So lernten die Besucher Iran von der ganz privaten Seite kennen: "Neben den Beschwerlichkeiten, welche die Bevölkerung über sich ergehen lassen muss, haben wir auch die kleinen Akte des Ungehorsams mitbekommen", sagt Trenker. So hätten sie bei einer jungen Frau und deren Familie übernachtet. Der Vater sei zur Feier des Tages losgeeilt, um bei seinem Freund selbstgebrannten Pflaumenschnaps zu holen. Und die junge Gastgeberin erzählte, sie habe wie einige andere Frauen früher an illegalen Autorennen teilgenommen. Nicht nur zuhause, sondern auch im Auto nahm sie ihr Kopftuch demonstrativ ab "und drehte das Fenster herunter und die CD auf volle Lautstärke, als das Lied 'Losing my religion' von R.E.M. kam". Andreas Trenker war überrascht von der Offenheit, mit der Iraner ihm gegenüber oft das Regime kritisierten.

Im Bild: Motorräder prägen das Straßenbild, hier im Zagros Gebirge - einen Helm trägt kaum jemand.

Bild: Andreas Trenker 18. Mai 2017, 11:492017-05-18 11:49:08 © SZ.de/edi/sks