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Kuriose Fakten:Neun Geschichten über die Freiheitsstatue

Freiheitsstatue, New York City

Die Freiheitsstatue vor der Skyline von New York City.

(Foto: dpa)

Mit vollem Namen heißt sie "The Statue of Liberty Enlightening the World", weltbekannt ist sie als "Lady Liberty": die Statue, die in der Bucht von New York City seit mehr als 125 Jahren die Ankommenden begrüßt. Immigranten gilt sie als Symbol einer glücklicheren Zukunft, als Weltkulturerbe ist sie längst anerkannt. Ein zeitloses Geschenk also, das der französische Politiker Édouard René de Laboulaye einst als Geste der Bewunderung für die Vereinigten Staaten angeregt hatte.

  • Wenige Orte haben die Zerstörungslust von Hollywood so stark zu spüren bekommen wie die Freiheitsstatue. So wurde Lady Liberty im Kino unter anderem das Opfer von atomarer Apokalypse ("Planet der Affen" 1968), Klimakatastrophen ("The Day after Tomorrow" 2004), von Aliens ("Independence Day" 1996) und von wild gewordenen, fliegenden Haien (in der Fortsetzung des Supertrashs "Sharknado" 2014). Im Netz gibt es konkurrierende Rankings, in welchen Filmen die Freiheitsstatue am denkwürdigsten malträtiert wird, etwa hier oder hier samt Filmausschnitten. Weitgehend vergessen ist jedoch der erste Film, der New Yorks Skyline dem Erdboden gleichmachte. Im lange verloren geglaubten Schwarz-Weiß-Katastrophendrama "Deluge" von 1933 wurde die Freiheitsstatue nach einem Erdbeben von einer Flutwelle mitgerissen.
  • Der Einweihung der Freiheitsstatue bescherte der Welt nicht nur die Statue selbst, sondern auch den einst hochgeschätzten Brauch der Konfetti-Parade. Während der festlichen Parade zur Eröffnung am 28. Oktober 1886 warfen Händler an der Wall Street spontan jede Menge Papierstreifen aus dem Börsenticker aus den Fenstern der New Yorker Börse. Diese Art der Euphoriebekundung galt bald als typisch amerikanisch. Nur die Schnipsel wurden kürzer und bunter.
  • Dünnhäutiges Schwergewicht: Bei den gigantischen Ausmaßen der Freiheitsstatue ist kaum zu glauben, dass ihre 28 Tonnen schwere Außenhaut aus Kupfer nicht einmal zweieinhalb Millimeter dick ist - in etwa so dünn wie zwei aufeinandergedrückte Pennies.
  • Dem Erfindergeist waren im späten 19. Jahrhundert kaum Grenzen gesetzt. So wollte Thomas Edison Lady Liberty sogar sprechen lassen. Historikerin Elizabeth Mitchell schreibt im Buch "Liberty's Torch", dass Edison nach seiner Erfindung des Plattenspielers ankündigte, die Statue mit einer ganz besonderen Vorrichtung ausstatten zu wollen. Mit dieser würde sie sogar im Norden Manhattans zu hören sein. Was sie hätte verkünden sollen, blieb ein Rätsel - und Edisons Plan unvollendet.
  • Mütter in aller Welt dürften bei diesem Detail pikiert an ihr letztes, wohl bescheideneres Geschenk zum Muttertag denken: Der Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi soll in Lady Liberty das Gesicht seiner Mutter verewigt haben (nach Ähnlichkeiten kann man hier bei einer Gegenüberstellung suchen). Doch das ist nur eine von vielen Versionen. Bartholdi selbst hat sich zu Lebzeiten in Schweigen darüber gehüllt, so dass noch bis heute neue Thesen auftauchen. Etwa 2013 in dem Buch "Lady Liberty I love you", in dem Autorin Nathalie Salmon nachzuweisen versucht, dass es sich bei dem Modell um ihre Vorfahrin Sarah handele, in der Bartholdi auf den ersten Blick die perfekte Inspiration für das Antlitz der Freiheit erkannt habe.
  • Hunderte Blitze treffen die Freiheitsstatue jedes Jahr. Am 22. September 2010 gelang dem Fotografen Jay Fine ein außergewöhnlicher Schnappschuss vom Moment des Einschlags, zu sehen hier. 40 Jahre lang habe er gewartet, um diesen Augenblick einfangen zu können, so der 58-jährige New Yorker nach diesem fotografischen Glücksfall.
  • Die grünliche Patina ist heute kaum mehr wegzudenken. Doch diese Veränderung des Kupfers überzeugte nicht auf Anhieb. 1906 gab der US-Kongress 62 000 Dollar frei, um die Freiheitsstatue neu zu lackieren, da einige Politiker sich an der zunehmenden Verfärbung störten. Der Widerstand der New Yorker verhinderte das frische Make-up.
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  • Könnte Lady Liberty in einen Schuhladen gehen, müsste sie nach Größe 1200 fragen. Was neben ihren ausladenden Füßen aber oft übersehen wird, sind die gesprengten Ketten, die kaum sichtbar daneben liegen und das Ende von Unterdrückung und Sklaverei symbolisieren.
  • Mit einem anderen weltberühmten Monument, dem Eiffelturm, hat die Freiheitsstatue einiges gemeinsam. Nicht nur, dass die beiden fast zeitgleich in den späten 1880er Jahren fertiggestellt wurden und jeweils Gustave Eiffel an der Konstruktion maßgeblich beteiligt war. Auch reagierten in Paris wie in New York die Einheimischen zunächst eher kühl auf das neue Wahrzeichen. Im Fall der Freiheitsstatue, weil die Amerikaner in der damaligen Wirtschaftskrise ihren Teil an den Baukosten des "Geschenks" nicht gerade begeistert aufbrachten. "Kein wahrer Patriot kann derlei Ausgaben für bronzene Frauen angesichts der gegenwärtigen Finanzlage gutheißen", schimpfte die New York Times. Das Geld für den Sockel kam schließlich aber nach einem Aufruf des Verlegers Joseph Pulitzer zusammen - auch dank Kleinstspenden wie von einer Kindergartengruppe aus Iowa in Höhe von 1,35 Dollar.

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