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Balearen:Neue Regeln für Malle-Touristen

Mallorca Ballermann Urlaub Alkohol Verbote Verbot

Die Zeiten am Ballermann werden härter - zumindest für alle, die auf Malle vor allem eines wollen: trinken.

(Foto: Sean Gallup/Getty Images)
  • Bereits im vergangenen April versuchten die Behörden auf Mallorca, den Alkoholkonsum zu beschränken - unter anderem darf seitdem an der "Schinkenstraße" am Ballermann nur noch im Lokal getrunken werden.
  • Offenbar reichen die Einschränkungen nicht aus, so dass nun weitere Vorschriften beschlossen wurden: So ist in der Sommer-Saison auch in All-inklusive-Hotels nicht mehr alles im Preis inbegriffen.

Seit Jahren versucht Mallorca gegen Exzesse anzugehen - mit allerdings überschaubarem Erfolg. Die Einheimischen sind genervt von Lärm, Dreck und betrunkenen Inselbesuchern. Nun sollen die Zeiten für die Malle-Urlauber am Ballermann und Co. erneut härter werden. Per Eildekret hat die Regierung der Balearen ein paar neue Benimmregeln verabschiedet, um den Partytourismus einzuschränken.

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Betroffen sind demnach drei Regionen: Das bei deutschen Sauftouristen beliebte El Arenal, Playa de Palma und die Britenhochburg Magaluf auf Mallorca sowie das "West End" von Sant Antoni de Portmany auf Ibiza. Der Mallorca Zeitung und dem Mallorca Magazin zufolge dürfen All-inclusive-Hotels dort ihren Gästen ab Sommer 2020 nicht mehr uneingeschränkt alkoholische Getränke anbieten, fast jeder Drink muss fortan einzeln abgerechnet werden.

Wie Tourismusminister Iago Nerueguela erklärte, dürfen die betroffenen Hotels nur noch zu den Mittags- und Abendmahlzeiten je drei alkoholische Getränke umsonst anbieten. Zudem werden in Bars und Restaurants Happy Hours und andere Angebote verboten, die zu übermäßigem Alkoholkonsum einladen.

Kein Alkoholverkauf nach 21.30 Uhr

Außerdem sollen Läden und Kioske, die Alkohol verkaufen, künftig um 21.30 Uhr schließen und nicht vor acht Uhr morgens wieder öffnen. Auch die Einsätze von Partyschiffen sollen reguliert werden, neue Lizenzen für Feierboote würden nicht vergeben. Organisierte Kneipentouren, also "Pubcrawling", sind künftig untersagt.

Die neuen Regelungen betreffen vor allem die Anbieter, die sich nicht an die bisherigen Verbote halten: So soll es etwa hohe Geldstrafen geben, wenn sie Urlauber, die vom Balkon aus in den Pool springen oder von Balkon zu Balkon klettern - "Balconing" genannt - nicht aus dem Hotel verweisen. In der Vergangenheit hatte es immer wieder tödliche Unfälle gegeben. Daher gilt dieses strenge Verbot auch für alle balearischen Inseln.

Bereits im Februar vergangenen Jahres hatten die Behörden eine Reihe von Maßnahmen beschlossen mit dem Ziel, Touristen für ihren Alkoholkonsum zumindest ein paar Regeln aufzuerlegen. An der Schinkenstraße sowie in anderen Gebieten von Palma de Mallorca dürfe nur noch im Lokal getrunken und an der Playa de Palma nicht mehr für Alkohol geworben werden, hieß es damals.

© SZ.de/mpu/afis/dpa/kaeb
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