Mitten in Absurdistan – Mitten in ... Buenos Aires

Ich verabschiede mich manchmal mit einem zünftigen "Xiexie" von der Chinesin an der Kasse des chinesischen Supermarktes, man will ja nett sein. Sie reagiert stets mit einem freundlichen "Gracias". Mit Leuten, die kein Chinesisch können, sprechen Chinesen in Buenos Aires doch lieber Spanisch. Ihre Läden teilen sie gewöhnlich mit peruanischen oder bolivianischen Gemüsehändlern, angewandte Globalisierung. Das alles funktioniert so gut, dass in Argentinien außer vielleicht Soja nichts schneller wächst als die Zahl der chinesischen Supermärkte. Wir haben vier um die Ecke, im ganzen Land sollen es 10.000 sein. Wer es eilig hat, der geht immer zum Chinesen, die sind zehnmal schneller als der Rest, außerdem ist der Wein billiger. Auch an der teuren Avenida Alvear hat einer aufgemacht - dort, wo Escada wieder ausgezogen ist.

Peter Burghardt, SZ vom 20./21. April 2013

Im Bild: Frau in einem Supermarkt in Peking

Bild: AFP 19. April 2013, 18:022013-04-19 18:02:17 © SZ