Mit dem Mountainbike über die AlpenLust und Leiden

Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist eine kolossale Anstrengung auf einer Achterbahn der Gefühle. Besonders, wenn sie über die Westalpen führt.

Christian Penning

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Monumentale Gletscherriesen vor blauem Himmel - faszinierend. Peitschender Regen auf dem Weg zu wolkenverhangenen Gipfeln - frustrierend. Stundenlange Anstiege und bleischwere Beine - kräftezehrend. Schier endlose Singletrail-Downhills hinab in einsame Bergtäler - aufputschend.Eine Alpenüberquerung mit dem Mountainbike ist wie eine Achterbahn der Gefühle - und ein unvergessliches Abenteuer. Besonders, wenn sie über die hohen Pässe und durch die tiefen Täler der Westalpen führt. Unser Startpunkt liegt im Schweizer Kanton Wallis, in Martinach (Martigny).Foto: Christian Penning

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Nebelschwaden hüllen das Val Ferret am Ostrand des Mont-Blanc-Massivs in morgendlichen Schlummer. Eine hartnäckige Regenfront hat sich über den Westalpen festgesetzt.Der Rücken schmerzt. Noch hat er sich nicht an den schweren Rucksack gewöhnt, vollgestopft mit Ausrüstung für eine Woche Bikeabenteuer.Foto: Christian Penning

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Trotz der spartanischen Nacht auf dem Strohlager der Berghütte Alpe la Peule verfliegen am Morgen auch die letzen Zweifel am Sinn oder Unsinn des Vorhabens, in gut einer Woche von der Schweiz bis nach Frankreich in die Provence zu kurbeln - etwa 500 Kilometer und 15.000 Höhenmeter.Denn plötzlich reißt ein letzter Wolkenschleier wie ein Vorhang auf. Zum Vorschein kommt ein verschneiter, monumentaler Bergzacken. Auch wenn dieser Gipfel des Argentiere Gletschers "nur" gut 4000 Meter hoch ist - er leuchtet über den Wiesenhängen wie ein Achttausender im Tibetischen Hochland.Foto: Christian Penning

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Ein eisiger Wind löst am Col du Grand Ferret (2537 m) letzte Wolkenreste wie ins Nichts auf. Unter einem makellos blauem Himmel präsentiert sich die Südseite des Mont-Blanc-Massivs. Die klammen Finger tasten nach der warmen Jacke und der langen Hose im Rucksack.Und dann beginnt er auch schon, der erste von vielen unvergesslichen Singletrail-Downhills auf dieser Alpenüberquerung.Foto: Christian Penning

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Die Serpentinenkurven, die sich wurmgleich die Almwiesen hinabwinden, verlangen volle Konzentration. Doch dazwischen bleibt immer wieder Zeit, den Kopf zu heben und die Augen vom Pfad hinüber zu den gewaltigen Gletschern wandern zu lassen.Foto: Christian Penning

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Während manche der Dörfer in den Westalpen wie Geisterstädte wirken, ist in Termignon im französischen Département Savoyen die Bergidylle noch in Ordnung. Der frische Käse aus der Fromagerie ersetzt zusammen mit Baguette die Energieriegel. Eine kräftige Stärkung ist auch nötig, denn ...Foto: Christian Penning

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... nicht jeder der Bergübergange ist bis oben hin befahrbar. Bisweilen geht es nicht anders, als die Räder zu schieben oder zu schultern. So entpuppt sich mancher Anstieg als kombiniertes Ausdauer-, Höhen- und Krafttraining.Foto: Christian Penning

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Dafür sind nach überstandener Anstrengung die Ausblicke von den Höhenrücken umso großartiger. Das Panorama im Nationalpark Vanoise (Region Rhone-Alpes) lässt die Qualen schnell vergessen.Foto: Christian Penning

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Wo geht's lang? Planung und Orientierung sind die halbe Miete für eine gelungene Alpenüberquerung. Mit detailliertem Kartenmaterial lassen sich hin und wieder auch neue Übergange mit traumhaften Abfahrten auskundschaften, die noch in keinem Führer stehen.Foto: Christian Penning

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Wild und einsam - im Vergleich zu den Nordalpen sind Hütten in vielen Regionen der Westalpen dünn gesät . Hier am Col de la Etroite sind außerhalb der Hauptferienzeiten auf den Pfaden mehr Murmeltiere als Wanderer unterwegs.Foto: Christian Penning

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Kein Zuckerschlecken! Bei der 2000-Höhenmeter-Auffahrt zum Col de Parpaillon (2788 m) scheint es, als wünsche der Berg an diesem Tag keine Besucher.Nebelschwaden jagen im Tiefflug um die Gipfel. Der Sturm treibt den Regen quer. Kämpfen, kämpfen! Weiter ... noch 500 Höhenmeter .. noch 300 ... noch 100 ...Es hat nur noch wenige Grad über Null. Im Tunnel an der Passhöhe zieht es wie Hechtsuppe. Gut, für die Abfahrt die Handschuhe aus dem Rucksack zaubern zu können.Die nächsten Kilometer sind ein Härtetest für die Regenklamotten. Im Tal geht's mit der kompletten verschlammten Montur unter die Dusche.Foto: Christian Penning

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Großes Finale: Die letzten Kilometer der Alpenüberquerung führen nun im Département Alpes-de-Haute-Provence durch die Verdon-Schlucht. Doch Schluss mit Sport ist in dem 21 Kilometer langen und bis zu 700 Meter tiefen Canyon noch lange nicht. Statt der Bikes ...Foto: Christian Penning

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... kommt nun die Kletterausrüstung zum Einsatz. Die Kalkfelsen und die wilde Szenerie locken Freeclimber aus der ganzen Welt in den Süden Frankreichs.Foto: Christian Penning

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Ein bisschen Zeit zum Entspannen bleibt am Ziel in der Provence dann doch noch: im malerischen Örtchen Moustiers Sainte Marie am Ausgang der Schlucht.Foto: Christian Penning

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Eine erfolgreiche Mountainbike-Alpenüberquerung beginnt bereits mit der Planung. Darauf sollten Sie achten:• Guide: Haben Sie bereits Bergerfahrung und trauen Sie sich zu, eine Woche lang auf eigene Faust durch die Alpen zu navigieren? Wenn nicht, versuchen Sie's doch mit einer geführten Alpenüberquerung (Adressen siehe Bild 16).• Etappen: Stimmen Sie Streckenlänge, Zahl der Höhenmeter und Schwierigkeit auf den schwächsten Teilnehmer in der Gruppe ab.• Hütte oder Hotel? Das ist Geschmackssache. Die unvergesslichen Sonnenauf- und -untergänge bleiben Ihnen im Hotel im Tal dann aber wohl vorenthalten.Foto: Christian Penning

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• Buchung: Erkundigen Sie sich, ob die eingeplanten Hütten geöffnet haben (vor allem im Früh-, Spätsommer und Herbst haben manche Hütten noch oder schon geschlossen). In der Hauptsaison Reservierung empfehlenswert.• Alternativen: Planen Sie Übernachtungs-Alternativen ein, falls Sie aus irgendeinem Grund Ihr Tagesziel nicht erreichen.• Flexibel bleiben: Einen oder mehrere Reservetage einplanen (z. B. wegen schlechtem Wetter).• Rückfahrt organisieren: Am besten mit der Bahn. Wer tolle Freunde hat, lässt sich von denen am Ziel bejubeln und nach Hause chauffieren.• Beste Jahreszeit: Juli bis Mitte SeptemberMit Guide über die AlpenGeführte Alpenüberquerungen sparen viel Planungsarbeit - und man lernt nette, gleichgesinnte Biker kennen.• Alps Biketours GmbH, Tel. 089/5427880, www.alpsbiketours.de • Bikealpin, Tel. 09176/99309, www.bikealpin.de • DAV Summit Club, Tel. 089/642400, www.dav-summit-club.de • Go Crazy, Tel. 06196/83336, www.go-crazy.de • Jester-Tours, Tel. 07531/79279, www.jester-tours.com • Serac Joe, Tel. 08641/5909009, www.seracjoe.de • Transalptours, Tel. 08821/54946, www.transalptours.de • Fahrtwind, Tel. 08032/8989, www.mtb-fahrtwind.deFoto: Christian Penning

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Die RouteStartpunkt in der Schweiz: Martinach (Martigny) - Orsières - Col du Grande Ferret - Courmayeur - Col de la Seigne -Bourg St. Maurice - Tignes - Lac de Tignes - Parc National de la Vanoise - Col de la Leisse - Ref. Plan du Lac - Termingnon - Modane - Valfrejus - Col de la Etroite - Briancon - Col des Ayes - La Chalp - Combe de Queyras - Embrun - Crevoux - Col de Parpaillon - Barcelonette - Colmars - Verdon Schlucht - Ziel in Frankreich: Moustiers Sainte MarieSZ-Karte: Ilona Burgarth(sueddeutsche.de/Christian Penning/dd)

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