Mitten in AbsurdistanWenn Tanja Kanzlerin wär'

In der Berliner S-Bahn träumen zwei Freundinnen von der großen Politik. Das Geheimnis einer ursprünglichen Garküche im indonesischen Yogyakarta ist ein weißes Wunderpulver - das Besuchern allzu bekannt vorkommt. Und die Landungsbrücken in Hamburg haben für Eltern ihre Unschuld verloren.

In der Berliner S-Bahn träumen zwei Freundinnen von der großen Politik. Das Geheimnis einer ursprünglichen Garküche im indonesischen Yogyakarta ist ein weißes Wunderpulver - das Besuchern allzu bekannt vorkommt. Und die Landungsbrücken in Hamburg haben für Eltern ihre Unschuld verloren. SZ-Korrespondenten berichten Kurioses aus aller Welt.

Mitten in ... Yogyakarta

Die Garküche steht strategisch günstig, genau vor der Markthalle. Durchs Tor sind Frauen hinter Gemüsebergen zu erkennen. Ein Teil ihres Angebots wandert draußen direkt in den Wok. Hochgefühl beim Bestellen, so wie hier sollte Fastfood überall sein. Kurze Wege vom Markt auf den Teller, Geschmacksvielfalt statt genormter Kettenrestaurants. Kleine Essensstände bieten Bratreis an, Satay-Spießchen, frittierte Bananen. Dieser hier hat sich auf Bakso spezialisiert, Fleischklößchensuppe, angeblich war sie Barack Obamas Lieblingsgericht, als der als kleiner Junge in Indonesien lebte. Nudeln in die Schale, Frühlingszwiebeln, Fleischbällchen, Brühe und Sambal-Soße. Dann streut der Koch noch eine Prise weißes Wunderpulver darüber. Er würzt damit alle Speisen, sagt er, und zeigt ein Tütchen vor: Mononatriumglutamat aus Japan.

Christoph Heinlein, SZ vom 30./31. Mai 2014

1. Juni 2014, 10:162014-06-01 10:16:54 © SZ/hann