Metro-Stationen in RusslandPaläste für alle

Eigentlich müssten die Moskauer in Smoking und Abendkleid U-Bahn fahren, so opulent sind ihre Stationen aus Sowjetzeiten. David Burdeny hat sie neu fotografiert.

Von Irene Helmes

Wer demnächst einmal wieder gelangweilt bis genervt in einer U-Bahn-Station zwischen verbogenen Bänken und greller Reklame wartet, kann folgenden Satz auf sich wirken lassen: "Mehr noch als alle Theater und Paläste wird die Metro unseren Geist anregen und erhellen."

Ja, so wurde einst über U-Bahnen gesprochen, in Zeiten, als diese neu und spektakulär waren, nicht selbstverständliche Orte auf dem lästigen Weg von A nach B.

Der Satz stammt vom berüchtigten Sowjet-Politiker Lasar Kaganowitsch, seiner Zeit Volkskommissar für Transport. Er überwachte unter Stalin die Verwirklichung der Moskauer U-Bahn. Und die war als unübersehbares Statement gedacht. So hat diese gewaltsame und dramatische Zeit Prestigebauten hinterlassen, die noch heute Besucher zum Staunen bringen. Der kanadische Fotograf David Burdeny hat sie in den vergangenen zwei Jahren neu abgebildet, menschenleer dank Sondergenehmigungen für die Nacht.

Im Bild: Station "Arbatskaja", Moskau

Bild: David Burdeny 18. November 2015, 14:372015-11-18 14:37:47 © SZ.de/sks/dd