bedeckt München 15°

Reise-Bildband Kasachstan:Fremdes Land, aus der Luft betrachtet

Kasachstan ist das neuntgrößte Land der Erde, doch was wissen wir eigentlich über die Republik in Zentralasien? Vier Fotografen verschafften sich einen Überblick und zeigen brachiale Landschaften, weitläufige Städte und exzentrische Architektur.

11 Bilder

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

1 / 11

Erstaunlicherweise schrecken die fremdartigen Buchstaben nicht ab, sondern verstärken sogar noch die Neugier: In kyrillischer Schrift und kasachischer Sprache steht der Titel des Bildbands orangefarben auf dem Einband. Das Wort Kasachstan kann man entziffern. Und im Grunde, wenn man sich grob auskennt im kyrillischen Alphabet, auch das Wort darunter. Nur, was bedeutet "Aspannan"? Weitere Buchstaben kommen einem zu Hilfe, denn unten auf dem Einband steht der englische Titel des zweisprachigen Bandes: "Kazakhstan from the sky".

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

2 / 11

Diese Wörter sind im Grunde spektakulärer als die Fotografie, auf der sie gedruckt sind: Die Aufnahme zeigt einen großen See und ein bergiges Ufer, Licht und Schatten werfen Muster. Einige wenige Häuser stehen in der bewaldeten Landschaft, nicht weit vom Wasser entfernt, Hotels wahrscheinlich.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

3 / 11

Ein schönes, wildromantisches Motiv, das aber dennoch nicht ganz so exotisch aussieht, wie der Titel des Buches das verheißt. Da muss unweigerlich noch etwas kommen, innen in dem Band - Bizarreres, Überraschenderes. So hofft man neugierig und wird nicht enttäuscht.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

4 / 11

Kasachstan also. Das neuntgrößte Land der Erde und das größte ohne Zugang zum Meer. Dimensionen, die einhergehen mit dem Maß des Nichtwissens. Wie sehen das Land und seine Bewohner aus? Davon haben hierzulande eher wenige eine Vorstellung. Und nun diese Gelegenheit: Kasachstan aus der Luft zu betrachten. Ein Flug über diese Weite, ausreichend hoch, um die Ausmaße erahnen zu können, und doch tief genug, um Details im Blick zu behalten.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

5 / 11

Dieses Prinzip ist im Grunde bis zu seiner eigenen Banalisierung durchexerziert worden: Welcher Landstrich ist in den vergangenen Jahren nicht - in oftmals sehr mittelmäßiger Qualität - aus der Luft fotografiert und das Ergebnis dann als Bildband verkauft worden? Bei Kasachstan ist die Angelegenheit indessen eine komplett andere: Weil man bislang überhaupt kaum ein Bild von diesem Land hat, egal, aus welcher Perspektive aufgenommen. Und dann sind die Fotografien von Berik Barysbekov und seinen Kollegen Farkhat Kabdykairov, Turar Kelmagambetov sowie Darhan Babamuratov auch von einer überdurchschnittlichen Qualität.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

6 / 11

Der Bildband erscheint deshalb in englischer und kasachischer Sprache bei einem deutschen Verlag, weil dieser, der Info Verlag, erst spät in das Projekt eingestiegen ist und nicht noch einmal Konzept und Gestaltung über den Haufen werfen wollte. Der Verleger Thomas Lindemann vertraut zurecht darauf, dass dadurch die Lust am Unbekannten nicht geschmälert wird.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

7 / 11

In sieben Kapitel ist der Band gegliedert, Bilder aus der Hauptstadt Astana und dem kulturellen Zentrum Almaty bilden eine urbane Klammer für die fünf Abschnitte mit Landschaftsfotografien. Wobei die Urbanität in Kasachstan eine andere ist als in Westeuropa. Sehr großzügig, sehr weitläufig sind die Städte angelegt, bedeutsame Gebäude stehen in der Regel frei, nichts tut ihrer Wirkung als Solitäre einen Abbruch.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

8 / 11

Lediglich in der neuen Hauptstadt Astana bildet sich etwas heraus, das man in den USA wohl Downtown nennen würde: eine Ansammlung von Wolkenkratzern sowie weiteren in die Höhe strebenden Bauten von teilweise exzentrischer Architektur. Manches sieht aus wie eine Science-Fiction-Kulisse aus einem vergangenen Jahrzehnt, altbacken futuristisch gewissermaßen. Aber eben auch: überraschend, spannend, weil anders als all die Städte, die man in Europa kennt.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

9 / 11

Vielleicht müssen sich die Städte in Kasachstan auch ein wenig aufplustern, weil sie sonst allzu verloren in der Landschaft stünden. Die fast immer brachial ist, vor allem auch dort, wo sie sich gnadenlos eben erstreckt. Es gibt in Kasachstan jedoch auch vielfältige Bergwelten: Hügellandschaften, alpine Seengebiete, schroffe Steinplateaus und im Tian-Schan-Gebirge Gipfel, die bis zu 7000 Meter hoch sind.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: "Kasachstan from the sky", Info-Verlag

10 / 11

Menschen leben wenige in Kasachstan, knapp 17 Millionen. Entsprechend wenige Spuren hinterlassen sie: Auf vielen der Fotografien gibt es keine Anzeichen einer Infrastruktur. Selbst die Städte wirken erstaunlich menschenleer. Wenn allerdings Kasachen zu sehen sind, dann haben sie auch immer ihre Fotografen gesehen; sie recken ihre Köpfe in den Himmel, neugierig darauf, wer über sie hinwegfliegt. Das wäre für die Betrachter von oben dann der nächste Schritt: Zu landen in Kasachstan und den Bewohnern näherzukommen.

Kasachstan Bildband Luftaufnahmen

Quelle: Info-Verlag

11 / 11

Berik Barysbekov: "Kasachstan from the sky". Info Verlag, Karlsruhe 2012. 294 Seiten, 35 Euro.

© SZ vom 12.7.2012/dd
Zur SZ-Startseite