Nach Notlandung bei Southwest Airlines Gefährliche Risse entdeckt

Am Wochenende musste ein Flugzeug der amerikanischen Airline notlanden - in der Decke war ein Loch. Nun wurden an weiteren Maschinen Mängel gefunden.

Bei Flügen sind Fensterplätze begehrt, um einen Blick auf die Wolken und das Land darunter zu erhaschen. Auf einen anderen Blick hätten Passagiere von Southwest Airlines aber gerne verzichtet: Durch einen Riss in der Kabinendecke sahen sie das Blau des Himmels.

Unvergessliche Flüge

Weniger Handgepäck erlaubt - wegen Gegenwind

Die Boeing 737-300 hatte beim Flug von Phoenix nach Sacramento am Freitag nach einem plötzlichen Druckabfall in der Kabine in Yuma/Arizona notlanden müssen. Einige der insgesamt 118 Insassen verloren wegen Sauerstoffmangels das Bewusstsein, schwerer verletzt wurde niemand.

Daraufhin musste Southwest am Wochenende 600 Flüge absagen, um andere Maschinen untersuchen zu lassen - und die Inspektoren wurden fündig: An drei weiteren Flugzeugen seien kleine verdeckte Risse entdeckt worden, sagte ein Ermittler der Verkehrssicherheitsbehörde NTSB, Robert Sumwalt.

Southwest hatte zuvor von zwei beschädigten Maschinen gesprochen. Die Risse sollten nun begutachtet und repariert werden, bevor die Flugzeuge wieder in Betrieb genommen würden, hieß es in einer Erklärung der Airline.

Bei 19 weiteren 737-300-Maschinen seien keine Probleme festgestellt worden. Die Kontrollen an knapp 60 weiteren Jets sollten bis voraussichtlich Dienstagabend abgeschlossen sein. Am Montag musste Southwest Airlines wieder hundert Flüge streichen.

Erst im Juli 2009 hatte ein etwa 30 Zentimeter langes Loch im Rumpf ebenfalls eine Maschine der Southwest Airlines zur Notlandung gezwungen. Vier Monate zuvor hatte die Airline eine Strafe von 7,5 Millionen Dollar (5,3 Millionen Euro) gezahlt, weil sie vorgeschriebene Untersuchungen ihrer Flugzeuge auf Risse im Rumpf unterließ. Bei der Überprüfung von 200 Maschinen gab es dann keine Beanstandungen.

1988 war eine Stewardess ins Freie gerissen worden, nachdem sich bei einer Boeing 737 der Fluggesellschaft Aloha Airlines ein Loch in der Flugzeughülle aufgetan hatte.

Eine Maschine von Southwest musste Sonntagnacht zudem nach Los Angeles umgeleitet werden. In dem Flugzeug, das von Oakland nach San Diego unterwegs war, hatte es in der Kabine verbrannt gerochen. Eine Sprecherin der Fluggesellschaft sagte, die 142 Passagiere hätten in Los Angeles die Maschine gewechselt und seien dann weiter nach San Diego geflogen. Niemand sei verletzt worden. Das Problem werde nun untersucht, es gebe aber keinerlei Beziehung zu dem Vorfall in Arizona. Auch beim jüngsten Zwischenfall habe es sich um eine Boeing 737 gehandelt.