Mythos SüdseeAloha, oh je!

Das Paradies im Kopf: Weißer Sandstrand, Frauen im Baströckchen und süße Früchte. Die hartnäckigsten Mythen über die Südsee - und was wirklich dahintersteckt.

Mit James Cook fing alles an. Der britische Seefahrer brachte im 18. Jahrhundert Artefakte und Berichte aus den unbekannten Weiten des Pazifischen Ozeans mit, die seitdem die Phantasie der Menschen erhitzen. Die an diesem Freitag beginnende Ausstellung "James Cook und die Entdeckung der Südsee" in der Bonner Bundeskunsthalle zeigt Hunderte dieser kostbaren Objekte. Den Mythos der Südsee aber transportierten vor allem die europäischen und amerikanischen Künstler. Paul Gauguin malte, liebte und starb auf den Inseln Französisch-Polynesiens. Marlon Brando spielte den Ober-Meuterer auf der Bounty. Im Pazifik stationierte GIs trugen das Flair vermeintlich paradiesisch wilden Inseltreibens in die USA der Nachkriegsjahre, wo es Teil der Popkultur wurde. Auch Elvis schwamm auf dieser Modewelle und klampfte die Ukulele. In Deutschland bedienten Schlagersänger wie Tony Marshall (Foto) die Sehnsucht nach Exotik. Für seinen Hit "Bora Bora" wurde er zum Ehrenbürger der gleichnamigen Insel ernannt. Die Klischees über die Südsee halten sich auch aus einem banalen Grund so hartnäckig: Die Inseln sind so abgelegen, dass man sich nur schwer davon überzeugen kann, wie es dort wirklich ist.

Foto: dpa

29. August 2009, 18:422009-08-29 18:42:00 © sde