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Küste von Maine:Eine Welt in Grün und Blau

Fahren, Schauen, Baden und Schlemmen an der Küste von Maine: ein Ausflug nach Portland und durch die abwechslungsreiche Küstenlandschaft. Maine hat ein ganz spezielles Parfüm.

Nicht dass Queen Victoria je in Maine gewesen wäre. Nur der Baustil all der pittoresken Holzhäuser landauf, landab, in der boomenden Hauptstadt Portland wie nahe den Marschen der Naturparks ist nach der englischen Königin benannt.

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In Portland werden sie nach und nach restauriert, diese außen schlichten, innen überraschend geräumigen und gemütlichen Häuser aus dem späten 19. Jahrhundert.

Sie bekommen einen neuen Anstrich, stets pastellfarben, zartgelb, resedagrün, babyblau und rosa, natürlich. Weil sie renoviert werden, ist nunmehr auch der Osten der Stadt begehrt, dort wo der alte Hafen liegt, dank seiner zahlreichen Kneipen besonders bei den Besuchern begehrt, wo ausrangierte Bohrinseln darauf warten, überholt zu werden, wo eine der zahllosen Eilande im Küstenbereich in üppigem Grün hinüber grüßt.

Im Westen thronen die Villen in sorgfältig getrimmten Gärten, da haben schon immer die besseren Leute gewohnt, im Osten hingegen die weniger begüterten Arbeiter und Handwerker. Jetzt gleicht sich das allmählich aus - auch weil man von hier den vorzüglichen Blick auf die Bucht und das Wasser hat.

Und weil ganz in der Nähe der Hafen mit seinen vielen Restaurants liegt und das neue Zentrum der Stadt, wo eine Reihe von Geschäften so etwas wie Boutiquen-Chic zu suggerieren versuchen, worauf die Einwohner von Portland mächtig stolz sind.

Es gelingt noch nicht ganz, das mit der souveränen Weltläufigkeit im eher schläfrigen Portland mit seinen 200.000 Einwohnern. Aber immerhin, die Stadt gilt als tolerant; sie nahm in den vergangenen Jahren etliche Gestrandete auf, aus Korea zumal, und Kosovo-Albaner. Auch einen Schwulen-Chor gibt es dort und ein jährliches Gay Pride Festival - keine Selbstverständlichkeit im puritanischen New England.

Das hügelige Portland ist dennoch selbst nicht unbedingt eine touristische Attraktion. Etliche Neugierige zieht es an einen ganz anderen Ort, an der Küste südlich der Stadt mit einem wahrhaft putzigen Namen. Sie fahren nach Kennebunkport, weil dort der Präsident seinen Familiensitz hat.

Aber noch viel mehr wollen nicht zu George W. Bush, sondern zu L.L. Bean, Erfinder der berühmten Gummischuhe und einer der größten Sport- und Freizeitartikelhersteller der USA, dessen gigantischer Outletstore in Freeport bei Portland zu finden ist.

Die Hauptstadt also gibt, auch dank einer Reihe neuer Hotels, einen prächtigen Ausgangspunkt für Ausflüge ab. Mangelnde Urbanität wird allemal durch die Naturschönheiten drumherum wettgemacht.

Maine, das Ferienland, das vacation county - die PR-Leute lügen nicht in diesem Fall. Die ungewöhnliche Mischung aus Landschaften macht eine Küstenfahrt zu einem nicht alltäglichen Erlebnis.

Und die Atlantikküste ist doch Maines Kapital. Sie ist abwechslungsreicher und deshalb reizvoller die meisten anderen. Deshalb lohnt es sich, sie zu erforschen auf dem Weg von New York City nach Kanada.

Führe man jeden Zacken, jede Kurve der von unzähligen Fjorden zerklüfteten Küste aus, so legte man angeblich 18.000 Kilometer zurück. In Stunden hat diese Distanz offenbar noch niemand umgerechnet. Aber selbst geringe Entfernungen kosten Zeit, weil in den Parks die Geschwindigkeit auf 25 Meilen die Stunde limitiert ist.

Das ist auch auf der Insel von Georgetown jenseits der Sagadahoc-Brücke so, im Ozeanpark, oder im Reid State Park, der zwei köstliche Sandstrände, den Mile und den Half Mile Beach, parat hält, umsäumt von dramatisch zerklüfteten Felsinselchen.

Maine

Eine Welt in Grün und Blau