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Spreewald:Sauregurkenzeit

Gurkenmarkt im Spreewald

Wer zur richtigen Zeit unterwegs ist, sieht auf dem "Gurken-Radweg" auch Gurken. Ansonsten: viel Natur in allen Grüntönen.

(Foto: Patrick Pleul/picture-alliance/dpa)

Badeseen, Schlösser, Gehöfte, eine kleine Lagune und natürlich Gurken: die Rundtour durch den Spreewald

Von Verena Mayer

Dass man mit dem Spreewald als Erstes die Gurken verbindet, liegt daran, dass das eingelegte Gewächs bereits zu DDR-Zeiten Kultstatus hatte. Weshalb Daniel Brühl im Film "Good Bye, Lenin!" auf der Suche nach einem Glas das halbe Nachwende-Berlin abklappert, damit seine aus dem Koma aufgewachte Mutter nicht merkt, dass ihre geliebte DDR untergegangen ist. Es liegt aber auch daran, dass man im Spreewald selbst sehr offensiv mit der Gurke umgeht. Auf der 260 Kilometer langen Radstrecke durch das Brandenburger Feuchtgebiet etwa, das heute ein Unesco-Biosphärenreservat ist. Sie ist ausgeschildert mit einer radelnden Gurke auf gelbem Untergrund und heißt, richtig, "Gurken-Radweg".

Die Gurke kommt unterwegs dann auch nicht zu kurz. Lübbenau mit seinem Hafen gilt etwa als "Stadt der Gurken", in Lehde wiederum steht Deutschlands einziges Gurkenmuseum, das von historischen Produktionsmitteln der Gurkeneinlegerei bis zur Verkostung alle Aspekte der Gurke abdeckt.

Das Spreewalddorf Lehde ist mit seinen pittoresken Holzhäusern und den Kanälen, die man bis heute mit Kähnen befährt, übrigens in jedem Fall einen Stopp wert, schon Theodor Fontane schwärmte von der "Lagunenstadt im Taschenformat". Eigentlich lohnt es sich, den gesamten Gurkenradweg abzufahren, was einige Tage mit Übernachtungen in Anspruch nimmt. In Corona-Zeiten kann man aber auch von Berlin aus sehr gut einzelne Etappen fahren. Am einfachsten geht das von Cottbus aus, das mit der Regionalbahn erreichbar ist. Egal, in welche Richtung man von hier die Rundtour nimmt, man findet all das vor, was diesen Radweg so besonders macht. Flache und meistens gut befestigte Wege, die an Gehöften, Wasserläufen, Badeseen und Geflechten aus den spreewaldtypischen Fließen vorbeiführen, an Feldern mit Störchen und Wäldern, in denen Kraniche und Seeadler heimisch sind. Und natürlich an einer Natur in allen Grüntönen. Gurkengrün ist auch dabei.

spreewald-info.de

© SZ/mai
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