Einige Meilen die Straße hinunter, gleich neben dem Escobilla-Strand, wo die Schildkröten ihre Eier legen, wartet eine Gruppe von Touristenführern auf Kunden. Sie führen die Urlauber durch die Krokodillagune mit dem schönen Namen Agua Dulce ("süßes Wasser"). Frösche quaken, Störche landen im seichten Wasser, Iguane und Süßwasser-Schildkröten sonnen sich auf den Felsen. Oben in den Bäumen sollen sogar Boas auf Beute lauern, versichert der Guide Edgar Vasquez.

Während er durch die Lagune rudert, deutet er auf ein vier Meter langes Krokodil neben dem Boot. "Das ist Jim Morrison", sagt Vasquez. "Er ist der Größte. Wir schätzen, dass er 75 bis 80 Jahre alt ist." Die Tour kostet 35 Pesos für eine Stunde, rund zwei Euro - nicht viel für Europäer oder Amerikaner. "Ich habe meine Kollegen gefragt, ob wir mehr Geld verlangen sollen. Aber sie fürchteten, dass keiner mehr kommen würde." Schon heute gehen die Führer an manchen Tagen ohne einen Peso nach Hause, klagt Vasquez.

Bild: Centro Mexicano de la Tortuga/Brandon Pliego/dpa/tmn 17. Dezember 2010, 13:502010-12-17 13:50:36 © dpa, Helen Livingstone