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Ende der Reise:Günstige Gelegenheit

Bahamas-Privatinsel wird versteigert

Little Ragged Island, auch St. Andrew's genannt, wird versteigert. Das Startangebot liegt bei 16 Millionen Euro, ein Schnäppchen quasi.

(Foto: dpa)

Die Bahamas-Insel Little Ragged Island wird versteigert. Anlass, über einen Umzug nachzudenken.

Von Stefan Fischer

Um das gesamte Münchner Glockenbachviertel zu kaufen, genügen wahrscheinlich alle Bitcoins dieser Welt nicht - selbst wenn sich der Kurs der Kryptowährung ein weiteres Mal verdoppeln sollte. So gesehen ist Little Ragged Island nicht besonders teuer: Klar, ein paar Millionen Euro braucht man schon, um die zu den Bahamas gehörende Privatinsel zu erwerben. Aber das Glockenbachviertel würde immerhin sieben Mal auf diese Insel passen.

Little Ragged Island steht tatsächlich zum Verkauf, die Insel soll versteigert werden. Das Startgebot liegt bei 16 Millionen Euro - ein Quadratmeterpreis von weniger als 2,50 Euro. Solche Konditionen gibt es nicht einmal in Brandenburg. Da heißt es, schnell ein-, zweihundert Gleichgesinnte finden, ein Gespräch mit dem Bankberater vereinbaren - und alsbald ein eigenes Dorf auf den Bahamas errichten. Am besten eine Streusiedlung, gegen eine solche könnte nicht einmal das Triumvirat aus Angela Merkel, Markus Söder und Christian Drosten virologische Einwände vorbringen.

Nachbarschaftsstreitigkeiten ließen sich auch weitgehend vermeiden. Wer ein paar Tausend Quadratmeter Insel inklusive Meerzugang mit Strand und Ankerplatz sein Eigen nennt, verschmerzt es leichter, wenn fremde Äste auf das Grundstück ragen oder der Nachbar in mehreren Hundert Metern Entfernung entweder grillt oder Rasen mäht. Home-Office macht ebenfalls mehr Spaß, wenn die Brandung des Atlantiks ins Zimmer rauscht statt des großstädtischen Verkehrslärms. Aufgrund der Zeitverschiebung wäre außerdem mittags bereits Feierabend und es bliebe genug Zeit zum Schnorcheln, Angeln, Faulenzen.

Vor allem aber würde sich die Frage, wann endlich man wieder verreisen kann, auf einer Bahamas-Insel weit weniger drängend stellen als in Brandenburg oder dem Glockenbachviertel. Die gesamte Inselbevölkerung müsste einfach im Uhrzeigersinn jeweils 17 Häuser weiterziehen, schon hätte jeder ein prächtiges Feriendomizil. Eigentlich ist alles also ganz einfach.

© SZ/ihe
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