Ligurien Giftige Algen aufgetaucht

Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein: Das Baden an der ligurischen Küste könnte in diesem Sommer wieder gefährlich werden.

An der Ligurischen Küste südlich der italienischen Stadt Genua sind erneut giftige Algen aufgetaucht. Wie die Zeitung Corriere della Sera berichtete, handelt es sich wie vor zwei Jahren um die mikroskopisch kleine Alge Ostreopsis ovata, die Fieber, Kopfschmerzen und Unwohlsein hervorrufe.

Erste Spuren seien bei Cinque Terre nachgewiesen worden, es sei aber zu befürchten, dass sich die Plage abermals auf andere Küstenstreifen ausbreite.

Im Sommer 2005 hätten allein um Genua über 200 Menschen ins Krankenhaus gebracht werden müssen, die im verseuchten Wasser gebadet hatten. Damals waren weite Teile der italienischen Küste betroffen, unter anderem in der Toskana, in Kalabrien und Sizilien. Im vergangenen Jahr verbreitete sich die Alge dagegen vor allem in der Adria.

Die Ostreopsis ovata war bis vor kurzem fast ausschließlich in tropischen Meeren zu Hause. Nach Meinung von Wissenschaftlern sind steigenden Wassertemperaturen sowie die Meeresverschmutzung die Ursachen für die Ausbreitung.

Badegäste sollten sich generell vor dem Bad in einem See oder im Meer erkundigen, ob sie gefahrlos ins Wasser können. Zwar "sind die meisten Algenblüten nicht toxisch, sondern nur eklig", sagte Maike Lorenz, Kuratorin der Sammlung von Algenkulturen an der Universität Göttingen. Doch sei selbst für Fachleute nicht auf den ersten Blick erkennbar, ob eine Alge gefährlich ist.

"Sieht das Wasser nicht unverdächtig aus, ist es zum Beispiel ungewöhnlich verfärbt oder riecht, würde ich immer nachfragen", erklärt sie.

In deutschen Seen ist die an der ligurischen Küste aufgetauchte Alge nicht bekannt, hier finden sich aber immer wieder Blaualgen. "Das sind die in Süßgewässern am häufigsten auftretenden toxischen Algen", erläuterte Lorenz. Sie können allergische Reaktionen hervorrufen. Besonders in heißen Sommern mit wenig Wind komme es zu einem verstärkten Algenwachstum.

Die offiziellen Badegewässer werden regelmäßig überprüft. Die Stiftung Warentest in Berlin hat jüngst einen Test zu 400 Badestellen veröffentlicht. Er gibt Auskunft darüber, wie sauber Seen und Küstengewässer sind. Der Test kann im Internet kostenlos heruntergeladen werden.