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Last Minute Trends:Zocken, bis der Preis stimmt

Kurz vor der Sommerreisewelle kommen Schnäppchenjäger zum Zug: Wo noch was frei ist, wann Sie am besten buchen und wieviel Sie maximal sparen können.

Vier Wochen vor Beginn der Sommerreisewelle geht die Last-Minute-Saison in die heiße Phase: Wer die Frühbucherrabatte verschmäht hat, geht häufig erst kurz vor Urlaubsbeginn auf Schnäppchensuche. Und anders als von den Reisekonzernen geplant, sind nach Expertenansicht auch im Sommer 2006 noch massenhaft günstige Last-Minute-Reisen im Angebot.

Die große Mehrheit von 1.119 Reisebüromitarbeitern sagte in einer Umfrage der Zeitschrift Urlaub perfekt, sie rechneten mit ebenso viel oder sogar mehr Schnäppchenangeboten als im Sommer 2005.

Passend dazu verzeichnet L'Tur - nach eigenen Angaben die Nummer 1 für Last-Minute-Reisen in Europa - ein sattes Plus von 11 Prozent allein in den ersten fünf Monaten 2006. L'Tur-Chef Karlheinz Kögel sagt denn auch allen Frühbucherangeboten zum Trotz: "Der Trend zu Last-Minute ist nicht aufzuhalten. Die Menschen entscheiden sich nun einmal kurzfristig, da kann man machen, was man will."

Auch die Gründe dafür lägen auf der Hand, erklärt Kögel. "Die wichtigsten drei Gründe sind: Die Unsicherheit, wie es im jeweiligen Zielgebiet zur Reisezeit gerade aussieht; die Unsicherheit, wie die persönliche Lage sein wird und vor allem auch das Wissen: Es wird ja doch noch billiger."

Internet-Buchung nimmt zu

Dabei werde immer häufiger online gebucht, weiß Kögel. "Unser absoluter Renner ist das Internet. Allein hier verzeichnen wir ein Plus von 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr."

Bei den Zielgebieten liefen die Türkei oder auch Palma de Mallorca sehr gut, aber auch Fernstrecken wie Kuba oder die Dominikanische Republik seien ein Renner. Für Dubai sei festzustellen, dass hier "gegenwärtig ein Preisniveau wie zuletzt 2003" herrsche. Und zur bevorzugten Art des Urlaubs stellt der Last-Minute-Spezialist fest: "Smart-Shopping ist gefragt. Die Leute suchen für weniger Geld mehr Leistung, also 4 Sterne buchen und 2 Sterne bezahlen."

Bis zur Hälfte Preisnachlass

Die Umfrage unter den mehr als 1.100 Reisebüromitarbeiter ergab, dass fast die Hälfte - 536 Mitarbeiter - einen Rabatt von 20 Prozent gegenüber dem Katalogpreis für realistisch halten. 280 (25 Prozent) geben sogar 30 Prozent Ersparnis an. 177 (16 Prozent) glauben, dass 10 Prozent gespart werden können. Die kleinste Gruppe - 126 Reiseexperten oder auch 11 Prozent - meinen gar, dass 40 oder 50 Prozent Rabatt bei Last-Minute-Reisen drin seien.

Auf die Frage, wann eine Buchung empfehlenswert sei, antworteten die meisten Fachleute (37 Prozent): Drei Wochen vor Abreise. 31 Prozent raten dazu, sich vier Wochen zuvor festzulegen.

Grundsätzlich gelte: Je näher der Abreisetermin rückt, desto kleiner wird das Angebot. Auch in den Reisebüros sei festzustellen, dass die Türkei weit vorn liegt bei den bevorzugten Zielen. Aber auch Ägypten und Tunesien seien gefragt. Kaum Chancen auf Last-Minute-Angebote sehen die Reisebüro-Mitarbeiter dagegen in Deutschland, Österreich und Italien.

Freie Kapazitäten sieht Bucher Last Minute beispielsweise in der Top-Destination Mallorca, aber auch für die Kanaren, Bulgarien, Kreta und Rhodos. Geschäftsführer Ionannis Afukatudis meint: "Das absolute Trendziel für die Sommerferien ist Spanien, vor allem Mallorca." Allerdings betont er auch, Last-Minute-Reisende sollten "etwas flexibel" sein, was den Flughafen, die Reisedauer oder die Auswahl des Hotels betreffe.