Panorama-Touren Die Ambitionierte: Vom Hocheck über den Watzmann

Nur für geübte Bergsteiger: Der Grat zwischen Mittelspitze und Südspitze am Watzmann.

(Foto: dpa-tmn)

Auch am Watzmann trennt sich die Spreu vom Weizen. Das Hocheck als nördlichster der drei Gipfel - neben dem Hocheck (2651 m) sind dies noch die Mittelspitze (2713 m) und die Südspitze (Schönfeldspitze, 2712 m) - können sogar geübte und konditionsstarke Bergwanderern besteigen. Doch die anderen beiden Gipfel, die durch einen eineinhalb Kilometer langen Grat verbunden sind, sollten nur Bergsteiger anpacken, die absolut trittsicher und schwindelfrei sind.

Der Anstieg zum Hocheck beginnt 2000 Meter weiter unten bei der Wimbachbrücke. Es ist ein gleichmäßiges Bergauf durch angenehm schattigen Bergwald bis zur Lichtung mit der Mitterkaseralm. Kurz danach ändert sich das Landschaftsbild. Der Blick wird freier, weit oben erkennt man bereits den Falzkopf, auf dem das Watzmannhaus thront, und bei der verfallenen Falzalm ist ein klassisches Postkartenmotiv mit Blick ins Watzmannkar erreicht.

Nach einer letzten Querung in etwas steilerem Gelände ist der Sattel hinter dem Falzkopf geschafft und kurz darauf steht man schon vor dem stattlichen Watzmannhaus.

Wer anderntags aufbricht zum Hocheck, der wird das Grün schnell hinter sich lassen, nur hier und da halten sich noch einzelne Wiesenpolster, ehe grauer Schutt das Bild bestimmt. Ein schöner Steig führt in weiten Serpentinen über den Nordrücken aufwärts, hier und da berührt dieser die Gratkante und erlaubt eindrucksvolle Tiefblicke ins Watzmannkar.

Weiter oben legt sich das Gelände zurück, der Ausblick wird immer weiter und schließlich hat man das Hocheck mit seiner kleinen, hölzernen Unterstandshütte erreicht und darf rasten. Der Weiterweg über den Grat zur Mittelspitze und weiter zur Südspitze erfordert leichte Kletterei (II) und wird häufig unterschätzt. Zwar ist die Südspitze scheinbar zum Greifen nah, doch bis dorthin sind es knapp zwei Stunden in durchweg absturzgefährdetem Gelände. Zudem helfen Drahtseile nur an einigen schweren Stellen und der Fels ist durch die vielen Wanderer regelrecht glatt poliert.

Wer sich die Überschreitung zutraut, der erlebt eine an Eindrücken reiche Grattour und mit dem wilden, teilweise gesicherten Abstieg ins Wimbachtal einen grandiosen Abschluss. Allerdings muss man von dort noch rund zwei Stunden durch das kilometerlange Wimbachgries laufen, ehe man wieder an der Wimbachbrücke ankommt.

Anfahrt: Mit dem Auto auf der Salzburger Autobahn bis Ausfahrt Bad Reichenhall, über Reichenhall und Bischofswiesen Richtung Ramsau zum Parkplatz Wimbachbrücke (610 m, gebührenpflichtig). Oder mit der Bahn nach Berchtesgaden, mit Bus Richtung Ramsau zur Haltestelle Wimbachbrücke.

Schwierigkeit: Der Normalweg zum Hocheck ist teils gesichert (I), aber für geübte Geher problemlos zu begehen. Die Überschreitung des Watzmanns erfordert leichte Kletterei und ist nur für absolut trittsichere und schwindelfreie Geher zu bewältigen. Vorsicht, viele Felspassagen sind sehr glatt und entsprechend rutschig!

Zeit: 12-13 Std.

Einkehr: Mitterkaseralm (1410 m), Watzmannhaus (1928 m, www.watzmannhaus.de), Wimbachgrieshütte (1327 m) Karte: BLVA UK 25-1, Nationalpark Berchtesgaden (1:25.000).