Kuriose Fakten 13 Dinge, die Sie noch nicht über den Eiffelturm wissen

Der Eiffelturm - geliebt, gehasst, nicht zu übersehen.

(Foto: AFP)

Ihren 125. Geburtstag hat die "Eisendame" aus Paris diesen März gefeiert. So lange schon erhebt sich der Eiffelturm über das 7. Arrondissement, nein, über die ganze Stadt. Zu seiner Eröffnung sollte das monumentale Bauwerk an den 100. Jahrestag der französischen Revolution erinnern.

  • Der Eiffelturm wurde einmal verkauft: Der Betrüger Victor Lustig gab sich 1925 als stellvertretender Generaldirektor des Postministeriums aus und machte einem Altmetallhändler weis, dass der Eiffelturm in Kürze abgerissen würde. Den Händler überzeugte, dass der Trickbetrüger als vermeintlich "armer Beamter" Schmiergeld von ihm verlangte.
  • Wer annimmt, der Turm habe immer dieselbe Höhe, irrt: In der Hitze des Sommers dehnt sich der Stahl aus und die Spitze rutscht 15 bis 30 Zentimeter höher. Samt Antennen wird die Höhe des Eiffelturms offiziell mit 324 Metern bemessen.
  • Wenn es gilt, 1665 Stufen zu erklimmen, entscheiden sich die meisten Menschen für den Lift. So sind die Aufzüge des Eiffelturms im Dauereinsatz - und legen jährlich mehr als 103 000 Kilometer zurück. Das entspricht immerhin zweieinhalb Umkreisungen der Welt.
  • Mit der Besetzung Frankreichs fiel auch der Eiffelturm in die Hände der Nazis. Doch bevor diese 1940 Paris einnahmen, kappten die Franzosen eilig die Aufzugkabel. So musste der Feind immerhin zu Fuß emporsteigen, um dort eine Hakenkreuzflagge zu hissen.

Kopien des Pariser Bauwerks

Im Zweifel kein Eiffel

  • Der erste Basejump der Geschichte fand 1912 vom Eiffelturm aus statt. Für den Schneider Franz Reichelt war es allerdings der letzte Sprung von einem Gebäude. Um es klar zu sagen: Es war überhaupt das Letzte, was der gebürtige Österreicher tat. Der unerschrockene Schnurrbartträger hatte sich ein Flugcape genäht, eine Art Vorläufer heutiger Wingsuits. Von der ersten Plattform aus sprang Reichelt - nach einigem Zögern - vor den Augen zahlreicher Schaulustiger in den Tod.
  • "Eiffelturmbraun" nennt sich der spezifische Khaki-Farbton des Pariser Wahrzeichens. Der patentierte Speziallack ist besonders haltbar und wird vom deutschen Chemie-Konzern Lanxess produziert und dann vom norwegischen Lackhersteller Jotun angemischt. Etwa alle sieben Jahre wird der Eiffelturm komplett neu lackiert - von Hand, so dass die Prozedur mehr als ein Jahr dauert. Damit ein optisch einheitliches Bild entsteht, wird der Lack in drei Helligkeitstönen aufgetragen. Am Fuße des Turms ist die Farbe am Dunkelsten, zur Spitze hin wird sie heller. Und höher wirkt der Turm so auch noch. Doch er wurde nicht immer in einem Braunton gestrichen, vor 1968 war sogar mal Gelborange en vogue. Gleich blieb die Farbmenge, für einen kompletten Anstrich wird die Kleinigkeit von 60 Tonnen Lack verpinselt.
  • Angesichts der Querelen um den Hauptstadtflughafen in Berlin und die Elbphilharmonie in Hamburg klingt es unglaublich: Der Eiffelturm, zu seiner Zeit höchstes Gebäude der Erde, wurde tatsächlich in nur zwei Jahren fertiggestellt. Obwohl die Bauarbeiter im Herbst 1888 mehrfach streikten. Pünktlich zum 31. März 1889 war der Turm vor der Eröffnung der Weltausstellung begehbar - nur die Lifte fuhren noch nicht.
  • Allerdings brachte das Großbauprojekt schon damals einige empörte Wutbürger auf den Plan. Die Pariser Elite stänkerte in einem offenen Brief "gegen die Errichtung des unnötigen und ungeheuerlichen Eiffelturms im Herzen unserer Hauptstadt". Ihre Sicht der Dinge: ein "lächerlicher Turm, der wie ein riesiger, düsterer Fabrikschlot Paris überragt" und "alle unsere Monumente demütigt". Und selbst Eiffel ahnte nicht, was für eine Sehenswürdigkeit er gebaut hatte, als er bei der Eröffnung die französische Flagge hisste: Diese sei die einzige weltweit, die in einem dreihundert Meter hohen Schaft stecke, sagte er etwas despektierlich.

Eiffelturm historisch

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  • Eigentlich war der Eiffelturm nur ein Bauwerk auf Zeit: Ursprünglich sollte er nach 20 Jahren wieder abgebaut werden. Doch dann war er zu nützlich für einen Abriss: Der Turm diente unter anderem als wichtiger Telegrafenmast.
  • Dass das Pariser Wahrzeichen nach seinem Erbauer, dem Ingenieur Gustave Eiffel, benannt ist, mögen die meisten noch wissen. Doch wie kam dieser zu seinem Namen? Geboren wurde Eiffel als Alexandre Gustave Bönickhausen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts war sein namensgebender deutscher Vorfahre aus dem heute nordrhein-westfälischen Marmagen in der Eifel eingewandert. Nur ist der Name "Bönickhausen" in Frankreich unaussprechlich. "Eiffel" klang doch viel eleganter.
  • Erst Anfang Oktober 2014 wurde die jüngste Attraktion der 125 Jahre alten Konstruktion fertiggestellt: Ein Glasboden auf der ersten Etage. Aus knapp 60 Metern Höhe können Besucher (ohne Höhenangst) nun aus ganz neuer Perspektive die Aussicht bewundern.

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