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Reisebuchung:Akku leer, Handy verloren - und was ist mit dem Online-Ticket?

Auf einem Smartphone ist eine Bordkarte gespeichert.

Bordkarte, Bahnticket, Hotelvoucher: Viele Reiseunterlagen können auf dem Handy gespeichert werden

(Foto: Robert Günther/dpa)

Das Smartphone wird auf Reisen zur digitalen Brieftasche für Tickets, Bordkarten und Buchungsbestätigungen. Doch was passiert, wenn die Technik versagt?

"Schatz, du hast doch die Tickets?" Früher war das der Satz für den Schockmoment am Flughafen. Heute steckt das Flugticket im Handy, virtuell natürlich, genauso wie die Bahnfahrkarte, der Hotelvoucher, die vorab gekaufte Eintrittskarte fürs Museum und die Buchungsbestätigung für die exklusive Eiffelturm-Besichtigung bei Vollmond. Das Handy ist ohnehin immer dabei, praktische Sache also - solange nicht der Akku seinen Geist aufgibt, die Buchungsbestätigung versehentlich doch nicht gespeichert wurde oder das Handy gar ganz verloren geht. Und dann? Die wichtigsten Fragen und Antworten rund um Online-Buchungen und -Tickets - und ihre Tücken.

Beim Check-in lässt sich die Mail mit dem Buchungscode nicht öffnen. Muss der Fluggast am Boden bleiben?

Wer am Schalter einen Personalausweis oder Reisepass vorzeigen kann, wird in aller Regel trotzdem fliegen dürfen: Die Buchung ist im System der Airlines hinterlegt. Karolina Wojtal, Juristin beim Europäischen Verbraucherzentrum Deutschland in Kehl, rät trotzdem dazu, immer einen Ausdruck der Buchungsbestätigung oder des E-Tickets einzupacken - und die Telefonnummer der Fluglinie griffbereit haben, falls doch noch Rückfragen erforderlich sind oder der Airline-Schalter am Flughafen geschlossen ist. Probleme drohen auch, wenn der Name eines Reisenden bei der Buchung falsch geschrieben wurde - das ist auf der Minitastatur des Smartphones schnell passiert. Für die Korrektur verlangen viele Fluggesellschaften eine Gebühr. Fällt der Fehler erst beim Check-in auf, ist das Ticket unter Umständen ungültig.

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Bei der Fahrscheinkontrolle in der Bahn ist der Akku leer. Wird man zum Schwarzfahrer, weil man das Online-Ticket nicht zeigen kann?

Wer sich für die mobile Ticketvariante entscheidet, ist dafür verantwortlich, dass der Fahrschein auf dem Gerät sichtbar ist. Kann er kein gültiges Ticket vorlegen, ist er tatsächlich erst einmal Schwarzfahrer. Bei der Deutschen Bahn ist die Buchung zwar im System registriert, für den Zugbegleiter aber nicht abrufbar. Das zieht für den Fahrgast einigen Aufwand nach sich: Er muss sich eine "Fahrpreisnacherhebung" ausstellen lassen und nachträglich belegen, dass er ein Ticket gekauft hatte, zum Beispiel mit der Buchungsbestätigung, die er per Mail erhalten hat. "Eine Bearbeitungsgebühr wird trotzdem fällig", sagt Karolina Wojtal. Und: Der Fahrgast muss sich im Zug ausweisen können, denn die Online-Tickets sind personalisiert. Ein Online-Ticket kann deshalb auch nicht an den Partner, das Kind oder die Kollegin weitergereicht werden: Bereits bei der Buchung wird - im Unterschied zu Tickets, die am Schalter gekauft werden - der Name des Reisenden eingetragen.

Ähnliche Regeln gelten in vielen Städten auch für Online-Tickets in Bus und Bahn. Wer sie nutzen möchte, sollte auf jeden Fall vorab einen Blick ins Kleingedruckte werfen - und auf den Ladezustand seines Akkus achten. Immerhin müssen die Fahrgäste keine Angst vor einem schlechten Mobilfunknetz haben. Die Tickets werden in der Regel aufs Gerät geladen und können auch offline vorgezeigt werden.

Können Reisende die Online-Buchung fürs Hotel rückgängig machen?

Das 14-tägige Widerrufsrecht, das für Onlinekäufe - etwa bei Kleidung - eingeräumt wird, gilt bei Hotelbuchungen nicht. Es handelt sich nicht um einen Kaufvertrag, sondern um einen Beherbergungsvertrag. Dabei macht es keinen Unterschied, ob das Zimmer online, im Reisebüro oder vor Ort gebucht wurde. Bei einem Rücktritt fallen Stornogebühren an. "Sie sind in der Regel gestaffelt und richten sich nach dem Zeitpunkt, zu dem man storniert", sagt die Verbraucherschützerin. Einige Buchungsportale gestatten zwar mittlerweile auch noch sehr kurzfristige Stornierungen. "Das muss aber nicht bedeuten, dass ein Hotel bei einer Direktbuchung dieselben Konditionen anbietet", sagt Karolina Wojtal. Absichern können sich Reisende mit einer Reiserücktrittskostenversicherung. Sie springt ein, wenn eine Reise wegen akuter Krankheit oder wegen eines Todesfalls in der Familie nicht angetreten werden kann - jedoch nicht, wenn man plötzlich keine Lust mehr auf das Reiseziel hat. Ein leerer Handy-Akku dagegen sollte beim Hotel-Check-in kein Problem sein: Der Ausweis reicht.

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Gebucht ist gebucht: Das gibt dem Reisenden die Sicherheit, dass der Platz im Flugzeug und das Zimmer im Hotel auch tatsächlich für ihn reserviert sind, verpflichtet aber auch zur Sorgfalt beim Ausfüllen der Buchungsformulare. "Es gibt bei Reise- und Beförderungsverträgen kein Widerrufsrecht", betont Wojtal. Ähnlich wie bei einer Hotelbuchung muss auch bei einer Stornierung ein Teil des Reisepreises geleistet werden.

Wurde die Reise online gebucht, laufen auch alle weiteren Schritte normalerweise papierlos ab: Die Buchungsbestätigung kommt per E-Mail, ebenso der Hinweis auf geänderte Flugzeiten oder eine Zahlungserinnerung - übersehene Informationen können nicht nur ärgerlich, sondern auch teuer werden. "Manchmal landet die Buchungsbestätigung im Spam-Ordner, der Kunde findet sie nicht und bucht ein zweites Mal", berichtet die Verbraucherschutz-Juristin. "Das ist für die Kunden dann ganz bitter, weil uns die Unternehmen belegen können, dass es sich um zwei separate Buchungen handelte, die auch bezahlt werden müssen."

Der vorab gebuchte Museumsbesuch passte doch nicht in den Zeitplan. Kann man sich das Geld erstatten lassen?

Bei termingebundenen Veranstaltungen wie einem Museums- oder Konzertbesuch gibt es kein Widerrufsrecht. Wird das Ticket nicht genutzt, verfällt es. Verbraucherschützerin Wojtal rät, sich bei vorab gebuchten Führungen genau über Startort und Zeitpunkt zu informieren: "Verpasst man die Gruppe, ist das Ticket nämlich oft auch nicht mehr als normale Eintrittskarte verwendbar."

Eine Reservierung im Restaurant sei dagegen meistens unverbindlich. Wird der Tisch nicht genutzt, ärgert das nur den Wirt. Werden allerdings schon bei der Reservierung persönliche Daten und eine Kreditkartennummer abgefragt, empfiehlt sich ein genauerer Blick in die Geschäftsbedingungen - manchen Restaurantbesitzern reicht es nämlich: Sie verlangen Stornogebühren für reservierte Tische, die leer bleiben.

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