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Panorama-Touren:Auf diesem Grat wollen Sie wandern

Gipfelstürmer kennen nur ein Ziel: Schnell den höchsten Punkt erklimmen, um dann befriedigt die Aussicht zu genießen. Warum nur? Verbinden Sie auf der Tour das Angenehme mit dem Erstrebenswerten. Fünf besonders lohnende Grat-Wanderungen von leicht bis schwer.

Der Klassiker: Vom Herzogstand zum Heimgarten

Ausblick vom Herzogstand

(Foto: Herzogstandbahn)

Zwischen dem Brauneck über Lenggries und dem Wank bei Garmisch-Partenkirchen gibt es viel schöne Berge, doch nur einen, der mit einer Seilbahn bequem zu erreichen ist: der Herzogstand (1731 m). Entsprechend beliebt ist dieser Gipfel, was allerdings nicht nur an der Aufstiegshilfe liegt, sondern auch an dem traumhaften Blick über den Walchensee und hinaus ins Flachland. Und an dem großartigen Panoramaweg hinüber zum benachbarten Heimgarten (1790 m).

Wer Einsamkeit sucht, wird sie hier oben nicht finden. Doch wer beim Wandern immer auch das Panorama im Auge haben möchte, der ist genau richtig. Auf einem breiten Weg geht es von der Bergstation am Herzogstandhaus vorbei zum Pavillon auf dem Herzogstand. Für den Großteil der Wanderer ist der Gipfel das Ziel. Für Geübte dagegen beginnt ab hier erst die eigentliche Tour, die immer dem Gratverlauf folgend im Auf und Ab hinüber führt zum Heimgarten.

Der Steig ist zwischen den Latschen deutlich sichtbar, doch die exponierten, drahtseilgesicherten Passagen offenbaren sich erst unterwegs. Rund eineinhalb Stunden dauert die Höhenwanderung und nach einem letzten anstrengenden Anstieg steht man auf dem Heimgarten und genießt mit dem Blick über das Murnauer Moos und hinein ins Loisachtal zum Wetterstein eine komplett neue Aussicht. Die sollte man auch einige Meter weiter unten, vor der kleinen Heimgartenhütte, bewundern.

Auf der Schlussetappe, dem längsten Teil der Tour, ist es damit bald vorbei. Wurden die Wanderer zuvor mit Panoramablicken verwöhnt, so müssen sie beim Abstieg über die Ohlstädter Alm nach Walchensee durch dichten Wald damit leben, dass nur hier und dort zwischen den Bäumen etwas von der Bergkulisse zu sehen ist.

Anfahrt: Mit dem Auto auf der Garmischer Autobahn bis zur Ausfahrt Sindelsdorf, über Benediktbeuern und Kochel zum Kesselberg und hinunter nach Walchensee (803 m) und zum Parkplatz bei der Talstation der Herzogstandbahn (gebührenpflichtig, www.herzogstandbahn.de). Oder mit der Bahn nach Kochel und mit dem Bus über den Kesselberg nach Walchensee.

Schwierigkeit: Großartige Höhenwanderung, die für schwindelfreie und trittsichere Geher problemlos zu machen ist. An den kritischen Stellen helfen Drahtseile.

Zeit: 5 Std.

Einkehr: Berggasthaus Herzogstand (1575 m, www.berggasthaus-herzogstand.de), Heimgartenhütte (1785 m).

Karte: Alpenvereinskarte Bayerische Alpen BY 9, Estergebirge - Herzogstand, Wank (1:25.000).