Anders als vor 500 Jahren wandert man heute aber meist nicht mehr auf idyllischen Pfaden. Besonders in Italien führt ein längerer Teil des Wegs an stark befahrenen Straßen entlang. Einige Male rettet nur ein Sprung in den Straßengraben vor einem vorbeibrausenden Lastwagen. Der Förderverein der Via Francigena versucht zwar, parallel verlaufende, ruhigere Routen ausfindig zu machen, bisher allerdings mit bescheidenem Erfolg.

Und doch entschädigen immer wieder schöne Landschaften für Strapazen und die Autoabgase: die langen Kirschbaum-Alleen an der Unstrut, die riesigen Wälder von Esskastanien im schweizerischen Bergelltal, die Haselnusswälder nördlich von Rom. Erhebend ist das Gefühl, nach mühevollem Aufstieg auf dem 2300 Meter hohen Septimerpass in den Schweizer Alpen zu stehen (im Bild der Anstieg). Da ahnt der stolze Wanderer noch nicht, dass der Apennin bei Bologna ähnlich hart zu erklimmen sein wird.

Bild: Detlev Niebuhr/dpa/tmn 13. Dezember 2010, 12:112010-12-13 12:11:00 © dpa, Jobst Knigge und Detlev Niebuhr