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National Monuments in den USA:Trumps Naturschutz-Streichliste

Der US-Präsident hat zwei nationale Schutzgebiete extrem verkleinert und stellt weitere in Frage. Wir stellen zehn dieser außergewöhnliche Landschaften in den USA vor.

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Valley of the Gods in the heart of Bears Ears National Monument Valley of the Gods in the heart of B

Quelle: imago/Mint Images

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Bears Ears, Utah

Für fünf Stämme der American Natives ist dieses Land mit den Zwillingsbergen, die an Bärenohren erinnern, heilig - hier findet sich ihr kulturelles und spirituelles Erbe: prähistorische Kunst am Fels, Zeremonienplätze oder uralte Häuser, die sich unter überhängende Klippen drängen. Das hielt US-Präsident Donald Trump nicht davon ab, das Schutzgebiet um 85 Prozent zu verkleinern - und damit einen Erlass seines Vorgängers Barack Obama aufzuheben. Der Status als National Monument verbietet unter anderem Minenarbeiten und Bohrungen. Trump rechtfertigt die Aberkennung damit, dass so das Land für die Öffentlichkeit wieder besser zugänglich sei - und ja, auch nutzbar. Allerdings stehen die National Monuments auch jetzt schon als Erholungsräume offen, Viehwirtschaft und sogar der Abbau von Rohstoffen sind möglich, allerdings nur in Grenzen. Schließlich sollen die Vielfalt der Natur sowie archäologische Stätten bewahrt werden. Nun müssen wohl Gerichte entscheiden, ob Trump so einfach Schutzgebiete zusammenstreichen darf - und wenn ja, wie viel davon.

Insgesamt lässt Donald Trump 27 Nationalmonumente untersuchen, sodass wohl noch weitere ihren Schutzstatus einbüßen könnten. Wir stellen zehn besonders spannende Gebiete vor.

Grand staircase Escalente National Monument Devil s Garden Utah USA Etats Unis AUFNAHMEDATUM

Quelle: imago/Leemage

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Grand Staircase-Escalante, Utah

Wie eine große Treppe steigt die verwitterte Schichtstufen-Landschaft im Westen des Schutzgebietes an - das Donald Trump Anfang Dezember beinahe halbiert hat. Mit knapp 7700 Quadratkilometern war es bislang das größte mitten in den USA.

Auch die Gebirgsformation, die sich von Norden nach Süden durch Utah zieht, hat einen sehr anschaulichen Namen: "Cockscomb", Hahnenkamm. Nordöstlich davon liegen die touristisch wichtigen Orte Escalante und Boulder mit Canyons, die bei Wanderern beliebt sind.

January 9 2010 Marana AZ United States of America Cactus in Ironwood Forest National Monument

Quelle: imago/ZUMA Press

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Ironwood Forest, Arizona

Was in dieser Wüste, aber auch in den Wäldern wächst, muss harte Natur sein: Der Name Ironwood geht auf das "Wüsteneisenholz" zurück, das häufig in ausgetrockneten Flussbetten zu finden ist. Das Holz ist so hart und schwer, dass es im Wasser untergeht. Aber nicht nur Überlebenskünstler unter den Pflanzen wie seltene Kakteenarten finden sich hier, sondern auch 200 archäologische Stätten der präkolumbischen Hohokam-Kultur - ihr Name bedeutet in etwa "Diejenigen, die verschwunden sind". Es ist davon auszugehen, dass sie selbst sich nicht so genannt haben. In dieser kargen Landschaft wurden und werden noch heute Mineralien abgebaut.

Felsformation the Wave im Vermilion Cliffs National Monument USA Arizona Vermilion Cliffs the Wav

Quelle: imago/blickwinkel

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Vermilion Cliffs, Arizona

Klippen gaben dem Hochplateau in der Wüste seinen Namen: Sie fallen zum Colorado River hin ab. Und auch Vermilion passt zur rötlichen Farbe der Landschaft, es ist im Deutschen als Zinnober bekannt. Frühe Siedler, die in dem kargen Gebiet schon vor 12 000 Jahren überlebten, verzierten die Hänge mit Petroglyphen - mit in Stein gehauenen oder geschabten Bildern. Weltberühmt sind aber noch fotogenere Schönheiten: versteinerte Sanddünen wie "The Wave" im Coyote Buttes (hier finden Sie mehr Bilder). Nur 20 Menschen am Tag haben hier Zutritt.

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Quelle: AFP

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Giant Sequoia, Kalifornien

In diesem Teil der Sierra Nevada fühlen sich Besucher klein, ganz klein: Mammutbäume scheinen bis in die Wolken zu wachsen, vielleicht auch ein bisschen höher - darunter einer der zehn größten Bäume der Welt: Der "Boole Tree" ist mehr als 80 Meter hoch und wer seinen Stamm umrundet, muss 34 Meter marschieren. Berühmt war auch der "Pioneer Cabin Tree" im Bild, allerdings eher bekannt als "Tunnelbaum": Geschäftstüchtig hatte in den 1870er Jahren der Hotelier James Sperry einen Durchgang durch den Stamm schlagen lassen, um Touristen anzulocken. Diese konnten mit Kutschen und später sogar mit dem Auto hindurchfahren, auch Reitern blieb selbst auf großen Pferden noch viel Luft nach oben. Im Januar 2017 fällte ein Unwetter die Berühmtheit, die Schätzungen zufolge älter als tausend Jahre wurde.

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Quelle: Wiki Commons; CC BY 4.0

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Craters of the Moon, Idaho

Vielleicht wurde die legendäre Mondlandung ja hier in der Ebene des Snake River gedreht? Vorstellbar wäre es, das Schutzgebiet ist von riesigen, erstarrten Lavaströmen geprägt. Was lebensfeindlich aussieht, ist die Heimat angepasster Wesen wie Rotluchs, Puma und natürlich Schlangen. Astronauten wurden ebenfalls schon gesichtet: Das Apollo-14-Team trainierte hier. Und auch Langläufer kommen vorbei; im Winter ist die Straßenschleife für Autos gesperrt und wird zur Loipe.

Wizard Island and the still waters of Crater Lake at dawn the deepest lake in the U S A part of t

Quelle: imago/robertharding

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Cascade-Siskiyou, Oregon

Steppe, Regenwald, Hochgebirge? Alle drei Klimazonen und die zugehörige Tier- und Pflanzenwelt gibt es zwischen den Siskiyou Mountains und dem Kaskadengebirge im Jackson County. Durch das Schutzgebiet rund um Hyatt Lake und Soda Mountain verläuft der Fernwanderweg Pacific Crest Trail, der in diesem Teil besonders Vogelliebhabern gefällt: Ihnen könnten 200 Arten, darunter Bartkäuze, Zwergkleiber oder Wanderfalken, vor das Fernglas flattern. Seit Bill Clinton die Gegend im Jahr 2000 zum National Monument ernannte, gibt es immer wieder Streit vor allem mit Ranchern, die um die Weidegebiete für ihre Rinder fürchten.

Canyons of the Ancients National Monument Colorado USA Nordamerika Copyright imageBROKER JimxWes

Quelle: imago/imagebroker

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Canyons of the Ancients, Colorado

Hier müssen sich Archäologen wie im Himmel fühlen: Im Canyon nahe den Grenzen zu Arizona, Utah und New Mexico gibt es mehr als 6000 Ausgrabungsstätten. Bereits vor mehr als 10 000 Jahren hinterließen hier Menschen ihre Spuren; vor etwa 8000 Jahren bauten Anasazi-Indianer ganze Pueblo-Siedlungen - die größte hat mehr als 400 Wohnbereiche und 90 Versammlungsräume. Von Steintürmen aus beobachteten wahrscheinlich Wachposten die Umgebung. Heute wird ein Großteil des Gebiets auch von Ranchern und der Ölindustrie genutzt.

USA Washington Hanford Reach National Monument The Columbia River PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY

Quelle: imago/Danita Delimont

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Hanford Reach, Washington

Manchmal entspringt aus dem Schlechten, das Menschen anrichten, auch etwas Gutes: In Hanford Site wurde seit 1943 Plutonium für Kernwaffen produziert, rund um die Anlagen war in einem Radius von etwa zehn Kilometern das Betreten des Sperrgebiets strengstens verboten. So wurde die Artenvielfalt an einer Flusschleife des Columbia Rivers nicht gestört, über Jahrzehnte hinweg. Und als die militärischen Reaktoren 1991 stillgelegt waren und damit auch kein erhitztes Kühlwasser mehr im Fluss landete, erholten sich die Fische rasch. Heute ist dieser Teil des Columbia Rivers eines der größten Laichgebiete des Königslachses. Diese Wildnis ist inzwischen für Besucher zugänglich - aber nicht überall: Manche Bereiche wie der Saddle Mountain bleiben der ökologischen Forschung vorbehalten. Den Wissenschaftlern laufen also höchstens ein paar Hirsche, Koyoten oder Murmeltiere über den Weg.

March 19 2017 San Bernardino CA United States of America Scenic view of snowcapped mountains

Quelle: imago/ZUMA Press

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Sand to Snow, Kalifornien

Wie der Name schon verspricht, sind hier genug ökologische Nischen für eine riesige Bandbreite an Pflanzen und anderen Lebewesen, darunter zwölf bedrohte Tierarten. Von der Sonora-Wüste geht es bis hinauf in die San Bernardino Mountains. Zwischen mehr als 1600 Pflanzenarten leben etwa 240 Vogelarten. Erst 2016 machte Präsident Barack Obama das "Sand to Snow"-Gebiet gemeinsam mit Castle Mountains und Mojave Trails zum National Monument.

© SZ.de/ihe/sks
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