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Proteste in Bangkok:Worauf Thailand-Reisende achten sollten

Bangkok Thailand Proteste Demonstranten

Mit Thai-Flaggen protestieren Regierungsgegner auf den Straßen Bangkoks.

(Foto: AFP)

Die Unruhen in Bangkok dauern an, die thailändische Regierung hat den Notstand für die Hauptstadt verhängt. Aber noch dauert die Reisesaison an. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur aktuellen Lage.

Die Lage in Thailand bleibt weiter angespannt. Aufgrund der anhaltenden Proteste hat die Regierung für Bangkok den Ausnahmezustand verhängt. Ein Ende der Unruhen ist momentan nicht abzusehen. Ist eine Reise ratsam? Oder überhaupt möglich? Hunderttausende Deutsche fahren jedes Jahr nach Thailand. Was Urlauber beachten sollten.

Fliegen Airlines noch nach Thailand?

Laut der Tourism Authority des Landes läuft der Verkehr auf den wichtigsten Flughäfen des Landes normal. Lufthansa beispielsweise fliegt Bangkok weiterhin an. "Wir beobachten die Situation von Ort allerdings sehr aufmerksam", sagt eine Sprecherin SZ.de.

Auf dem Weg in die Stadt und zurück zum Flughafen kann es schon jetzt zu Behinderungen kommen. Wer am Airport Suvarnabhumi landet oder abfliegt, sollte mit längeren Fahrtzeiten rechnen. Das Verkehrsaufkommen ist dem Flughafenbetreiber zufolge aufgrund der Proteste hoch, zeitweise könne es zu wenig Taxis geben. Reisende sollten deshalb die öffentlichen Verkehrsmittel oder private Shuttle-Services nutzen.

Wo finden die Demonstrationen statt?

In Bangkok konzentrieren sich die Proteste der Regierungsgegner derzeit auf die Gegend um das Demokratiedenkmal in der Ratchdamnoen Klang Avenue sowie rund um das Finanz- und Außenministerium - Gegenden, in denen Touristen sich in der Regel nicht aufhalten. Die Demonstranten besetzen aber auch Fernsehsender, Kasernen und Polizeiwachen. Die Unterstützer der Regierung haben ihr Lager am Rajamangala Stadion in der Ramkhamhaeng Road aufgeschlagen.

Doch die Proteste richten sich auch gegen den Regierungssitz der Premierministerin, der in der Nähe beliebter Touristenattraktionen liegt. Dazu gehören unter anderem der Königspalast, Wat Po mit dem liegenden Buddha und Wat Phra Kaeo mit dem Smaragdbuddha.

Sind Sehenswürdigkeiten noch zugänglich?

Sehenswürdigkeiten in Bangkok wie der Große Palast oder der Tempel des Smaragd-Buddha sind zwar geöffnet. Allerdings rät das Auswärtige Amt, dass Touristen Menschenansammlungen besser meiden sollten - was auch für die Sehenswürdigkeiten gilt. Aufgrund der Protestaktionen wurden mehrere Verkehrsknotenpunkte in der Innenstadt ganz oder teilweise blockiert. Die thailändischen Behörden haben für Bangkok den Notstand ausgerufen. Touristen müssen mit längeren Verzögerungen und Wartezeiten rechnen, auch für Transfers in und um Bangkok.

Sind auch die Urlaubsgebiete betroffen?

Inzwischen kommt es auch im Süden des Landes zu Protesten, nach Polizeiangaben versammelten sich Demonstranten dort in zehn Provinzen vor Regierungsgebäuden. Auch auf der Ferieninsel Phuket kam es zu Demonstrationen.

Wie sollten sich Urlauber verhalten?

Touristen sollten überall im Land größere Menschenansammlungen meiden und sich von Demonstrationen fernhalten. Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden, sich zudem in den Medien über die aktuellen Entwicklungen zu informieren und dem Rat von Reiseveranstaltern zu folgen.

Mussten die Reiseveranstalter bereits reagieren?

"Viele City-Touren und Besichtigungen in Bangkok wurden von Reiseveranstaltern abgesagt", erklärte Torsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV), SZ.de bereits im November. Auch jetzt passen die Reiseveranstalter ihr Ausflugsprogramm nach Bangkok den aktuellen Entwicklungen an. Ob dies auch bei der eigenen Reise der Fall sei, sollten Kunden direkt mit ihrem Reiseveranstalter klären.

Können Urlauber ihre Reise stornieren?

Ist der wesentliche Teil einer anstehenden Thailand-Reise ein Bangkok-Aufenthalt, können Kunden den Vertrag mit ihrem Veranstalter kostenlos kündigen. Sie müssten keine Stornierungsgebühren befürchten, sagt Reiserechtler Paul Degott. Der Notstand gilt allerdings nur für Bangkok - daher ist es nicht möglich, eine Reise kostenlos zu stornieren, die hauptsächlich in andere Teile des Landes führt. Der Ausnahmezustand sei höhere Gewalt., so Degott. Wer also eine Reise in diese Gegend gebucht hat, kann sich mit seinem Reiseveranstalter in Verbindung setzen und eine Stornierung ohne Zusatzgebühren verlangen. "Ich kann davon ausgehen, dass die Reise nicht wie geplant durchgeführt werden kann", sagt Degott.

Wird aber nur ein Ausflug abgesagt, muss der Veranstalter lediglich den Preis dafür zurückzahlen. Wer einen Strandurlaub zum Beispiel in Phuket gebucht hat, hat nach Degotts Einschätzung dagegen schlechte Karten für eine kostenlose Stornierung. "Dort dürfte der Urlaub nach jetzigem Stand nicht beeinträchtigt sein."

© SZ.de/dpa/Michael Zehender/cag/kaeb

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