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Populäre Irrtümer:Aha-Erlebnisse auf Reisen

Die Akropolis steht nur in Athen, der Petersdom ist die größte Kirche der Welt und die Chinesische Mauer sieht man vom Weltraum aus. Sind Sie sich da sicher?

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Die Akropolis steht nur in Athen, der Petersdom ist die größte Kirche der Welt und Holland ein anderer Name für die Niederlande. Da sind Sie sich ganz sicher. Und liegen total daneben. Eine Liste der beliebtesten Reise-Irrtümer

Die Akropolis ist einzigartig

Die Akropolis in Athen ist zwar die berühmteste ihrer Art, aber Akropolen gab es in jeder griechischen Stadt der Antike. Übersetzt bedeutet der Name "höchste Stadt", gemeint ist eine befestigte Burg innerhalb der Stadtmauern. So kann man noch heute auf der Insel Rhodos die Überreste der Akropolis von Lindos besichtigen, nach der von Athen die meistbesuchte Griechenlands.

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Die Chinesische Mauer kann man mit bloßem Auge vom Weltraum aus sehen

Ein liebgewonnener Irrtum, der bis 2003 sogar in chinesischen Schulbüchern verbreitet wurde. Demnach müsste man auch jeden größeren Highway aus dem All erkennen - die Mauer ist maximal zehn Meter breit. Allerdings gibt es unterschiedliche Äußerungen von - chinesischen - Astronauten, von denen einer sogar Fotos von der Mauer gemacht haben will.

Was man bei sehr guten Sichtverhältnissen scheinbar aus großer Höhe sehen kann, ist das Schattenband, das die tiefstehende Wintersonne entlang des Bauwerks erzeugt.

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Hamburger heißen so, weil früher "Ham" (englisch für Schinken) drin war

Über den Ursprung des Hamburgers gibt es verschiedene konkurrierende Theorien. So soll er unter anderem als gebratenes Hackfleischstück mit deutschen Einwanderern aus Hamburg in die USA gekommen und dort - vermutlich um Besteck zu sparen - zwischen zwei Brötchenhälften gelegt worden sein.

Selbst wenn die tatsächliche Entstehung nicht mehr eindeutig nachzuvollziehen ist, eines steht jedenfalls fest: Der Hamburger enthält keinen Schinken, sondern in der Regel mageres Rindfleisch.

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Das Tote Meer ist das salzhaltigste Gewässer der Erde

Knapp daneben ist auch vorbei! Der Salzgehalt des Toten Meeres beträgt zwar immerhin bis zu 33 Prozent, im Durchschnitt rund 28 Prozent (zum Vergleich: der Salzgehalt des Mittelmeeres liegt bei circa 3 Prozent). Doch der Assalsee in Dschibuti, Ostafrika, mit knapp 35 Prozent und der Kara-Bogas-Gol in Turkmenistan mit bis zu 34 Prozent sind noch salzhaltiger.

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Eines von Londons Wahrzeichen heißt Big Ben

Wenn man es genau nimmt, heißt nicht der ganze Uhrenturm am Palace of Westminster "Big Ben", sondern lediglich die mit 13,5 Tonnen schwerste Glocke des fünfteiligen Glockenspiels. Der Turm selbst wird "The Clock Tower" genannt.

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Der Rote Platz in Moskau wurde von den Kommunisten so benannt

Im Russischen heißt der Platz vor der Basilius-Kathedrale "Krasnaja Ploschtschad", was ursprünglich "Schöner Platz" bedeutete. Dieser Name ist bereits seit dem 16. Jahrhundert bekannt, die kommunistischen Herrscher können also nichts mit der Namensgebung zu tun haben.

Auch von der Farbe der an den Platz angrenzenden Kremlmauern und -türme ist die Bezeichnung nicht abgeleitet: Bis ins 19. Jahrhundert war deren Anstrich weiß.

Im Laufe der Zeit hat sich allerdings im Sprachgebrauch die Bedeutung des Adjektivs krasny von "schön" zu "rot" gewandelt, so wurde aus dem "Schönen" der "Rote Platz".

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New York ist die Hauptstadt des US-Bundesstaates New York

New York ist zwar mit 8,2 Millionen Einwohnern die größte Stadt im Bundesstaat New York. Die Hauptstadt aber ist das flußaufwärts am Hudson River gelegene Albany.

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In Österreich wird am meisten Kaffee getrunken

Kein Land kennt so viele Kaffee-Variationen wie die Österreicher mit ihrer großen Kaffeehaus-Kultur. Doch den meisten Kaffee weltweit trinken die Finnen, knapp gefolgt von den Schweden.

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Der Petersdom ist die größte Kirche der Welt

Die Basilika St. Peter in Rom gehört zu den größten sakralen Bauwerken der Welt. Doch je nachdem, welches Kriterium man zugrunde legt, gibt es durchaus noch größere Kirchen. Die Basilika Notre-Dame de la Paix in Yamoussoukro (die Hauptstadt der Elfenbeinküste) zum Beispiel ist höher (158 m) als der Petersdom (132,5 m) und hat eine größere Grundfläche (30.000 m² im Vergleich zu 15.160 m²).

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Gejodelt wird nur in den Alpen

Gejodelt wird nicht nur in der alpenländischen Volksmusik, auch andere Völker nutzen lauthals ausgestoßene Silbenfolgen ("Holadaittijo") zur Verständigung über weite Distanzen. So ist das Jodeln bekannt bei den afrikanischen Pygmäen (Mokombi), bei den Inuit, im Kaukasus, in Melanesien, in Palästina, China, Thailand und Kambodscha, in den USA, in Spanien ("Alalá"), in Sápmi (Lappland), in Schweden, in Polen und Rumänien.

Auch beim Jodeln gibt es Menschen, die es darin zu bemerkenswerten Fertigkeiten und sogar zu Höchstleistungen gebracht haben: Den Weltrekord im (Dauer-)Jodeln hält derzeit der Österreicher Roland Roßkogler mit 14 Stunden 37 Minuten.

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Die Sahara ist eine Sandwüste

Genauso schön wie bedrohlich ziehen sich endlose Sanddünen durch die Sahara in Nordafrika ... Bevor Sie vom Klischee vollkommen zugerieselt werden, hier die harten Fakten: Die Sahara ist größtenteils eine Steinwüste oder Felswüste, ein weiterer großer Teil besteht aus Kies- beziehungsweise Geröllwüste. Die pittoresken Dünenlandschaften machen gerade einmal 20 Prozent der etwa neun Millionen km² großen Wüste aus.

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Wer hat das Croissant erfunden? Natürlich die Franzosen!

Dieses scheinbar urfranzösische Frühstückshörnchen aus Blätterteig war in Frankreich nicht vor dem 18. Jahrhundert bekannt - gut hundert Jahre, nachdem es zum ersten Mal gebacken wurde.

Es gibt mehrere Legenden, die sich um die Entwicklung des Croissant ranken: Bei der Belagerung Wiens im Jahr 1683 wollten die Türken des Nachts angeblich einen Tunnel unter der Stadtmauer graben, was die Bäcker, die schon wach waren, jedoch mitbekamen und Alarm schlugen.

Zur Siegesfeier wurde ein Gebäck erfunden, das die Form des türkischen Halbmondes hatte. Eine andere Version lässt dieselbe Geschichte in Budapest im Jahr 1686 stattfinden, als diese Stadt von den Türken belagert wurde.

Historisch genauer wird die Geschichte anno 1770, als Marie Antoinette, Franz' I. und Maria Theresias Tochter, aus Gründen der Staatsräson nach Frankreich verheiratet wurde. Sie beziehungsweise ihr Leibbäcker brachten das Wiener Kipferl mit nach Paris, von wo aus es sich als Croissant (das heißt: aufgehender Mond) übers Land und späterhin über fast die ganze zivilisierte Welt verbreitete.

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In Gizeh (Ägypten) stehen die größten Pyramiden

Die Cheops-Pyramide gilt mit ihren 139 Metern zwar als die höchste Welt. Doch die Große Pyramide bei Cholula im mexikanischen Bundesstaat Puebla hat mit einer Seitenlänge von mehr als 450 Metern eine größere Grundfläche und ein größeres Volumen (etwa 4,45 Millionen Kubikmeter), obwohl sie bei weitem nicht an die Höhe der Cheops-Pyramide heranreicht.

Ein Titel aber ist den Pyramiden von Gizeh, zu denen auch die Cheops-Pyramide zählt, nicht zu nehmen: Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike.

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In Afrika gibt's keine Gletscher

Fast ganz Afrika befindet sich in den Tropen und Subtropen. Gletscher gibt es trotzdem, allerdings auf zwei abgelegene Berggipfel - Kilimandscharo und Mount Kenya - und das Ruwenzori-Gebirge beschränkt. Insgesamt nehmen die Gletscher in Afrika eine Fläche von 10,7 km² ein, der größte Teil der Eismassen liegt auf dem Kilimandscharo, mit 5895 Meter der höchste Berg Afrikas.

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Holland ist ein anderer Name für Niederlande

Zwei Namen, die dasselbe meinen? Leider nein. Holland ist kein Synonym für die Niederlande, es ist der nordwestliche Teil des Landes, zwischen Seeland und Ijsselmeer gelegen und aufgeteilt in die Provinzen Nordholland und Südholland.

Die Gleichsetzung mit den Niederlanden ist allerdings historisch bedingt: Holland war im 16. Jahrhundert mit den Städten Amsterdam, Den Haag, Rotterdam und Leiden die bedeutendste Provinz. Später haben die Slogans der Tourismusindustrie und nicht zuletzt die Werbung beigetragen zur "Hollandisierung" der Niederlande - oder erinnert sich jemand nicht an die blonde, bezopfte "Frau Antje aus Holland"?

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(sueddeutsche.de/dd/bgr)

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