Reise-Trends in Metropolen San Francisco

San Francisco

Hotspot der Stadt: Es ist laut und stinkt zum Himmel, doch die von Seelöwen besetzten Bootsstege am Hafenpier 39 sind die Attraktion für Touristen und Einheimische. Nach ihrem mysteriösen Verschwinden im vergangenen Winter sind die speckigen Meeressäuger pünktlich zum Sommerauftakt in die Fisherman's Wharf zurückgekehrt. Zur Freude der Schaulustigen ziehen hunderte ihre tägliche Show auf den Docks ab: Sie kämpfen brüllend um die besten Plätze, stoßen Artgenossen ins Wasser und wälzen sich übereinander. Da kann man stundenlang zugucken, selbstverständlich zum Nulltarif.

Außerdem: Die Aktion "Sunday Streets" macht San Francisco zum Fußgänger- und Radlerparadies. An neun Sonntagen in diesem Sommer werden Autos aus wechselnden Stadtvierteln verbannt. Den Auftakt machte die Embarcadero-Hafenpromenade mit einer riesigen Blockparty: Wo sonst der Verkehr fließt, gab es Jonglierer, Jogger und Yogastunden unter freiem Himmel. Der Bürgermeister der Westküstenmetropole hat seiner Stadt ein Fitnessprogramm verschrieben. Damit waren die Proteste von Autofahrern schnell und unbürokratisch vom Tisch. Bis Ende Oktober läuft die Aktion mit verkehrsfreien Straßen.

Accessoire des Sommers: Die obligatorische warme Jacke, wegen des kalten Sommernebels, der oft durch die Straßen von San Francisco zieht. Und dazu ein Eis von Humphry Slocombe, dem kulinarischen Treff für Wagemutige und Geduldige, die sich nicht an langen Schlangen vor dem Eiscremeladen stören. Die beliebteste Sorte, "Secret Breakfast" (heimliches Frühstück) ist ein dekadenter Mix aus Bourbon, gerösteten Cornflakes und Vanilleeis. "Jesus Juice" enthält Rotwein und Coke, "Foie Gras" wird mit Gänseleber veredelt. "Elvis (the Fat Years)" ist Bananeneis mit Speck und Erdnüssen. Chef-Patissier Jake Godby gibt seine täglich zehn bis zwölf frischen Kreationen via Twitter kund.

Smoggeplagt: Santiago de Chile.

(Foto: dpa)

Sommerhit: In dem früheren Hippie-Mekka ist der Sound nostalgisch. Scott McKenzies Hymne an die Flower-Power-Bewegung, "San Francisco (Be Sure to Wear Flowers in Your Hair)", ist mehr als 40 Jahre alt, tönt aber gerade im Sommer aus Radios und Kneipen. Schließlich erinnert der Song an den "Summer of Love" im Jahr 1967, als Tausende junge Menschen - mit Blumen im Haar - in die Westküstenstadt pilgerten.