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Reise nach Cazin, Bosnien:Bei der wohlbekannten Fremden

Links unsere Autorin, rechts Ferida Makalic - und hinten die wilde Una.

(Foto: Armin Smailovic)

An 250 Tagen im Jahr macht Ferida Makalic in München sauber. Im Juli und August aber fährt sie zu ihrer Familie nach Bosnien. Unsere Autorin hat ihre Putzfrau begleitet.

Ich sage jetzt Ferida zu ihr. Seit sie mir beim Begrüßungs-Espresso am Busbahnhof in Cazin von ihrem "Scheiße-Leben" erzählte, ist es vorbei mit meiner Distanz: Ihr Vater hat sie früh verheiratet mit einem Mann, den er in Ordnung fand, sie nicht. Mit ihm zog sie vor 39 Jahren nach München, sie bekamen zwei Söhne, er hat sie gewürgt und geschlagen, eine Hure geschimpft, mit ihrem zweiten Mann, Bosnier auch er, hat sie zwei Kinder, mit ihm war sie elf Jahre glücklich, aber seit 19 Jahren lebt er in einem Pflegeheim in Kiefersfelden - wegen eines Autounfalls, an dem er unschuldig war. Auch sein Gehirn arbeitet nicht mehr recht, Edwin, seinen Sohn, hält er für seinen Bruder. Ihre vier Kinder hat sie so gut wie allein großgezogen. Und das ist nur der Anfang.

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