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Nach dem Erdbeben in Norditalien:Schlechtes Gefühl rechtfertigt keine Stornierung

Italien-Reisende können ihren Urlaub nach dem erneuten Erdbeben in Nord-Italien stornieren. Ein ungutes Gefühl reicht allerdings als Grund nicht aus.

Nach dem erneuten schweren Beben in der norditalienischen Region Emilia-Romagna machen sich viele Italien-Reisende Sorgen über die Sicherheit ihrer Urlaubsregion. "Urlauber müssen sich informieren, wie die Region betroffen ist und ob die Reise in Gefahr ist", sagte Rechtsanwalt Paul Degott aus Hannover. Nur wenn aufgrund des Erdbebens der Urlaub wirklich nicht möglich ist, wenn zum Beispiel die Infrastruktur massiv beschädigt ist oder das Hotel zerstört wurde, können Urlauber kostenlos ihre Reise beim Veranstalter stornieren.

Ein ungutes Gefühl oder die Angst vor weiteren Erdbeben reichen dagegen laut Degott nicht zu einer kostenlosen Stornierung. "Schlechtes Gefühl erlaubt keine kostenlose Stornierung, es braucht objektive Gründe", so der Spezialist für Rechte von Reisenden. Schlechte Karten haben ebenfalls Reisende, die sich einzelne Bausteine, zum Beispiel Mietwagen, Flug oder Hotel, individuell gebucht haben. Diese müssen sich laut Degott mit den einzelnen Anbietern auseinandersetzen.

Nach dem erneuten Erdbeben im Norden Italiens müssen Touristen in der Region nicht mit größeren Einschränkungen rechnen. Alle Autobahnen seien frei, sagte ein Sprecher des ADAC. Das Erdbeben habe hauptsächlich das Gebiet zwischen Modena, Bologna und Ferrara getroffen. Dort könne es regional zu Umleitungen auf kleineren Straßen kommen. Die am schlimmsten betroffenen Gebiete sollten wenn möglich gemieden werden, sagte der Sprecher. In der Küstenregion zwischen Venedig und Rimini habe es keine Schäden gegeben.

Planmäßiger Flug- und Bahnverkehr

Eine Sprecherin der Tourismusbehörde der Region Emilia-Romagna sagte, die Situation sei unter Kontrolle. Alle Sehenswürdigkeiten seien zugänglich. Einige hätten Schäden erlitten, bislang gebe es allerdings noch keine genaue Auflistung darüber. Der Flugverkehr laufe planmäßig. Auch die Züge von Trenitalia fuhren laut einer Sprecherin planmäßig, ihre Geschwindigkeit wurde jedoch gedrosselt, so dass es zu Verspätungen kam.

"Nach vorliegenden Informationen gab es keinerlei Schäden an Hotels oder der touristischen Infrastruktur", sagte der Präsident der Hotelvereinigung Emilia-Romagna. Auch Großveranstaltungen, wie etwa eine Fahrradrundfahrt in der Romagna, hätten am Wochenende stattfinden können. Eine für das kommende Wochenende geplante Tourismusbörse in Ferrara werde ebenfalls stattfinden.

Das italienische Tourismusministerium bietet unter der Telefonnummer +39 039039039 Reiseinformation und Beratung auch auf Deutsch an. Interessierte können sich unter dieser Nummer über den aktuellen Zustand in der Erdbebenregion informieren. Auch im Internet gibt es Informationen sowie Hinweise zum richtigen Verhalten in Notfällen (www.protezionecivile.gov.it).

© dpa/dd

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