

Der Flug zur Península Valdés bringt Sie über Feuerland, mit Zwischenlandung in Ushuaia - es lohnt, einen Fensterplatz zu buchen! Ankunftsflughafen ist Trelew; von dort kommen Sie auf der RN 3 und - kurz nach Puerto Madryn rechts ab - der RP 2 nach Puerto Pirámides , der einzigen Ortschaft auf der Halbinsel. Walbeobachtung ist hier von Mai bis November das große Erlebnis. Aber auch zu anderen Jahreszeiten gibt es mit Seeelefanten und Schwertwalen genug zu sehen. Von Trelew aus fliegen Sie zurück nach Buenos Aires - und können dann stolz darauf sein, praktisch einmal rund um Argentinien gereist zu sein.

Kakteen, Wein und Bergwüste im Nordwesten

Tag 1

In San Miguel de Tucumán , Hauptstadt der kleinsten und am dichtesten bevölkerten Provinz Argentiniens, bewundern Sie zunächst die Prachtbauten um die Plaza Independencia aus der Zeit um 1900, als sich hier dank der Zuckerindustrie ein reiches Bürgertum bildete. Über die Avenidas 24 de Septiembre und Mate de Luna fahren Sie - erneut an vornehmen Villen vorbei - langsam den Hang der Sierra de San Javier hinauf. Über die RP 338 erreichen Sie Villa Nougués , wo die Zuckerbarone sich auf gut 1000 m Höhe vom feuchten Stadtklima erholten. Auf der Terrasse der Hostería Villa Nougués bewundern Sie mittags die Landschaft und lassen sich Forellen oder Empanadas schmecken.

Jetzt geht es auf der RP 338 bergab in die Zuckerrohrplantagen. Über die Straßen 301, 38 und 307 erreichen Sie das Tal Valle de Tafí. Der Weg führt zum Teil über steile Abhänge, die in den 1970er-Jahren Kampfgebiet zwischen linker Guerilla und Militär waren. Am Eingang des Tafítals befindet sich der Parque de los Menhires : Staunen Sie hier über die rund 50 Monolithen der Tafíkultur aus dem 4.-9. Jh., die auf dem Gelände zusammengebracht worden sind. 10 km weiter haben Sie Tafí del Valle erreicht, wo Sie sich im Hotel Mirador del Tafí für die Nacht einquartieren.

Tag 2

Weiter geht es über die RP 307 und 357 bis zur RN 40 bei Amaichá del Valle, wo nach 17 km eine Abzweigung links über 5 km Schotterstraße zu den Ruinas de Quilmes führt, den Ruinen der befestigten Stadt der Quilmesindianer. Achten Sie auf die ausgeklügelte Bewässerungskultur, die die Quilmes hier in Terrassenbauweise angelegt hatten. Wieder auf der RN 40, erreichen Sie nach rund 50 km Cafayate . Hier wird aus den Torrontés-Trauben der aromatische Weißwein Saltas gekeltert. Lassen Sie sich den ein oder anderen Probeschluck nicht entgehen, z.B. im traditionsreichen Weingut Bodegas Etchart. Zwischen Weinstöcken übernachten Sie im Resort Viñas de Cafayate 3 km vom Hauptplatz auf der 25 de Mayo in Richtung Divisadero.

Tag 3

Von Cafayate geht es - wieder auf der RN 40 - zum historischen Jesuitendorf San Carlos aus dem 16. Jh. und ab da auf Schotter 136 km durch von Kondoren überflogene Mondlandschaften bis Cachi. Ein Abstecher auf halbem Weg führt bei Molinos auf der RP 53 ins biodynamische Höhenweingut Colomé mit dem Lichtmuseum von James Turrell. Das feine Restaurant mit regionaler Küche bietet noch einmal Gelegenheit zur Verkostung der lokalen Weine. In Cachi steht mit der Iglesia San José aus Adobe und Kakteenholz eine der schönsten Kirchen des Nordwestens. Neben der Kirche können Sie sich mit Bier und Empanada auf dem Hauptplatz des Orts von der Geländefahrt erholen. Nur knapp 10 km weiter - nun wieder auf Asphalt - finden Sie in Payogasta Unterkunft im umgebauten Landgut Sala de Payogasta an der RN 40. Hauseigene Weine sowie Ziegen- und Schafskäse stehen auf dem Tisch des guten Hotelrestaurants.

Tag 4

Auf der Weiterfahrt nach Salta geht es auf der Landstraße 33 über eine Hochebene, vorbei an den Vikunjas und Kandelaberkakteen des Nationalparks Los Cardones . Auf 3260 m Höhe, wo der enorme Mühlstein Piedra del Molino geheimnisvollen Ursprungs am Wegrand steht, beginnt die steile Cuesta del Obispo , eine Passstraße mit wunderbarer Aussicht, die 1200 Höhenmeter hinunter ins Lermatal führt. Durch Tabakplantagen kommen Sie auf die RN 68, der Sie nordwärts nach Salta folgen.

Wasser und Sümpfe im tropischen Nordosten

Tag 1-2

In Corrientes erstrecken sich an der Biegung des Río Paraná der Parque Mitre und die Uferpromenade mit netten Restaurants und herrlichem Blick auf den breiten Fluss. Hier kehren Sie ein, nachdem Sie durch den Park spaziert sind und auf einer zweistündigen Bootsfahrt mit Paseos Pedro Canoero die Stadt vom Wasser aus wahrgenommen haben. Von Corrientes aus fahren Sie das riesige Sumpfgebiet der Esteros del Iberá von der wenig besuchten Westseite an.

Auf der Landstraße 5 erreichen Sie über San Miguel in gut vier Stunden das Naturschutzgebiet und kommen zum Portal San Nicolás , einer ehemaligen estancia, die von Umweltschützern in einen Naturpark umgewandelt wurde. Dort bietet sich der beste Einblick in das rege Tierleben. Sogar der in Argentinien äußerst selten gewordene Jaguar wird dort in einem einzigartigen Projekt wieder eingeführt. Ganz nah bleiben Sie der Natur, wenn Sie sich hier für zwei Tage auf dem Campingplatz San Nicolás des von ortskundigen Bewohnern betriebenen Ökoturismusprojekts Yasí Berá einquartieren. So haben Sie den ganzen nächsten Tag Zeit, den Park auf einem der Trekkingpfade zu erkunden oder sich je nach Angebot einer Bootsfahrt, einer Reit- oder Biketour anzuschließen. Wer kein Zelt dabeihat, findet in San Miguel im Hospedaje Iberá eine saubere Unterkunft.

Tag 3

Via San Miguel geht die Fahrt nordöstlich auf der RN 118 und dann ostwärts auf der RN 12 durch eine amphibische Landschaft zwischen dem Río Paraná zur linken und dem Nordrand der Lagune zur rechten Hand weiter. Von Ituzaingó machen Sie einen kurzen Abstecher an die Grenze zu Paraguay, um den monumentalen Staudamm der Entidad Binacional Yacyretá zu besichtigen. Ein Quartier für die Nacht finden Sie in Posadas , das Sie eine gute Stunde später erreichen.

Tag 4-5

Auf der RN 12 durchfahren Sie die tropische Provinz Misiones und erreichen schließlich gegen Mittag Puerto Iguazú mit einer Fülle an Restaurants und Hotels. Von hier ist es nur noch ein Katzensprung zum Nationalpark Cataratas del Iguazú . Erkunden Sie am Nachmittag die Wasserfälle von den zwei Wanderwegen Circuito Inferior und Circuito Superior aus, für die Sie jeweils eine Stunde brauchen. Die eindrucksvolle Garganta del Diablo, zu der Sie am besten mit einem kleinen Bähnchen kommen, heben Sie sich für den nächsten Vormittag auf. Und zum krönenden Abschluss wandern Sie auf dem Sendero Macuco 7 km durch den Urwald des Nationalparks.

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Der Journalist Juan Garff ist dpa-Korrespondent in Argentinien und hat für die wichtigsten argentinischen Zeitungen als Theaterkritiker gearbeitet. Sohn eines Deutschen und einer Finnin, verheiratet mit einer Spanierin, hat er ein feines Gespür für den Blick des Ausländers im fremden Land gewonnen. Seit 20 Jahren schreibt er für führende Verlage (Geo, DuMont, MARCO POLO) über Reisethemen.

Der SZ.de-Reiseführer wird Ihnen in Kooperation mit Marco Polo präsentiert. Alle Angaben ohne Gewähr auf Richtigkeit, Aktualität oder Vollständigkeit der Information. Die Verantwortung für die präsentierten Inhalte und Rechte liegt ausschließlich bei Marco Polo.

Quelle: www.marcopolo.de

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