Mit dem Fahrrad durch Australien "Nachts wie in der Sauna"

Was war die größte Herausforderung?

Viele denken da ja an giftige Tiere, aber das war bei uns nicht schlimm. Richtig gefährlich war der Straßenverkehr. Als Radfahrer ist man kein vollwertiges Verkehrsmitglied. Gerade die sogenannten road trains, bis zu 60 Meter lange Lastwagen mit Anhängern, rauschen im Abstand von 20 Zentimetern an einem vorbei. Da gab es schon drei, vier sehr knappe Überholmanöver auf der Reise.

Also gibt es auch keine speziellen Routen für Radfahrer.

Nein, aber wir haben vom Highway No 1 aus - der geteert und sehr angenehm zu befahren ist - immer wieder Abstecher gemacht und sind dann auf sogenannte gravel roads, also unbefestigte Schotterstraßen gekommen. Und die waren zum Teil so gut wie ein Radweg im Englischen Garten, zum Teil aber auch unbefahrbar. Besonders nach Regenschauern waren das oft die reinsten Matschpisten. Aber genau diese Straßen haben uns an die schönsten Orte unserer Reise gebracht.

Wie sind Sie mit der australischen Hitze zurechtgekommen?

Man muss einfach früh losfahren. Wir sind oft schon um vier Uhr gestartet, also in stockdunkler Nacht, und haben von elf bis 16 Uhr Mittagspause gemacht, bevor es wieder weiterging. Besonders schlimm war es im Norden zwischen Broome und Darwin. 34 Grad waren wir eigentlich gewöhnt, aber diese unglaublich hohe Luftfeuchtigkeit nicht! Nachts im Zelt war es, als würde man in der Sauna übernachten.

Klingt als sei der Trip vor allem auch sehr anstrengend gewesen.

Auch wenn die Reise wie eine Lotterie war, sie hat uns immer wieder an tolle Orte geführt. Einmal haben wir durch Zufall einen fünf Kilometer langen schneeweißen Sandstrand mit kristallblauem Wasser gefunden - und hatten ihn den ganzen Tag für uns allein.

Maximilian Semschs Erlebnisse in Australien gibt es auch auf der DVD "What a trip - around Oz".