Mythos Hawaiihemd Die Fans: Elvis, Sinatra, John Wayne

"Reichen Sie mir Ihre Knochen!"

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Damals kam eine verbesserte Viskosefaser auf den Markt - und mit ihr all jene Motive, die die Hawaiishirts bis heute prägen. Haarsträubende Kreationen in schreienden Farben, Fischer mit Netzen, Ananas, Surfer, Unterwasserwelten. Hollywood entdeckte den Trend, Big Jim McLain, John Wayne, Montgomery Clift und Frank Sinatra in "Verdammt in alle Ewigkeit" - alles Hawaiihemdenträger. Und Elvis natürlich! Seit Ende der Sechziger war das Hawaiihemd die übliche Geschäftskleidung in Ämtern, Banken und Büros.

Und was ist ein typisches Aloha-Shirt? Da gibt es keine Definition. Oder 120, je nachdem, wen man fragt. Fest steht: Wenn man ein Hawaiihemd sieht, erkennt man es. Und wenn David Bailey eines sieht, dann kann er gleich noch die folgenden Daten aufsagen: Herstellungsjahr, Designer, geschätzte Zahl noch vorhandener Exemplare und - direkt daraus folgend - den Marktwert.

Und natürlich, ob es sich nicht doch um eine Fälschung handelt. Bailey gilt als der erfahrenste Hawaiihemd-Experte der Inseln, seit mehr als 30 Jahren beschäftigt er sich mit kaum etwas anderem. 15.000 Exemplare und ein merkwürdiger Geruch hängen in seinem Laden im Schatten von Honolulus Diamond Head. Die meisten Hemden kosten zwischen 20 und 59 Dollar.

Solche Stücke kaufen Besucher, die Wert darauf legen, ein richtiges Hawaiihemd mit nach Hause zu nehmen und keinen Polyesterramsch aus Waikikis Souvenirläden.

In den Schränken liegen allerdings auch etliche Shirts, die vierstellige Beträge kosten - und deren Preisschilder Bailey in regelmäßigen Abständen nach oben korrigiert. Man kann hier durchaus 50.000 Dollar ausgeben und dennoch bloß mit zwei Einkaufstaschen aus dem Laden gehen, so wie ein japanischer Sammler vor ein paar Wochen. In den vergangenen Jahrzehnten habe es keine bessere Wertanlage gegeben als alte Hawaiihemden, behauptet Bailey, die Preise für historische Shirts seien um jährlich zwölf Prozent gestiegen, "das hat man mit keinem Aktienportfolio der Welt geschafft!"

Dann sagt er noch, dass er jemanden kenne, der 1990 Hemden für 500 Dollar gekauft und kürzlich für 600.000 verkauft habe. Er erzählt es so, dass nicht ganz sicher ist, ob dieser Hemdenhändler wirklich eine andere Person ist. Und was machen Sammler mit diesen teuren Originalen?