Kuriose Fakten Neun Geheimnisse rund ums Taj Mahal

"Eine Träne auf der Wange der Zeit" - das Taj Mahal hat nicht nur den bengalischen Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore berührt, sondern auch Millionen andere Besucher.

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Es ist ein faszinierendes Monument, das der Großmogul Shah Jahan nach dem Tod von Mumtaz Mahal errichten ließ, "der Auserwählten des Palastes", seiner dritten Ehefrau und großen Liebe. Mitte des 17. Jahrhunderts fertiggestellt, symbolisiert das Taj Mahal den kulturellen und materiellen Reichtum der damaligen Zeit. Es gilt heute weltweit als Wahrzeichen Indiens und ist Unesco-Weltkulturerbe. Millionen Besucher strömen jedes Jahr zu dem opulenten Mausoleum in Agra im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

  • Mumtaz Mahal, der das Taj Mahal gewidmet ist, wurde historischen Quellen zufolge 38 Jahre alt und starb bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes, während sie ihren Mann auf einen Feldzug begleitete. Ihr Gatte - obwohl untröstlich über ihren Verlust - beendete noch die Kämpfe, bevor er sich seiner Trauer hingab und das Taj Mahal plante. Wie sehr dies seine eigene Idee war, ist jedoch ungeklärt. Angeblich nahm die schöne Sterbende ihrem Mann an ihrem Totenbett persönlich das Versprechen ab, ihr das wunderbarste Grabmal aller Zeiten zu errichten.
  • Wer Informationen zum Taj Mahal sucht, stößt immer wieder auf eine Geschichte, die wie ein düsteres Märchen klingt: Der trauernde Großmogul habe gegenüber dem strahlend hellen Mausoleum eine spiegelverkehrte Variante aus schwarzem Marmor für sich selbst geplant. Nur die Entmachtung durch einen seiner eigenen Söhne habe Shah Jahan an der kostspieligen Umsetzung gehindert. Viele Quellen tun dies als Gerücht ab. Tatsache ist, dass der Großmogul schließlich an der Seite seiner Frau in der Zentralhalle des weißen Taj Mahal bestattet wurde.
  • Bevor Shah Jahan jedoch diese letzte Ruhe zuteilwurde, blickte der einst so mächtige Herrscher acht Jahre lang aus der Gefangenschaft auf das Denkmal für seine Frau. Denn nachdem einer der Söhne des Paars die Macht an sich gerissen hatte, lebte Shah Jahan bis zu seinem eigenen Tod streng bewacht im sogenannten Roten Fort - in einem Zimmer mit Aussicht auf das Taj Mahal.
  • "Eine Träne auf der Wange der Zeit" hat Rabindranath Tagore, der bengalische Literaturnobelpreisträger des Jahres 1913, das Taj Mahal genannt. Von ihm stammen auch Aphorismen wie "Einsamkeit ist wie Urlaub, gut für 14 Tage" oder "Wer sich selbst kennt, dem ist niemand fremd".
  • Legendäre Orte bleiben selten ohne Nachahmung. Das hat inzwischen zu mehr oder weniger detailgetreuen Imitationen des Taj Mahal von Bangladesch bis nach Milwaukee im US-Staat Wisconsin geführt. Immobilienmilliardär Donald Trump hat seine Version ungerührt als Vergnügungstempel in der US-Casinostadt Atlantic City erbauen lassen. Der Name? "Trump Taj Mahal" natürlich. Slogan: "A world of pleasure and excitement awaits you". Das hätte sich Shah Jahan wohl kaum träumen lassen.
  • Die Eleganz des Taj Mahal mag Menschen aus aller Welt Respekt einflößen, allzu ernst geht es in seiner Umgebung deshalb trotzdem nicht immer zu. Mitte Oktober 2014 meldete die Zeitung Asian Age, zwei Polizisten in Agra seien vom Dienst suspendiert worden, da sie sich weniger den Uniformregeln gemäß als vielmehr im Stil zweier Bollywood-Helden gekleidet hätten. Bemängelt wurden dabei ganz besonders die extrem enganliegenden Hosen des einen Beamten.
  • Während die Liebesgeschichte zwischen Shah Jahan und Mumtaz Mahal von Generation zu Generation weitergegeben wird, sind dessen andere Ehefrauen fast völlig in Vergessenheit geraten. Dabei liegen sie in nächster Nähe des Taj Mahal bestattet. Wie die Times of India schreibt, hat sich das Kali Masjid, das Grab der ersten Ehefrau Kandahari Begum, immerhin zu einem Zufluchtsort für zahllose Katzen entwickelt. Während Touristen sich selten blicken ließen, fütterten Einheimische die Tiere mit Milch und Fleisch. Zumindest dieses Detail wäre wohl ein Trost für die Verschmähte gewesen - einem Historiker der Muslimischen Universität von Aligarh zufolge belegen diverse Quellen ihre Liebe zu Katzen.
  • Bis in die Gegenwart hinein ist die Entstehung des Taj Mahal längst nicht für alle zufriedenstellend geklärt. In den Jahren 2000 und 2005 wiesen hohe indische Gerichte Anträge zurück, anstatt des gläubigen Muslims Shah Jahan offiziell einen Hindu-König als Erbauer des Denkmals anzuerkennen. In der Architektur des Taj Mahal ist eine harmonischere Koexistenz von islamischen und hinduistischen Einflüssen zu erkennen.
  • Die vier Minarette, die die Hauptkuppel des Taj Mahal umgeben, sind nur auf den ersten Blick gerade. Tatsächlich wurden sie mit einer leichten Neigung erbaut - vermutlich damit ihre Trümmer im Falle eines Erdbebens nicht das Hauptgebäude treffen.

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