Mitten in AbsurdistanDa liegt sie, ohne eine Schweißperle auf der Haut

Unter der gleißenden Sonne von Hurghada zeigt sich, wer wirklich etwas aushält. Und in Neufchâtel-en-Bray ist Pinkeln eine durchaus anspruchsvolle Disziplin.

Jo-jo-Sommer

Mitten in ... Hurghada

Es ist heiß am Roten Meer. 40 Grad in Hurghada, wenn die Sonne mittags gleißend auf den Strand brät. Man verkriecht sich im Schirmschatten, schlürft eisgekühltes Wasser und kapituliert wenig später. Rückzug ins klimatisierte Zimmer, bis nachmittags eine Brise weht, die Sonne warmes Orange zaubert. Die ägyptische Familie nebenan: unbeeindruckt, die Tochter rückt ihre Liege in die Sonne. Und wenn man sich um vier Uhr wieder ans Meer traut, liegt sie noch da, ohne eine Schweißperle auf der Haut. Unterschiedliches Temperaturempfinden offenbar. Zum Abendessen auf der Terrasse angenehme 28 Grad, alle Europäer sitzen draußen, wie schon beim Frühstück. Die Ägypterin mit ihrer Familie und allen Landsleuten hingegen: drinnen. Im Kühlschrank. Klimatisiert, 18 Grad. Ja, es muss unterschiedliche Temperaturempfinden geben.

Paul-Anton Krüger

SZ vom 29. Juli 2016

Bild: dpa 31. Juli 2016, 08:252016-07-31 08:25:38 © SZ/edi