Mitten in AbsurdistanKates wahre Liebe

Eine royale Verwechslung in London, eindeutig heimatliche Klänge in Kambodscha, Sprachbarrieren in München und Budapest: SZ-Autoren berichten Kurioses aus aller Welt.

Mitten in ... London

Man könnte sagen, dass englische Prinzen wie englische Kathedralen sind: Hat man eine(n) gesehen, hat man alle gesehen. Aber das stimmt schon deshalb nicht, weil es weniger Prinzen gibt als Kirchen, und nur zwei im heiratsfähigen Alter sind. Einer schließt bald den Bund fürs Leben, weshalb sein Antlitz auf allen möglichen bedruckbaren Oberflächen prangt.

Man kann natürlich der Meinung sein, dass nicht William, sondern Harry der rechte Mann sei für die süße Kate. Aber dafür ist es jetzt zu spät. Deshalb bleibt es rätselhaft, weshalb die chinesische Firma Guangdong den Kopf des rothaarigen jüngeren Prinzen auf die Souvenirtasse zur Royal Wedding ("Die märchenhaft romantische Vereinigung aller Jahrhunderte") applizierte. Es sei denn, man dächte schon an eine Sotheby-Auktion im Jahr 2050: Fehlfarben und Druckfehler steigen immer im Wert.

Wolfgang Koydl, SZ vom 11.4.2011

Bild: oh 8. Juli 2010, 17:402010-07-08 17:40:00 © Süddeutsche Zeitung/dd/kaeb