Legendäre Reiserouten: Via RegiaAuf der Königsstraße des Mittelalters

Die Via Regia, eine der bedeutendsten Handelsstraßen des Mittelalters, reichte von Spanien bis in die heutige Ukraine und weiter bis nach Litauen. Wo einst Heere marschierten, Raubritter lauerten und Sagen ihren Ursprung haben, erleben Urlauber auf der deutschen Teilstrecke bis heute eine faszinierende Zeitreise.

Sieht so eine der wichtigsten Handelsstraßen des Mittelalters aus, die mit verzweigten Nebentrassen von Santiago di Compostela bis nach Kiew und noch weiter bis Litauen reichte? Beim Blick auf den schmalen, steilen Hohlweg bei Camburg in Thüringen scheint es schwer vorstellbar, dass auf solchen Wegen bis in die Neuzeit ein Großteil des Handels abgewickelt wurde. Und doch: Aus dem Westen kamen auf schwergängigen Karren Stoffe und Tücher, aus dem Osten Holz, Felle, Wachs und Honig, und die Mitte steuerte die blaufärbernde Waidpflanze aus Thüringen sowie die Bergbauprodukte Obersachsens bei. Pilger reisten auf der Königsstraße zur Aachener Heiligtumsfahrt oder über Paris auf dem Jakobsweg weiter bis nach Santiago di Compostela.

Dabei meinte der Name Via Regia gar nicht diese Straße im Besonderen, sondern generell für die Zeit gut ausgebaute (!) und befestigte Verkehrswege, die während des Heiligen Römischen Reiches unter dem besonderen Schutz eines Herrschers standen. Weil vor allem das Teilstück zwischen Frankfurt und Leipzig und im weiteren Verlauf Görlitz im Mittelalter zu den bedeutendsten Verkehrswegen gehörte, hat sich der Name für diesen Abschnitt erhalten.

Bild: EKI VIA REGIA 28. November 2011, 16:572011-11-28 16:57:03 © sueddeutsche.de/kaeb/lala