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Posen vor der Fußball-EM:Tanz den Poznan!

Posen ist fußballverrückt. Beste Voraussetzungen für die EM, die im Juni auch in der polnischen Stadt ausgetragen wird. Die Besucher werden große Geschichte erleben - und einen ganz besonderen Torjubel.

Der Spieler zielt, schießt und versenkt den Ball im Tor. Die Fußballer jubeln - doch die Fans kehren dem Spielfeld den Rücken zu. So feiern die Fußballfans in Posen (auf Polnisch Poznan): vom Sitz aufspringen, umdrehen, die Arme auf die Schultern der Nachbarn legen und auf- und abspringen. Der Tanz wurde durch ein Spiel gegen Manchester United weltberühmt und wird als "Tanz den Poznan" mittlerweile auch in anderen Stadien aufgeführt.

Zur Fußball-Europameisterschaft wird er aber sicher wieder in seiner Heimat zu sehen sein, denn Posen ist einer der Austragungsorte. "Wir sind fußballverrückt", erzählt Damian Zalewski, der in der Stadt das sportliche Großereignis mitorganisiert. Die Beziehung Posens zum Fußball reiche lange in die Verganheit zurück, "da könnte man gut ein ganzes Buch drüber schreiben", meint er.

Einen Eindruck davon werden Besucher während der EM nicht nur im 2010 eingeweihten, 40.000 Besucher fassenden Stadion bekommen, sondern auch auf der Fanmeile. Die soll im Zentrum auf dem Platz der Freiheit eingerichtet werden. Nur wenige hundert Meter weiter östlich liegt der Alte Markt, gewissermaßen das Herz Posens. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die zerstörten Häuser wieder aufgebaut und zwar in dem Stil, wie er in den Jahrhunderten davor in der Stadt zu sehen war.

Doch das Viertel ist nicht nur das Ziel von Architektur- und Geschichtsfans, abends zieht es vor allem feierlustige junge Männer und Frauen an. Schließlich sind rund ein Viertel der Bewohner Posens Studenten. Viele von ihnen gehen in die zahlreichen Cafés, Bars und Clubs am Alten Markt und verwandeln diesen in eine große Freiluft-Partyzone.

Auch abseits des Fußballs lohnt ein Besuch in der fünftgrößten polnischen Stadt. Ein touristisches Highlight ist die Dominsel im Osten der Stadt. "Hier wurden im 10. Jahrhundert die erste Siedlung Posens und das erste polnische Bistum gegründet", erzählt Stadtführerin Katarzyna Tymek.

Wer einmal eine Brauerei in Betrieb sehen und das berühmte Posner Bier probieren möchte, sollte zur Lech Brauerei fahren. Die Flaschen rattern, die Etikettiermaschinen brummen - so werden jedes Jahr rund sieben Millionen Hektoliter Bier hergestellt. Zur Europameisterschaft dürften es noch einige mehr werden.

Informationen:

Anreise: Nach Posen gibt es einige direkte Flugverbindungen, zum Beispiel von Frankfurt am Main aus. Sonst gehen die Flieger eher über Warschau. Der Posner Flughafen liegt nahe der Innenstadt, Busse der Linien L, 48 und 59 fahren ins Zentrum. Möglich ist auch die Anreise mit dem Zug. Von Berlin aus dauert das etwa drei Stunden, von Köln mindestens acht Stunden. Von Berlin aus führt zudem eine neue Autobahn nach Posen. Die Autobahngebühr beträgt in Polen pro Strecke rund drei Euro.

Übernachtung: In Posen und Umgebung stehen rund 60 000 Betten zur Verfügung. Darunter sind 5- und 4-Sterne-Hotels genauso wie einfachere Pensionen und drei Fancamps, wo Besucher zelten können. Diese Spiele finden in Posen statt: Am 10. Juni Irland gegen Kroatien, am 14. Juni Italien gegen Kroatien und am 18. Juni Italien gegen Irland.

Das sollten Fußball-Muffel in Posen ansehen: Posen plant zur EM kostenlose Stadtführungen. Wer auf eigene Faust losgehen will, sollte die Altstadt mit dem Alten Markt sowie die Pfarrkirche nahe des Marktplatzes ansehen. Sehenswert ist außerdem die Dominsel mit der Kathedrale etwas weiter östlich.

© Aliki Nassoufis/dpa/dd
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