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Reisepioniere Lewis und Clark:Historischer Moment der Gleichberechtigung

Ohne Pferde und indianische Führer hatten sie keine Chance. Also machten sich Lewis und Clark auf die Suche nach den Indianern, die sie über die Berge bringen sollten: Schoschonen, der Stamm der jungen Sacajawea. Zur großen Überraschung aller war inzwischen ein Bruder von Sacajawea Häuptling der Schoschonen.

Lewis And Clark

Meriwether Lewis und William Clark im Gespräch mit Eingeborenen.

(Foto: Getty ImagesHulton Archive/Getty Images)

"Das Wiedersehen dieser Menschen war sehr ergreifend, ganz besonders zwischen Sacajawea und einer indianischen Frau, die damals mit ihr gefangen genommen worden war, aber fliehen und zu ihrem Volk zurückkehren konnte." Captain Lewis, 17. August 1805

Sacajaweas Bruder überließ der Expedition Pferde und Männer, die die Gruppe über die schneebedeckten Rocky Mountains geleiteten. Der Weg war mühsam, die Nahrungsmittel waren knapp und die Jäger oft tagelang erfolglos. Endlich auf der anderen Seite hatten die Abenteurer Glück, sie trafen wieder auf Indianer, die ihnen wohlgesonnen waren. Nur die Natur machte es den Entdeckern weiterhin nicht leicht: Auf dem Columbia River mussten sie gefährliche Stromschnellen überstehen, bis sie endlich den Pazifik erreichten.

Hier hatten zwar schon Schiffe angelegt, um Handel zu treiben. Doch nun war keines in Sicht. Also mussten die Männer, die Indianerfrau und ihr Baby wieder den ganzen Weg über die Rockies zurück - und zuvor noch einen Winter in einem selbst gebauten Fort nahe einem friedlichen Indianerstamm überstehen.

Karte von Lewis und Clark, 1814 publiziert

Karte von Lewis und Clark, die 1814 veröffentlicht wurde.

(Foto: Quelle: Wikimedia Commons)

In den USA wird es als uramerikanischer Moment der Gleichberechtigung angesehen, dass auch Clarks Sklave York sowie Sacajawea ebenfalls mit darüber abstimmen durften, wo das Quartier aufgeschlagen werden sollte.

Im Frühling machten sich Lewis und Clark getrennt auf den Rückweg, um zwei mögliche Routen über die Rocky Mountains zu erkunden: der eine über den Yellowstone, der andere über den Missouri. Nach einem Monat trafen sich die beiden Gruppen wieder - allerdings nicht wohlbehalten: Lewis war unterwegs angeschossen worden. Nicht von einer Gruppe kriegerischer Blackfoot-Indianer, gegen die er kämpfen musste, sondern bei der Jagd von einem Teilnehmer seiner Expedition. Er erholte sich aber bald wieder.

Am 23. September 1806 erreichte die Gruppe wieder St. Louis, wo sie im Mai 1804 aufgebrochen war. Dort war erst die Überraschung, dann der Jubel groß: Weil die Expedition sehr viel länger gedauert hatte als gedacht, war man überzeugt, alle Entdecker seien umgekommen. Tatsächlich war auf der gefährlichen Reise nur ein Mann gestorben - an Blinddarmentzündung.

Die Lewis-und-Clark-Expedition öffnete das Tor zum Wilden Westen und bereitete damit den Weg für die heutigen Ausmaße der Vereinigten Staaten von Amerika. Zudem waren die genauen Aufzeichnungen über die Entdeckungen und Abenteuer der Männer die erste Literatur über den Wilden Westen (hier finden Sie den Originalbericht in englischer Sprache und unter http://www.lewisandclarkexhibit.org können Sie die Reise virtuell nachverfolgen).

Nach Bekanntwerden der Erfahrungen und Entdeckungen der Lewis-und-Clark-Expedition hatten es vor allem Pelzhändler eilig, in diese vielversprechenden Jagdgründe zu kommen. Den verheißenen Frieden brachten sie den Indianern nicht, sondern Krankheit, Kämpfe und Vertreibung.

Tragisch ist die Rolle der jungen Sacajawea, die mit ihrem Mut, Wissen und diplomatischen Geschick zum Erfolg der Reise-Pioniere beitrug - und damit letztlich zur Zerstörung der indianischen Kultur.