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Kuriose Fakten:Was Sie noch nicht über diese Sehenswürdigkeiten wissen

Sehenswürdigkeiten in aller Welt bergen überraschende Geschichten.

(Foto: iStock/dpa/AFP)

Was haben preußische Hieroglyphen an den Pyramiden von Gizeh verloren? Wer darf Big Ben besichtigen? Wie verkaufte ein Betrüger den Eiffelturm? Wissenswertes über berühmte Wahrzeichen.

Von Irene Helmes und Sarah K. Schmidt

Big Ben, Kolosseum oder Eiffelturm - manche Sehenswürdigkeiten hat jeder schon einmal gesehen. Wenn nicht das Original, dann zumindest auf Postkarten, auf Bildern oder als Souvenir. Touristen posieren vor diesen Attraktionen, um zu zeigen: Ja, auch ich war da. Die Sehenswürdigkeiten sind Symbole für eine Stadt, manchmal sogar für ein Land, eine ganze Kultur. Umso mehr lohnt sich der Blick auf die kleinen Geschichten hinter einem Bauwerk, das jeder in- und auswendig zu kennen glaubt.

Das Kolosseum

Kolosseum in Rom, Antike, Sehenswürdigkeit

Das Kolosseum bei Nacht (Archivaufnahme).

(Foto: ag.dpa)

Solange das Kolosseum steht, wird Rom stehen und solange Rom steht, wird die Welt bestehen, wusste schon der Benediktinermönch Beda Verabilis. Gut für die Welt: Beides ist noch da - auch wenn von der gigantischen, fast 190 Meter langen Arena nur noch Ruinen übrig sind und immer wieder eine mangelhafte Pflege des Denkmals kritisiert wird. Das tut der Popularität des Wahrzeichens der ewigen Stadt jedoch keinen Abbruch. Das Kolosseum ist als Inbegriff des alten Roms weiterhin eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten der italienischen Hauptstadt und gerade seine Verfallenheit kündet von der großen Geschichte und so manchem dunklen Geheimnis.

  • In den alten Gemäuern finden sich heute mehr als 350 verschiedene Pflanzenarten, die zum Teil exotischen Ursprung haben. Vermutlich kamen deren Samen mit den wilden Tieren aus allen Teilen der damals bekannten Welt in die Arena - und konnten sich dort unter den geschützten Witterungsbedingungen ausbreiten.
  • Was große Fußballstadien heute können, war im Kolosseum bereits Standard: Ein Sonnensegel aus 80 Einzelteilen wurde über ein Seilsystem gespannt, um die Zuschauer vor Hitze zu schützen. Hundert Mann einer Spezialeinheit der römischen Flotte brachten das Ganze synchronisiert von Trommelschlag in Position.
  • Mit "panem et circenses" - Brot und Spielen - wurde das römische Volk von den Kaisern bei Laune gehalten. Es ging um Unterhaltung für die Massen, quasi das "Dschungelcamp" der alten Römer. Nur, dass damals eine Staffel nicht über 15 Folgen ging, sondern zum Teil mehr als 100 Tage lang. Und auch was die Gesamtspielzeit angeht, hat RTL noch einen weiten Weg vor sich: 450 Jahre lang war das Kolosseum als Arena in Betrieb.
  • Insgesamt 42 Herrscher sahen sich im Laufe der Zeit die Gemetzel in dem Amphitheater an.
  • Schon zur Zeit des alten Roms war das Konzept der VIP-Lounge bestens etabliert. Vier der insgesamt 80 Eingänge waren für Stars und Sternchen des gesellschaftlichen Lebens reserviert. Der Kaiser und weitere hochrangige Politiker hatten ein eigenes Podium für sich, das besonders geschützt war.
  • Mindestens 50 000 Zuschauer hatten im Kolosseum Platz - so viele wie in den Stadien von Frankfurt, Köln oder Nürnberg. Und für das ausgeklügelte Rundsystem, das die Sitzreihen über Korridore und Treppen zugänglich macht, können sich auch heute noch Rettungskräfte und Gebäudemanager begeistern. Ermöglicht es doch, die Arena in nur fünf Minuten zu räumen oder in 15 Minuten komplett zu füllen - solange niemand bummelt oder schubst. Bei den Architekten von damals hieß das System wenig nobel "Vomitoria" - das lateinische "vomitare" bedeutet "sich erbrechen".
  • Dass das Kolosseum längst als geradezu romantisches Fotomotiv gilt, ist reichlich makaber. Historiker gehen davon aus, dass eine halbe Million Menschen bei Gladiatorenkämpfen und Hinrichtungen in der Arena starben. Heute dient die Arena deshalb auch als Mahnmal gegen die Todesstrafe. Immer, wenn ein Staat die Todesstrafe abschafft oder eine Hinrichtung ausgesetzt wird, erstrahlt das Kolosseum für 48 Stunden in bunten Farben.
  • Auch Millionen Tiere ließen im Kolosseum ihr Leben. Aus dem gesamten Machtbereich des römischen Reichs wurden alle erdenklichen Arten herangekarrt. Zum Teil wurden durch diese Praxis regional ganze Arten ausgerottet. Das Nilpferd war angesichts der Tierfänger aus Rom die längste Zeit in der Nilregion Ägyptens heimisch. Auch Elefanten und Löwen verschwanden unter anderem aus diesem Grund aus weiten Teilen Afrikas.
  • Im Jahr 435 fanden die letzten Gladiatorenkämpfe im Kolosseum statt, die letzte Tierhatz gab es noch einmal knapp 100 Jahre später, 523 n. Chr. Der Grund für das Ende der blutigen Veranstaltungen: Der Aufwand war schlicht zu kostspielig geworden für die schwindende Bevölkerung im zerfallenden römischen Reich.
  • Über mehrere Jahrhunderte, vom Mittelalter bis in die Zeit der Renaissance, war das Kolosseum vor allem eines: ein gigantischer Steinbruch, aus dem sich die Einheimischen hemmungslos bedienten. So stammen Steine, die im Petersdom oder im Palazzo Barberini verbaut wurden, ursprünglich aus dem Amphitheater. Erst im 18. Jahrhundert begeisterte man sich wieder für die alte Geschichte.
  • Bei seiner Erbauung hieß das Kolosseum noch ganz offiziell "Amphitheatrum Flavium" - die Arena wurde schließlich von den Kaisern der flavischen Dynastie errichtet. Der Name Kolosseum trat erst im Mittelalter auf. Vermutlich geht die Bezeichnung auf eine mehr als 30 Meter hohe Kolossal-Statue für Kaiser Nero zurück, die direkt neben dem Amphitheater stand. Doch einer düsteren Legende nach soll im Kolosseum ein Teufelskult schwarze Messen abgehalten haben. Am Ende einer solchen Zeremonie fragte der Priester dann angeblich seine Gefolgschaft: "Colis eum?" Übersetzt: "Huldigst du diesem?" Daraus wurde dann der Sage nach das "Coliseum", wie die italienische Bezeichnung auch lautet.
  • In den Anfangszeiten des Kolosseums waren Seeschlachten en vogue. Sieben Stunden, so hat es ein Professor aus Edinburgh nachgerechnet, dauerte es wohl, die Arena zu fluten. Später wurde sie unterkellert und mit Falltüren und allerlei Spezialtechnik ausgestattet, sodass plötzlich während eines Kampfes inmitten einer Staubwolke ein wildes Raubtier wie von Zauberhand erschien.

13 Tatsachen über den Big Ben

Sie gehören zusammen: London und der Big Ben, die berühmteste Turmuhr der Welt. Mit dem Glockenschlag spricht "The Voice of Britain", die Stimme Großbritanniens, sagt man. Filmemacher müssen nur das prägnante Ziffernblatt zeigen (und vielleicht noch einen roten Doppeldecker-Bus) und innerhalb weniger Augenblicke weiß der Zuschauer, in welcher Stadt die Szene spielt - dabei sieht man "Big Ben" von außen eigentlich gar nicht.

Big Ben, London, England

Reinigungskräfte mit Klettererfahrung gesucht: Spezialisten machen die Ziffernblätter des Big Ben sauber. Etwa alle vier Jahre ist so eine Prodzedur notwendig.

(Foto: AFP)
  • Wenn man es genau nimmt, bezeichnet "Big Ben" lediglich die schwerste der insgesamt fünf Glocken des Uhrturms am Palace of Westminster. Wie diese "Great Bell" zu ihrem Spitznamen kam, ist nicht ganz klar. Ein möglicher Namensgeber ist Sir Benjamin Hall, zur Zeit der Glocken-Installation 1857 oberster Baubeauftragter der britischen Regierung - und der Legende nach von stattlicher Größe. Eine andere Theorie führt Ben Caunt als Namenspaten an, einen Schwergewichtsboxer. Dieser absolvierte am 22. September 1857 seinen letzten Kampf - als Big Ben.
  • Der Name Big Ben ist im Lauf der Zeit von der Glocke auch auf Uhr und Turm übergegangen. Letzterer hieß offiziell und wenig einfallsreich "Clock Tower", jedenfalls bis 2012. Vor zwei Jahren wurde Big Ben mit einer weiteren britischen Institution vereint: der Queen. Zu deren diamantenem Thronjubiläum wurde das Bauwerk offiziell in "Elizabeth Tower" umgetauft. Royaler Größenwahn? Nicht doch. Schließlich hat auch schon Königin Victoria zu ihrem 60. Jubiläum einen Turm bekommen: den höchsten am Palace of Westminster, der etwa zwei Meter höher ist als der Elizabeth Tower.
  • Eigentlich war der Turm gar nicht vorgesehen: Nach dem schweren Brand 1834 wurde Westminster Palace neu aufgebaut. Im Siegerentwurf hatte Architekt Sir Charles Barry aber keinen Glockenturm geplant - Barry fügte diesen erst nachträglich ein.
  • "Fest gemauert in der Erden / Steht die Form aus Lehm gebrannt": Wer noch Schillers "Lied von der Glocke" auswendig lernen musste, weiß, dass deren Herstellung eine echte Plackerei ist. Umso ärgerlicher, wenn das gute Stück dann bei der Generalprobe zu Bruch geht. Wegen einer Fehlkalkulation war der Schlaghammer viel zu schwer geraten für die große Glocke. Bei den ersten Tests sorgte das prompt für einen meterlangen Riss. So mussten die 17 Tonnen eingeschmolzen und in neue Form gebracht werden. Doch auch die neue Glocke bekam einen Riss. Diesmal drehte man das gute Stück einfach ein bisschen, sodass der Hammer nicht mehr direkt auf die beschädigte Stelle traf - allerdings kam man erst nach vier Jahren auf diese Lösung.
  • Die Glocken schwingen nicht, sie sind fixiert - der Hammer schlägt sie von außen an. Den Ton hört man neun Meilen weit, das sind mehr als 14 Kilometer.
  • Wer den Turm von Innen besichtigen will, muss zwei Bedingungen erfüllen: körperliche Fitness und britische Staatsangehörigkeit. Die 334 Stufen bis zur Spitze müssen zu Fuß überwunden werden, einen Fahrstuhl gibt es nicht. Und weil die Sicherheitsprüfung von Ausländern zu langwierig und teuer war, dürfen seit 2010 aus Angst vor einem Terroranschlag nur noch Einheimische nach aufwändiger Registrierung Big Ben erklimmen (anderen bleibt nur die virtuelle Tour).
  • Der Turm wurde niemals festlich eingeweiht, vielleicht weil eine um fünf Jahre verspätete Fertigstellung kein Grund zum Feiern war.
  • Nicht nur den Londonern klingt das Glockenspiel des Big Ben wohlvertraut in den Ohren, auch den Hörern von BBC Radio 4. Der Sender eröffnet mit dem Gebimmel die Nachrichtensendungen um sechs Uhr abends und um Mitternacht. Zudem ist das Läuten als "Westminsterschlag" mittlerweile eine der meistverwendeten Melodien für Uhren, aber auch für Türklingeln und Schulglocken. Wer genau die eingängige E-Dur-Variation aus e, fis, gis und h komponiert hat, ist nicht abschließend geklärt. Möglicherweise wurde sie inspiriert von einer Arie aus Händels "Messiah". (Auf der Homepage des britischen Parliament wird die Big-Ben-Melodie zum Download angeboten - als Klingelton fürs Handy)
  • Der Minutenzeiger wiegt 100, der Stundenzeiger 300 Kilogramm (allerdings beide mitsamt Gegengewichten) - der Minutenzeiger musste gegen eine leichtere Version ausgetauscht werden, bevor er seine Runden aufnahm.
  • Schlägt es vier Uhr in London, deutet der Zeiger auf eine römische IV - normalerweise wird die Zahl auf Uhren IIII angezeigt.
  • Der Big Ben ist eine beliebte Filmbesetzung. Speziell die Szene aus dem Film "Die 39 Stufen", in der Ingenieur Richard Hannay sich an den Minutenzeiger hängt, um das Zünden einer Bombe zu stoppen, hat sich ins kollektive Filmgedächtnis eingebrannt.
  • Wenn die Sommerzeit endet und die Uhren eine Stunde zurückgestellt werden, ist höchste Konzentration und Disziplin bei den Uhrenmeistern des Westminster-Palace nötig. Nicht nur, dass die komplexe Prozedur, um das Uhrwerk zurückzustellen, fast vier Stunden dauert, an diesem Wochenende findet auch die Wartung und Justierung statt. Die erfolgt übrigens noch immer mit einem Penny. Läuft die Uhr zu schnell, wird eine Münze mehr auf das Pendel gelegt, läuft sie zu langsam, wird eine entfernt. (Hier sehen Sie Bilder vom Abend der Zeitumstellung)
  • Eine Schar Vögel sorgte bei der berühmten Uhr 1949 für eine mehrminütige Verspätung: Es ließen sich so viele Stare auf einem der Minutenzeiger nieder, dass er nicht mehr vorrücken konnte.

Neun Geheimnisse rund ums Taj Mahal

Es ist ein faszinierendes Monument, das der Großmogul Shah Jahan nach dem Tod von Mumtaz Mahal errichten ließ, "der Auserwählten des Palastes", seiner dritten Ehefrau und großen Liebe. Mitte des 17. Jahrhunderts fertiggestellt, symbolisiert das Taj Mahal den kulturellen und materiellen Reichtum der damaligen Zeit. Es gilt heute weltweit als Wahrzeichen Indiens und ist Unesco-Weltkulturerbe. Millionen Besucher strömen jedes Jahr zu dem opulenten Mausoleum in Agra im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh.

Taj Mahal, Agra/Indien

"Eine Träne auf der Wange der Zeit" - das Taj Mahal hat nicht nur den bengalischen Literaturnobelpreisträger Rabindranath Tagore berührt, sondern auch Millionen andere Besucher.

(Foto: iStockphoto)
  • Mumtaz Mahal, der das Taj Mahal gewidmet ist, wurde historischen Quellen zufolge 38 Jahre alt und starb bei der Geburt ihres vierzehnten Kindes, während sie ihren Mann auf einen Feldzug begleitete. Ihr Gatte - obwohl untröstlich über ihren Verlust - beendete noch die Kämpfe, bevor er sich seiner Trauer hingab und das Taj Mahal plante. Wie sehr dies seine eigene Idee war, ist jedoch ungeklärt. Angeblich nahm die schöne Sterbende ihrem Mann an ihrem Totenbett persönlich das Versprechen ab, ihr das wunderbarste Grabmal aller Zeiten zu errichten.
  • Wer Informationen zum Taj Mahal sucht, stößt immer wieder auf eine Geschichte, die wie ein düsteres Märchen klingt: Der trauernde Großmogul habe gegenüber dem strahlend hellen Mausoleum eine spiegelverkehrte Variante aus schwarzem Marmor für sich selbst geplant. Nur die Entmachtung durch einen seiner eigenen Söhne habe Shah Jahan an der kostspieligen Umsetzung gehindert. Viele Quellen tun dies als Gerücht ab. Tatsache ist, dass der Großmogul schließlich an der Seite seiner Frau in der Zentralhalle des weißen Taj Mahal bestattet wurde.
  • Bevor Shah Jahan jedoch diese letzte Ruhe zuteilwurde, blickte der einst so mächtige Herrscher acht Jahre lang aus der Gefangenschaft auf das Denkmal für seine Frau. Denn nachdem einer der Söhne des Paars die Macht an sich gerissen hatte, lebte Shah Jahan bis zu seinem eigenen Tod streng bewacht im sogenannten Roten Fort - in einem Zimmer mit Aussicht auf das Taj Mahal.
  • "Eine Träne auf der Wange der Zeit" hat Rabindranath Tagore, der bengalische Literaturnobelpreisträger des Jahres 1913, das Taj Mahal genannt. Von ihm stammen auch Aphorismen wie "Einsamkeit ist wie Urlaub, gut für 14 Tage" oder "Wer sich selbst kennt, dem ist niemand fremd".
  • Legendäre Orte bleiben selten ohne Nachahmung. Das hat inzwischen zu mehr oder weniger detailgetreuen Imitationen des Taj Mahal von Bangladesch bis nach Milwaukee im US-Staat Wisconsin geführt. Immobilienmilliardär Donald Trump hat seine Version ungerührt als Vergnügungstempel in der US-Casinostadt Atlantic City erbauen lassen. Der Name? "Trump Taj Mahal" natürlich. Slogan: "A world of pleasure and excitement awaits you". Das hätte sich Shah Jahan wohl kaum träumen lassen.
  • Die Eleganz des Taj Mahal mag Menschen aus aller Welt Respekt einflößen, allzu ernst geht es in seiner Umgebung deshalb trotzdem nicht immer zu. Mitte Oktober 2014 meldete die Zeitung Asian Age, zwei Polizisten in Agra seien vom Dienst suspendiert worden, da sie sich weniger den Uniformregeln gemäß als vielmehr im Stil zweier Bollywood-Helden gekleidet hätten. Bemängelt wurden dabei ganz besonders die extrem enganliegenden Hosen des einen Beamten.
  • Während die Liebesgeschichte zwischen Shah Jahan und Mumtaz Mahal von Generation zu Generation weitergegeben wird, sind dessen andere Ehefrauen fast völlig in Vergessenheit geraten. Dabei liegen sie in nächster Nähe des Taj Mahal bestattet. Wie die Times of India schreibt, hat sich das Kali Masjid, das Grab der ersten Ehefrau Kandahari Begum, immerhin zu einem Zufluchtsort für zahllose Katzen entwickelt. Während Touristen sich selten blicken ließen, fütterten Einheimische die Tiere mit Milch und Fleisch. Zumindest dieses Detail wäre wohl ein Trost für die Verschmähte gewesen - einem Historiker der Muslimischen Universität von Aligarh zufolge belegen diverse Quellen ihre Liebe zu Katzen.
  • Bis in die Gegenwart hinein ist die Entstehung des Taj Mahal längst nicht für alle zufriedenstellend geklärt. In den Jahren 2000 und 2005 wiesen hohe indische Gerichte Anträge zurück, anstatt des gläubigen Muslims Shah Jahan offiziell einen Hindu-König als Erbauer des Denkmals anzuerkennen. In der Architektur des Taj Mahal ist eine harmonischere Koexistenz von islamischen und hinduistischen Einflüssen zu erkennen.
  • Die vier Minarette, die die Hauptkuppel des Taj Mahal umgeben, sind nur auf den ersten Blick gerade. Tatsächlich wurden sie mit einer leichten Neigung erbaut - vermutlich damit ihre Trümmer im Falle eines Erdbebens nicht das Hauptgebäude treffen.

Acht Infos zur Chinesischen Mauer

Sie ist nicht nur das größte Bauwerk der Erde, sie ist auch eines der ältesten: die Chinesische Mauer. Bereits im 7. Jahrhundert v. Chr. entstanden die ersten Befestigungsanlagen. Über die Jahrhunderte blieb das Konstrukt eng mit der Geschichte Chinas verwoben, als militärisches Bollwerk, aber auch als Symbol für ein mächtiges Weltreich und zahlreiche Herrscherdynastien. Zahlreiche Mythen und Legenden ranken sich um die Mauer und jedes Jahr besichtigen Millionen Besucher das Monument.

Chinesische Mauer

Ein Abschnitt der Chinesischen Mauer

(Foto: iStockphoto)
  • Erste Überraschung: Die Chinesische Mauer ist gar nicht eine große Mauer. Stattdessen handelt es sich um Stückwerk. Die einzelnen Abschnitte sind oft gar nicht miteinander verbunden, stammen aus unterschiedlichen Epochen und variieren in der Bauweise. Verschiedene Studien zur Gesamtlänge kommen zu unterschiedlichsten Ergebnissen. Einer neueren Publikation von 2010 zufolge erstreckt sich die steinerne Hauptmauer aus der Ming-Dynastie (1368-1644 n. Chr.) auf 8 850 Kilometer. Insgesamt sollen über die Jahrhunderte hinweg gar mehr als 21 000 Mauerkilometer errichtet worden sein.
  • Nur außerhalb Chinas ist von der Chinesischen Mauer die Rede. Im Land selbst lautet der Name "10 000 Li lange Mauer". Die Maßeinheit Li entspricht etwa 575 Metern - 10 000 Li umgerechnet also 5750 Kilometer. Doch 10 000 ist im Chinesischen auch gleichbedeutend mit einer unzählbaren Menge, weshalb der Name auch "Unvorstellbar lange Mauer" bedeutet.
  • 1754 schrieb der britische Antiquar William Stukeley, die gewaltige Mauer sei das einzige Bauwerk, "das auch vom Mond aus erkannt werden kann". Seitdem ist der Mythos in der Welt. Dem guten Mister Stukeley wollen wir keinen Vorwurf machen - er wusste es Mitte des 18. Jahrhunderts wohl nicht besser. Doch mittlerweile konnten sich zahlreiche Menschen vom Gegenteil überzeugen: Nein, mit bloßem Auge ist die Chinesische Mauer aus dem All nicht auszumachen (die Pyramiden von Gizeh allerdings schon). Das musste selbst der erste chinesische Raumfahrer Yang Liwei betrübt feststellen. Umgerechnet gleicht das Ansinnen übrigens dem Versuch, ein menschliches Haar aus 3,2 Kilometern Entfernung betrachten zu wollen.
  • Der Blick von außen hat das Bild der Chinesischen Mauer als monumentales Bauwerk jenseits aller bekannten Dimensionen geprägt. Erst mit den Begeisterungsstürmen der frühen europäischen Reisenden ging den Chinesen auf, was für ein gigantisches Wunderwerk sie da an ihrer Grenze errichtet hatten. Tatsächlich spielt die Mauer vor dem 20. Jahrhundert in der chinesischen Kunst und Literatur kaum eine Rolle.
  • Zwar hatten die Chinesen die Schubkarre erfunden - doch auch die muss jemand schieben. In den Hauptbauphasen der Mauer sollen bis zu 20 Prozent der damaligen Gesamtbevölkerung des Reiches an dem Riesenprojekt beteiligt gewesen sein. Vor allem Bauern, Strafgefangene und Tagelöhner mussten unter ärgsten Bedingungen schuften. "Längster Friedhof der Welt" wurde die Mauer auch genannt. Doch ob die Leichen tatsächlich mit eingemauert wurden, ist nicht belegt. Der Mörtel bestand jedenfalls nicht, wie manchmal behauptet, aus menschlichem Knochenstaub, sondern aus gebranntem Kalk und Reismehl.
  • Mit Maos Langem Marsch und der Kulturrevolution bekam die große Mauer, auf die man gerade noch so stolz war, ein schlechtes Image. Das Mahnmal für Despotie und Gewaltherrschaft wurde zum Abriss freigegeben. Wie aus einem gigantischen Steinbruch durfte sich die Bevölkerung bedienen und Baumaterial abtragen. Erst nach Maos Tod und mit einem wachsenden touristischen Interesse wurde dem Treiben Einhalt geboten und die Mauer wieder als nationales Denkmal betrachtet.
  • Auch Skateboarder-Legende Danny Way wählte den Gigantismus des größten Bauwerks der Welt, um seinen eigenen Wahnsinn in Szene zu setzen. Mit Hilfe seiner selbst entwickelten "Mega Ramp" sprang Way im Juli 2005 ganze 24 Meter weit und sieben Meter hoch über die Mauer hinweg. Zwei Weltrekorde und ein Eintrag ins Guinness-Buch in einem.

Neun Geschichten über die Freiheitsstatue

Mit vollem Namen heißt sie "The Statue of Liberty Enlightening the World", weltbekannt ist sie als "Lady Liberty": die Statue, die in der Bucht von New York City seit mehr als 125 Jahren die Ankommenden begrüßt. Immigranten gilt sie als Symbol einer glücklicheren Zukunft, als Weltkulturerbe ist sie längst anerkannt. Ein zeitloses Geschenk also, das der französische Politiker Édouard René de Laboulaye einst als Geste der Bewunderung für die Vereinigten Staaten angeregt hatte.

Freiheitsstatue, New York City

Die Freiheitsstatue vor der Skyline von New York City.

(Foto: dpa)
  • Wenige Orte haben die Zerstörungslust von Hollywood so stark zu spüren bekommen wie die Freiheitsstatue. So wurde Lady Liberty im Kino unter anderem das Opfer von atomarer Apokalypse ("Planet der Affen" 1968), Klimakatastrophen ("The Day after Tomorrow" 2004), von Aliens ("Independence Day" 1996) und von wild gewordenen, fliegenden Haien (in der Fortsetzung des Supertrashs "Sharknado" 2014). Im Netz gibt es konkurrierende Rankings, in welchen Filmen die Freiheitsstatue am denkwürdigsten malträtiert wird, etwa hier oder hier samt Filmausschnitten. Weitgehend vergessen ist jedoch der erste Film, der New Yorks Skyline dem Erdboden gleichmachte. Im lange verloren geglaubten Schwarz-Weiß-Katastrophendrama "Deluge" von 1933 wurde die Freiheitsstatue nach einem Erdbeben von einer Flutwelle mitgerissen.
  • Der Einweihung der Freiheitsstatue bescherte der Welt nicht nur die Statue selbst, sondern auch den einst hochgeschätzten Brauch der Konfetti-Parade. Während der festlichen Parade zur Eröffnung am 28. Oktober 1886 warfen Händler an der Wall Street spontan jede Menge Papierstreifen aus dem Börsenticker aus den Fenstern der New Yorker Börse. Diese Art der Euphoriebekundung galt bald als typisch amerikanisch. Nur die Schnipsel wurden kürzer und bunter.
  • Dünnhäutiges Schwergewicht: Bei den gigantischen Ausmaßen der Freiheitsstatue ist kaum zu glauben, dass ihre 28 Tonnen schwere Außenhaut aus Kupfer nicht einmal zweieinhalb Millimeter dick ist - in etwa so dünn wie zwei aufeinandergedrückte Pennies.
  • Dem Erfindergeist waren im späten 19. Jahrhundert kaum Grenzen gesetzt. So wollte Thomas Edison Lady Liberty sogar sprechen lassen. Historikerin Elizabeth Mitchell schreibt im Buch "Liberty's Torch", dass Edison nach seiner Erfindung des Plattenspielers ankündigte, die Statue mit einer ganz besonderen Vorrichtung ausstatten zu wollen. Mit dieser würde sie sogar im Norden Manhattans zu hören sein. Was sie hätte verkünden sollen, blieb ein Rätsel - und Edisons Plan unvollendet.
  • Mütter in aller Welt dürften bei diesem Detail pikiert an ihr letztes, wohl bescheideneres Geschenk zum Muttertag denken: Der Bildhauer Frédéric-Auguste Bartholdi soll in Lady Liberty das Gesicht seiner Mutter verewigt haben (nach Ähnlichkeiten kann man hier bei einer Gegenüberstellung suchen). Doch das ist nur eine von vielen Versionen. Bartholdi selbst hat sich zu Lebzeiten in Schweigen darüber gehüllt, so dass noch bis heute neue Thesen auftauchen. Etwa 2013 in dem Buch "Lady Liberty I love you", in dem Autorin Nathalie Salmon nachzuweisen versucht, dass es sich bei dem Modell um ihre Vorfahrin Sarah handele, in der Bartholdi auf den ersten Blick die perfekte Inspiration für das Antlitz der Freiheit erkannt habe.
  • Hunderte Blitze treffen die Freiheitsstatue jedes Jahr. Am 22. September 2010 gelang dem Fotografen Jay Fine ein außergewöhnlicher Schnappschuss vom Moment des Einschlags, zu sehen hier. 40 Jahre lang habe er gewartet, um diesen Augenblick einfangen zu können, so der 58-jährige New Yorker nach diesem fotografischen Glücksfall.
  • Die grünliche Patina ist heute kaum mehr wegzudenken. Doch diese Veränderung des Kupfers überzeugte nicht auf Anhieb. 1906 gab der US-Kongress 62 000 Dollar frei, um die Freiheitsstatue neu zu lackieren, da einige Politiker sich an der zunehmenden Verfärbung störten. Der Widerstand der New Yorker verhinderte das frische Make-up.
  • Könnte Lady Liberty in einen Schuhladen gehen, müsste sie nach Größe 1200 fragen. Was neben ihren ausladenden Füßen aber oft übersehen wird, sind die gesprengten Ketten, die kaum sichtbar daneben liegen und das Ende von Unterdrückung und Sklaverei symbolisieren.
  • Mit einem anderen weltberühmten Monument, dem Eiffelturm, hat die Freiheitsstatue einiges gemeinsam. Nicht nur, dass die beiden fast zeitgleich in den späten 1880er Jahren fertiggestellt wurden und jeweils Gustave Eiffel an der Konstruktion maßgeblich beteiligt war. Auch reagierten in Paris wie in New York die Einheimischen zunächst eher kühl auf das neue Wahrzeichen. Im Fall der Freiheitsstatue, weil die Amerikaner in der damaligen Wirtschaftskrise ihren Teil an den Baukosten des "Geschenks" nicht gerade begeistert aufbrachten. "Kein wahrer Patriot kann derlei Ausgaben für bronzene Frauen angesichts der gegenwärtigen Finanzlage gutheißen", schimpfte die New York Times. Das Geld für den Sockel kam schließlich aber nach einem Aufruf des Verlegers Joseph Pulitzer zusammen - auch dank Kleinstspenden wie von einer Kindergartengruppe aus Iowa in Höhe von 1,35 Dollar.

Neun Details über die Pyramiden von Gizeh

Wilde Theorien und Spekulationen ranken sich seit ihrer Erbauung vor mehr als 4500 Jahren um die Pyramiden von Gizeh. In der Antike zählten die monumentalen Grabmäler zu den Sieben Weltwundern, in der Neuzeit wurden sie zu einem der berühmtesten Reiseziele. Nach den politischen Unruhen der vergangenen Jahre beginnt sich der Tourismus in Ägypten wieder zu erholen. Und mehr Menschen wollen die Pyramiden, südwestlich der Metropole Kairo gelegen, wieder selbst sehen.

Pyramiden Gizeh Ägypten

Die Pyramiden von Gizeh.

(Foto: iStockphoto)
  • Wer Hieroglyphen lesen kann, dürfte sich wundern, was rechts über dem ursprünglichen Eingang der Cheops-Pyramide steht: "So sprechen die Diener des Königs, des Name Sonne und Fels Preußens ist ...". Preußen? Allerdings, und etwas weiter im Text gilt die Widmung übersetzt "dem Landesvater, dem Huldreichen, dem Lieblinge der Weisheit und der Geschichte, dem Hüter des Rheinstromes, den Deutschland erkoren, dem Lebensspender allezeit". Endlich ein Beweis für übernatürliche Verwicklungen über Zeit und Raum hinweg? Haben in Wahrheit die Preußen die Pyramiden errichtet? Nicht ganz. Es handelt sich vielmehr um das blumige Geburtstagsgeschenk des Forschers Carl Richard Lepsius an dessen Mäzen, Friedrich Wilhelm IV. Er ließ die Glückwünsche 1842 kurzerhand in den Stein meißeln. Mittlerweile gehen Wissenschaftler zurückhaltender mit den Pyramiden um.
  • Wer was darf oder nicht darf in Bezug auf die Pyramiden, hat dennoch auch in jüngerer Vergangenheit die Gemüter erhitzt. Längst fabriziert eine globalisierte Souvenir- und Unterhaltungsindustrie vom Nil bis nach China Nachbildungen der Denkmäler und ihrer Kunstschätze. Dank Verkauf beziehungsweise Eintrittsgebühren zu den Kopien ein einträgliches Geschäft. Im Jahr 2007 berichtete eine ägyptische Zeitung gar, dass jährlich mehr Touristen in das pyramidenförmige Hotel Luxor in Las Vegas - und zu dessen Ägypten-"Museum" voller Kopien - reisten als in das echte Luxor am Nil. Kurz darauf schlug der nationale Oberste Rat für Altertümer ein Gesetz vor, das ein streng gefasstes Copyright für historische Monumente, wie eben die Pyramiden von Gizeh, vorsah. Die Einnahmen sollten der Pflege der Originale zugutekommen. Von einer Umsetzung der Idee war dann aber nichts mehr zu hören.
  • "Hauptsache extrem" könnte das Lebensmotto des Pharaos Khnum-Khufu (was "Gott beschützt mich" bedeutet) gewesen zu sein. Bekannt ist er hierzulande unter seinem griechischen Namen Cheops. Er kann einige Superlative beanspruchen: Nicht nur die größte der Pyramiden, sondern auch die kleinste bislang entdeckte Pharaonenstatue Ägyptens ist ihm zuzuschreiben. Erstere maß einst an die 147 Meter Höhe und war bis in das 14. Jahrhundert das höchste Bauwerk der Welt. Zweitere ist 7,5 Zentimeter klein.
  • Wie sagenhaft die Ausmaße der historischen Grabmäler wirklich sind, hat sich dank eines weiteren Höhepunkts des menschlichen Erfindergeistes eindrucksvoll gezeigt: Die Pyramiden von Gizeh sind sogar von Weltraumstationen aus bestens zu erkennen. Die Chinesischen Mauer etwa schafft das nicht.
  • Wo sich normalerweise Touristen an ihren Fotoapparaten die Finger wundknipsen, sollte am 31. Dezember 1999 eine der weltweit aufwändigsten Millenniumsfeiern stattfinden. Der Cheops-Pyramide würde mit Hilfe von Hubschraubern eine drei Tonnen schwere Goldspitze aufgesetzt werden, hieß es in Ankündigungen; zwischen Sonnenauf- und Sonnenuntergang wolle der französische Musiker Jean Michel Jarre eine zwölfstündige Multimedia-Oper aufführen. Ob sich die Pharaonen bei derlei Spektakel im Sarkophag umgedreht hätten? Es kam nicht soweit. Proteststürme von einheimischen Gläubigen (wegen einer möglichen Störung des Fastenmonats Ramadan) sowie von Archäologen (wegen möglicher irreparabler Schäden durch die Installation der Goldspitze) brachten das damalige Kulturministerium in Kairo zum Einlenken. Jarres Oper wurde auf die bescheidene Länge von zweieinhalb Stunden gestutzt, vergoldet wurden höchstens die Konten der Eventveranstalter.
  • Wie oft die Pyramiden bis heute in Film, Kunst und Literatur dargestellt worden sind, ist unmöglich zu beziffern. Tatsache ist, dass sie Kreative in allen Kulturen und zu allen Zeiten faszinieren. So können sich Fans zum Beispiel von so unterschiedlichen Werken wie dem Hollywood-Gruselkrawall "Die Mumie" oder dem japanischen Manga-Abenteuer "Yu-Gi-Oh!" zu den Pyramiden entführen lassen. Bezüglich der abgebrochenen Nase der Sphinx, die die Pyramiden bewacht, präsentierte der Comic "Asterix und Kleopatra" 1963 ein Missgeschick des vollschlanken Galliers Obelix beim Klettern als Erklärung. Historiker halten trotz dieser hübschen Geschichte eine andere Version für wahrscheinlicher: Demnach habe ein muslimischer Bilderstürmer namens Mohammed Saim el-Dar 1378 die Nase in voller Absicht zertrümmert.
  • So manchen haben die Rätsel des alten Ägypten schon um den Schlaf gebracht, oder aber zu den fantastischsten Erklärungsversuchen inspiriert. Aus der mehr oder minder faktenorientierten Vermessung und Interpretation der Bauwerke hat sich die sogenannte Pyramidologie entwickelt. Moderne Ägyptologen nennen deren Protagonisten auch gerne Pyramidioten oder Pyramidomanen. Das ist nicht sehr charmant, aber als Reaktion auf Thesen zu göttlichen Plänen, Baumeistern aus dem versunkenen Atlantis oder vorgeschichtlichen Besuchen Außerirdischer zu verstehen. Bis heute sind die verfeindeten Lager beim Rätseln um die Geheimnisse der Pyramiden in inniger Abneigung verbunden.
  • Andererseits: Es kann nicht verwundern, dass die Entschlüsselung der Pyramiden von Gizeh so komplex ist. Der älteste erhaltene Bericht über sie entstand ganze zwei Jahrtausende nach ihrem Bau. Der Grieche Herodot schrieb nach seiner Ägyptenreise um 450 v. Chr. Eindrücke und übersetztes Hörensagen nieder und kann damit nur bedingt als verlässliche Quelle gelten - trotz seines Titels "Vater der Geschichtsschreibung".
  • Auch heutzutage können Weltenbummler noch Teil der Geschichte der Pyramiden werden - wenn sie Spaß am Risiko und nichts gegen mehrjährige Haftstrafen haben. Die Russen Vitali Raskalow und Vadim Makhorow kletterten 2013 auf die Spitze der Großen Pyramide, obwohl das ägyptische Gesetz dies mit Gefängnis ahndet. Erwischt wurden die "Roofer", die mit ihren Kameras auch Wolkenkratzer wie den Shanghai Tower erklimmen, nicht. So konnten sie anschließend aufsehenerregende Fotos publizieren, die um die Welt gingen - und entschuldigten sich nachträglich für die gefährliche Aktion. So ganz nimmt man ihnen die Reue nicht ab.

13 Dinge, die Sie noch nicht über den Eiffelturm wissen

Ihren 125. Geburtstag hat die "Eisendame" aus Paris diesen März gefeiert. So lange schon erhebt sich der Eiffelturm über das 7. Arrondissement, nein, über die ganze Stadt. Zu seiner Eröffnung sollte das monumentale Bauwerk an den 100. Jahrestag der französischen Revolution erinnern.

Eiffelturm in Paris, Frankreich

Der Eiffelturm - geliebt, gehasst, nicht zu übersehen.

(Foto: AFP)
  • Der Eiffelturm wurde einmal verkauft: Der Betrüger Victor Lustig gab sich 1925 als stellvertretender Generaldirektor des Postministeriums aus und machte einem Altmetallhändler weis, dass der Eiffelturm in Kürze abgerissen würde. Den Händler überzeugte, dass der Trickbetrüger als vermeintlich "armer Beamter" Schmiergeld von ihm verlangte.
  • Wer annimmt, der Turm habe immer dieselbe Höhe, irrt: In der Hitze des Sommers dehnt sich der Stahl aus und die Spitze rutscht 15 bis 30 Zentimeter höher. Samt Antennen wird die Höhe des Eiffelturms offiziell mit 324 Metern bemessen.
  • Wenn es gilt, 1665 Stufen zu erklimmen, entscheiden sich die meisten Menschen für den Lift. So sind die Aufzüge des Eiffelturms im Dauereinsatz - und legen jährlich mehr als 103 000 Kilometer zurück. Das entspricht immerhin zweieinhalb Umkreisungen der Welt.
  • Mit der Besetzung Frankreichs fiel auch der Eiffelturm in die Hände der Nazis. Doch bevor diese 1940 Paris einnahmen, kappten die Franzosen eilig die Aufzugkabel. So musste der Feind immerhin zu Fuß emporsteigen, um dort eine Hakenkreuzflagge zu hissen.
  • Der erste Basejump der Geschichte fand 1912 vom Eiffelturm aus statt. Für den Schneider Franz Reichelt war es allerdings der letzte Sprung von einem Gebäude. Um es klar zu sagen: Es war überhaupt das Letzte, was der gebürtige Österreicher tat. Der unerschrockene Schnurrbartträger hatte sich ein Flugcape genäht, eine Art Vorläufer heutiger Wingsuits. Von der ersten Plattform aus sprang Reichelt - nach einigem Zögern - vor den Augen zahlreicher Schaulustiger in den Tod.
  • "Eiffelturmbraun" nennt sich der spezifische Khaki-Farbton des Pariser Wahrzeichens. Der patentierte Speziallack ist besonders haltbar und wird vom deutschen Chemie-Konzern Lanxess produziert und dann vom norwegischen Lackhersteller Jotun angemischt. Etwa alle sieben Jahre wird der Eiffelturm komplett neu lackiert - von Hand, so dass die Prozedur mehr als ein Jahr dauert. Damit ein optisch einheitliches Bild entsteht, wird der Lack in drei Helligkeitstönen aufgetragen. Am Fuße des Turms ist die Farbe am Dunkelsten, zur Spitze hin wird sie heller. Und höher wirkt der Turm so auch noch. Doch er wurde nicht immer in einem Braunton gestrichen, vor 1968 war sogar mal Gelborange en vogue. Gleich blieb die Farbmenge, für einen kompletten Anstrich wird die Kleinigkeit von 60 Tonnen Lack verpinselt.
  • Angesichts der Querelen um den Hauptstadtflughafen in Berlin und die Elbphilharmonie in Hamburg klingt es unglaublich: Der Eiffelturm, zu seiner Zeit höchstes Gebäude der Erde, wurde tatsächlich in nur zwei Jahren fertiggestellt. Obwohl die Bauarbeiter im Herbst 1888 mehrfach streikten. Pünktlich zum 31. März 1889 war der Turm vor der Eröffnung der Weltausstellung begehbar - nur die Lifte fuhren noch nicht.
  • Allerdings brachte das Großbauprojekt schon damals einige empörte Wutbürger auf den Plan. Die Pariser Elite stänkerte in einem offenen Brief "gegen die Errichtung des unnötigen und ungeheuerlichen Eiffelturms im Herzen unserer Hauptstadt". Ihre Sicht der Dinge: ein "lächerlicher Turm, der wie ein riesiger, düsterer Fabrikschlot Paris überragt" und "alle unsere Monumente demütigt". Und selbst Eiffel ahnte nicht, was für eine Sehenswürdigkeit er gebaut hatte, als er bei der Eröffnung die französische Flagge hisste: Diese sei die einzige weltweit, die in einem dreihundert Meter hohen Schaft stecke, sagte er etwas despektierlich.
  • Eigentlich war der Eiffelturm nur ein Bauwerk auf Zeit: Ursprünglich sollte er nach 20 Jahren wieder abgebaut werden. Doch dann war er zu nützlich für einen Abriss: Der Turm diente unter anderem als wichtiger Telegrafenmast.
  • Dass das Pariser Wahrzeichen nach seinem Erbauer, dem Ingenieur Gustave Eiffel, benannt ist, mögen die meisten noch wissen. Doch wie kam dieser zu seinem Namen? Geboren wurde Eiffel als Alexandre Gustave Bönickhausen. Erst Anfang des 18. Jahrhunderts war sein namensgebender deutscher Vorfahre aus dem heute nordrhein-westfälischen Marmagen in der Eifel eingewandert. Nur ist der Name "Bönickhausen" in Frankreich unaussprechlich. "Eiffel" klang doch viel eleganter.
  • Erst Anfang Oktober 2014 wurde die jüngste Attraktion der 125 Jahre alten Konstruktion fertiggestellt: Ein Glasboden auf der ersten Etage. Aus knapp 60 Metern Höhe können Besucher (ohne Höhenangst) nun aus ganz neuer Perspektive die Aussicht bewundern.
© SZ.de/sks/ihe/kaeb/holz/rus/tob
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